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4 Tipps, die den Zyklus optimieren können

von Gina Buhl

4 FEBRUAR 2020

Health

Bisher war Biohacking vor allem auf Männerkörper abgestimmt. Eine Hormonspezialistin aus den USA will das ändern – und gibt in einem Buch jetzt Tipps für die gezielte Optimierung des weiblichen Zyklus.

Um kaum einen Gesundheitstrend haben Techies und Nerds aus dem Silicon Valley in den letzten Jahren mehr Tamtam gemacht als ums Biohacking: Gehackt wird dabei aber nicht der Computer, sondern der menschliche Organismus. Mit Hilfe von ausgeklügelten Ernährungsplänen, Workouts mit Stromimpulsen und Trockeneis-Duschen wollen die Biohacker ihren Schlaf verbessern, ihre Konzentration pushen und zirka 570 Jahre alt werden.

Auffällig: Schaut man sich auf Biohacking-Blogs nach Tipps um, findet man eigentlich ausschliesslich Wissen von Männern für Männer. Auch eine Google-Suche nach prominenten Anhängern der Methode zeigt, dass Tesla-Chief Elon Musk, Google-CEO Sundar Pichai und Maximilian Gotzler, der erfolgreichste Biohacking-Blogger im deutschsprachigen Raum, einen exklusiven Boysclub um sich scharen.

Jetzt hacken die Frauen

Das könnte sich dank US-Autorin und Hormonexpertin Alisa Vitti nun aber ändern. In ihrem gerade erschienenen Buch "In the Flo" erklärt sie, wie Frauen Biohacking für sich nutzen können, um PMS, hormonelle Akne und Wassereinlagerungen während der Mens aus dem Weg zu räumen.

"Der Hauptunterschied zwischen Biohacking für Männer und Biohacking für Frauen besteht darin, dass Männer ihre Energie, Konzentration und Ausdauer maximieren, während ihr Hormonspiegel eigentlich die ganze Zeit gleich bleibt. Frauen dagegen unterliegen viel langfristigeren und stärkeren hormonellen Schwankungen. Wir haben also jeden Tag die Möglichkeit, unsere zyklischen Muster zu beeinflussen und Mensbeschwerden auszuradieren."

Wie das konkret geht, erklärt die Autorin ausführlich in ihrem Buch. Für alle, die gleich loshacken wollen, haben wir hier vier Tipps zusammengefasst:

  • Pass deinen Speiseplan deinen Hormonschwankungen an
    Unsere Nahrung hat einen immensen Einfluss auf den Hormonspiegel – das ist längst bekannt. Laut Alisa Vitti sollten aber besonders Frauen, die mit PMS oder anderen Mensproblemen strugglen, ihren Speiseplan genau im Auge behalten und ihn mit dem Zyklus syncen. "Unser Stoffwechsel ändert sich im Laufe des Zyklus. Frauen haben deshalb jede Woche einen anderen Kalorien- und Nährstoffbedarf." Die Expertin empfiehlt etwa in der ersten Zyklushälfte Birnen zu mampfen. Sie enthalten Phytoöstrogene und sollen dadurch die Gebärmutterschleimhaut stärken. Walnüsse verbessern angeblich den Blutfluss während der Mens. Und Kohl enthält viel Eisen und soll den Ausgleich der Nebenniere kurz vor dem Eisprung supporten. Das ist wichtig, weil hier die Hormone produziert werden, die für Fruchtbarkeit und Energiestabilität zuständig sind.
  • Stimme die Art und Intensität deines Trainings auf den Zyklus ab
    HIIT-Trainings sind die Lieblingsworkouts der Biohacker, denn sie sind ruckzuck gemacht und sehr effektiv. Frauen rät Hormonexpertin Alisa Vitti an bestimmten Zyklustagen allerdings davon ab: "Aufgrund der Veränderungen unseres Stoffwechsels, der Körpertemperatur und des Cortisolslevels während des Zyklus, sollten wir unsere Trainingseinheiten anpassen." Cardioeinheiten und HIIT sind ab der zweiten Zykluswoche ratsam. Dann steigt nämlich die Hormonkonzentration und der Körper der Frau bereitet sich auf den Eisprung vor – das bedeutet Power. Wenn die Energielevel in der vierten Woche und während der Mens low sind, ab ins Pilates, die Yogastunde oder zum Walking.
  • Nimm die richtigen Nahrungsergänzungsmittel
    Geht es nach der Autorin, sollte jede Frau ihre Nahrung mit B-Vitaminen supplementieren. Sie haben nämlich einen erheblichen Einfluss auf unseren Energie- und Nervenstoffwechsel. Wer unter Hormonstörungen leidet, sollte auf die Einnahme allerdings besonders achten. "Studien haben gezeigt, dass die Zufuhr von Vitaminen wie Thiamin, also B1, in direktem Zusammenhang mit der Verbesserung von Endometriosesymptomen stehen", so die Autorin. Vitamin B9 – besser bekannt als Folsäure – sei bei der Behandlung von PCOS wichtig.
  • Streich den Kaffee aus deinem Leben
    "Untersuchungen zeigen, dass fast 35 Prozent aller Menschen das Koffeinlevel, das sie im Laufe eines Tages aufbauen, aufgrund eines fehlenden Enzyms eigentlich nie komplett abbauen können", erklärt die Expertin. Das führe zu Unruhezuständen und Schlaflosigkeit. Besonders Frauen mit PMS sollten ihren Koffeinkonsum komplett runterschrauben – die aufputschende Wirkung könne Symptome wie innere Unruhe, Niedergeschlagenheit und Kreislaufprobleme nämlich noch verstärken.
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