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Darum ist das Zwerchfell so wichtig für unser Wohlbefinden

von Gina Buhl

18 MÄRZ 2020

Health

Das Zwerchfell ist ein Organ und wird in der Regel unterschätzt – was sich schleunigst ändern sollte. Hier kommen sieben Gründe.

An was denkt ihr, wenn ihr das Wort "Diaphragma" lest? Mit ziemlicher Sicherheit an ein Verhütungsmittel, stimmts? In Zukunft werdet ihr hoffentlich eine weitere Assoziation im Kopf haben – als Diaphragma wird nämlich auch das Organ bezeichnet, das unsere Atmung steuert und Auswirkungen auf unser psychisches und physisches Wohlbefinden hat: unser Zwerchfell.

Obwohl wir uns für gewöhnlich ziemlich selten mit dem Zwerchfell beschäftigen, sollten wir seine Existenz nicht unterschätzen. Abgesehen davon, dass es unser wichtigster Atemmuskel ist, hat es nämlich noch sehr viele weitere wichtige Tasks. Ihr wollt wissen welche? Dann bitte weiterlesen.

  • Was ist das Zwerchfell genau?
    Fangen wir ganz von vorne an: Das Zwerchfell ist eine Kombination aus Muskeln und Sehnen und befindet sich zwischen den Rippenbögen, den Lendenwirbeln und dem Brustbein. Seine Lieblingsbeschäftigung ist es, Dinge zu trennen: unseren Brustraum vom Bauchraum, die rechte Lungenhälfte von der Leber, die Linke von der Milz und dem Magen. Unsere Hauptschlagader, die Speiseröhre und Nerven und Venen verlaufen übrigens auch durch das Diaphragma hindurch. Ist also ganz schön viel los da.
  • Und was macht es so?
    Das Zwerchfell supportet unsere Lungen beim Atmen. Bei der Einatmung zieht es sich zusammen, zieht nach unten und schafft dadurch genügend Platz im Brustkorb, so dass sich die Lungenflügel ausdehnen können. Bei der Ausatmung entspannt sich das Zwerchfell, bewegt sich wieder nach oben – und die Lunge drückt die Luft durch die Luftröhre heraus.
  • Auch massieren gehört zu seinen Skills
    Wenn wir richtig tief atmen, bewegt sich das Zwerchfell in unserem Brustkorb bis zu acht Zentimetern auf und ab. Ein grosser Atemzug mobilisiert aber nicht nur den Atemmuskel, sondern massiert auch alle Faszien und die Organe, die sich rundherum befinden. So bleibt alles ganz geschmeidig und entspannt. Das ist wichtig. Flaches Atmen verringert die Bewegung des Zwerchfells auf bis zu fünf Zentimeter – und warum da nicht gut ist, erfahrt ihr im nächsten Punkt.
  • Wie bemerke ich Zwerchfell-Verspannungen?
    Wenn wir viel zu lange Stress haben oder sehr lange, sehr falsch atmen, wird es dem Zwerchfell zu doof. Allerdings macht es sich nicht höchstpersönlich bemerkbar, sondern schickt seine Nachbarn vor, um uns das mitzuteilen: Plötzlich tut uns der Nacken weh, der Bauch drückt oder der Rücken schmerzt – und zwar ganz egal wie oft wir zur Massage und der Ärztin rennen. Das Zwerchfell ist nämlich mit vielen Nerven, die direkt auf Nacken und Rücken einwirken, verbunden.
  • Alles ist verbunden
    Das Ganze funktioniert aber auch andersrum: denn auch die Nachbarorgane können das Zwerchfell verspannen. Ist der Magen entzündet, kann sich das als Anspannung im Zwerchfell auswirken. Leiden wir unter Verstopfung oder einer chronischen Darmentzündung, überträgt sich auch das auf das Zwerchfell. Wenn das flache Atmen zu lange anhält, kann es übrigens auch zu Seitenstechen (das entsteht, wenn das Zwerchfell überlastet wird und eine Sauerstoffunterversorgung vorliegt) oder Schluckauf führen. Verkrampft sich das Zwerchfell, kann die Luft in der Lunge nicht ganz entweichen und prallt gegen die Stimmbänder. Der Druck, der dabei entsteht ist der Gluxi.
  • Sitzen gefällt dem Zwerchfell nicht
    Dass es nicht besonders gut für unseren Rücken, die Hüften, Schultern und den Nacken ist, wenn wir ständig sitzen, habt ihr wahrscheinlich auch schon zu spüren bekommen. Aber auch das Zwerchfell leidet – denn wer viele Stunden am Tag sitzen muss, wird es zusammengequetscht. Das sorgt dafür, dass seine Faszien verkleben. Wenn wir uns wieder aufrichten, haben diese Strukturen zwar wieder mehr Platz – eine gewisse Restspannung bleibt aber zurück. Spüren tun wir das dann im Rücken, der Lendenwirbelsäule oder der Hüfte.
  • Wie kann ich mein Zwerchfell unterstützen?
    Damit wir keine Probleme mit dem Zwerchfell (und damit gegebenenfalls auch mit Nacken, Rücken oder unserem Bauch haben), sollten wir uns öfter am Tag die Zeit nehmen, ganz tief in den Bauch zu atmen. So bekommt es den Platz, den es benötigt und verdient hat. Wers ganz gut machen will: Öfter mal den Popo hochkriegen und Sport treiben – da klappt das mit dem tief Atmen nämlich wie von selbst.
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