Yara Shahidi
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Darum lieben alle Yara Shahidi

von Marie Hettich

16 MAI 2019

Entertainment

Schauspielerin Yara Shahidi redet nonstop über Politik und weiss, was die Generation Z bewegt. Heute kommt ihr neuer Film in die Schweizer Kinos.

Amerika ist verrückt nach Yara Shahidi. Allen voran Oprah Winfrey. Als die Talk-Queen vergangenes Jahr gefragt wurde, welcher junge Mensch ihr Hoffnung mache, sagte sie, ohne nur eine Sekunde nachzudenken: "Yara Shahidi natürlich! Ich hoffe, ich werde es noch miterleben, wenn sie US-Präsidentin wird. Ich bin mir nämlich sicher: Wenn sie das will, wird das auch passieren."

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Oprah Winfrey ist ein grosser Fan von Yara Shahidi und sieht sie bereits im Weissen Haus sitzen.

Oder: Michelle Obama. Die ehemalige First Lady war so angetan von Yara, als sie sich über Michelles Bildungsinitiative Let Girls Learn kennenlernten, dass sie ihr kurzerhand ein Empfehlungsschreiben für die Elite-Uni Harvard mailte. Und – surprise: Harvard liebt Yara natürlich auch. Seit vergangenem Herbst studiert die 19-Jährige dort Sozialwissenschaften und African American Studies, um später mal in einem Thinktank als Politikberaterin zu arbeiten, wie sie sagt.

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Instagram Yara Shahidi

Michelle Obama persönlich hat für Yara ein Harvard-Empfehlungsschreiben verfasst.

Dann wäre da noch Yaras Schauspielkarriere: Ihre Figur Zoey in der US-Sitcom «Black-ish» war so beliebt, dass es mittlerweile ein Spin-off der Serie gibt: "Grown-ish", mit Yara in der Hauptrolle. Kürzlich lief auf ABC die zweite Staffel, nun wurde bestätigt, dass es auch noch eine dritte geben wird. Heute kommt Yara mit dem Liebesdrama "The Sun Is Also a Star" in die Schweizer Kinos.

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"The Sun Is Also a Star" kommt heute in die Deutschschweizer Kinos. Yara spielt in diesem Liebesfilm mit Polit-Twist Natasha, die sich in Daniel (Charles Melton) verliebt.

Hübschsein reicht nicht mehr

Yara Shahidi ist der Superstar, die Miss Perfect der Generation Z: Sie ist bildschön, ihre Looks sind umwerfend – aber sie findet das Leben viel zu interessant und ungerecht, als dass sie sich mit Filmsets, Fotoshootings und Award-Shows zufriedengeben würde. Yara ist eloquent, sie redet nonstop über Politik. Sie will die Welt verändern – und das kommt an.

Man muss sich nur den Wahnsinns-Hype um die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg anschauen, um zu verstehen, was unter 25-Jährige heute begeistert: Die neuen Idole haben Grips, sie haben Visionen. Und das ist verständlich – seit es Instagram gibt, sind hübsche Berühmtheiten in hübschen Klamotten nun mal nichts Besonderes mehr. Ausserdem lassen Trump, #MeToo oder die Klimadebatte kaum eine andere Wahl, als sich politisch zu positionieren – da braucht es Leit- und Vorbilder.

"Ich weiss nicht, was ich in diesen schönen Designerkleidern soll, während wir einen politischen Backlash erleben, während auf der Welt Menschen verschleppt und diskriminiert werden", sagte Yara an den Black Women in Hollywood Awards in ihrer Dankesrede. "Aber so viele, die hier im Publikum sitzen, haben mir vorgemacht, welche Aufgabe wir Künstlerinnen und Künstler haben: Wir müssen stören, wir müssen aufwirbeln – und dann etwas Neues kreieren."

Eine Wahlparty zum 18. Geburtstag
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Yara will so viele junge Amerikaner wie möglich dazu bewegen, wählen zu gehen.

Und das tut Yara. Beispielsweise schmiss sie letztes Jahr zu ihrem 18. Geburtstag in ihrer Heimatstadt Los Angeles eine Wahlparty, um all ihre Freunde davon zu überzeugen, wie wichtig die Midterm-Wahlen im November werden. Um so viele 18-Jährige wie nur möglich zum Wählen zu motivieren, gründete sie die Initiative Eighteen x 18 – eine Online-Plattform voller Info-Videos, in denen Yara erklärt, wie das politische System in den USA noch mal genau funktioniert oder was man über das Strafjustiz­system oder Waffen­gesetz wissen sollte.

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Sogar Yaras eigene Barbie, die es seit März gibt, trägt das "Vote"-Shirt.

Warum Yara schon in so jungen Jahren so sehr für Politik brennt, wird klar, sobald man sich mit ihrer Herkunft auseinandersetzt: Ihre Mutter ist eine afroamerikanische Schauspielerin, ihr Vater ein Kameramann aus dem Iran. "Als Schwarze und als Iranerin habe ich eine ziemlich einzigartige Perspektive – beide meine Eltern sind Verfolgte", so Yara gegenüber dem "Porter Magazine". "Die eine Hälfte meiner Familie steht auf der Liste jener Leute, die aufgrund ihrer Religion nicht in die USA einreisen dürfen. Und die andere Hälfte weiss, was es heisst, in Amerika schwarz zu sein."

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Yaras Vater stammt aus dem Iran, ihre Mama ist Afroamerikanerin.

Gegen den Stereotyp

Als Yara zusammen mit ihrer Mutter Keli in der "Tonight Show" bei Jimmy Fallon zu Gast war und Keli gefragt wurde, welches Celeb-Date sie sich für ihre Tochter wünsche, antwortete sie: "Hauptsache, es ist einer, der sich ebenfalls Sorgen um unser sozialpolitisches Klima macht."

Auch die Dreharbeiten zu ­"Black-ish" prägten Yara: Die Serie erzählt von einer afroamerikanischen Familie in Kalifornien, die – entgegen dem Stereotyp – zur oberen Mittelschicht gehört. "Ich war 13, als ich den Vertrag unterschrieb. Ab dann war ich ständig von einem Team umgeben, das die Rassismusdebatte voranbringen wollte. Jede einzelne Episode hat ein neues Gespräch entfacht", erzählte Yara Oprah Winfrey in deren Talk-Reihe "Super Soul ­Conversation".

Auf Yaras Insta-Account, dem momentan 3,5 Millionen Menschen folgen, mischen sich Selfies am Strand, Dance-Clips mit bunten Perücken und politische Speeches von afroamerikanischen Schrift­stellern wie Alice Walker und James Baldwin. Als Profilbild hat Yara keines ihrer unzähligen Glamour-Pics gewählt. Sondern eines von Barack Obama.

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