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Der WWF gibt das neue Insta-Ferienziel bekannt

von Margaux Habert

17 JULI 2019

Life

Die Organisation schlägt Instagram-Nutzerinnen vor, ihre Posts mit der Geolokalisierung "I Protect Nature" zu versehen, um Massentourismus und der damit verbundenen Umweltverschmutzung vorzubeugen.

Es sind alarmierende Zahlen, die die Natur- und Umweltschutzorganisation WWF in ihrem Bericht vom 7. Juni veröffentlicht hat: Jährlich gelangen 600.000 Tonnen Kunststoff ins Mittelmeer.

Die Stiftung berichtet, dass das unter anderem an den Geolokalisierungen von idyllischen und wenig frequentierten Landschaften auf Instagram liegen könnte: Damit wird ein grosses Publikum an Orte gelockt, die nicht für eine Invasion von Touristen und deren Kunststoffabfälle ausgelegt sind. Die neue Kampagne des WWF Frankreich soll auf das Problem aufmerksam machen.

Die Geolokalisierung von geschützten Standorten auf Instagram bedrohe die Biodiversität, sagt WWF. Er empfiehlt Instagrammerinen und Instagramer daher, den allgemeinen Ort "I Protect Nature", die Adresse der Pariser WWF-Zentrale zu nutzen, wenn sie ihre Natur-Entdeckungen im sozialen Netzwerk teilen.

Orte, die jetzt für Touristen verboten sind

Während der WWF hofft, die Kunststoffverschmutzung an einigen Standorten im Mittelmeerraum einzudämmen, hat sich die dauerhafte Schliessung als der einzige Weg erwiesen, um die biologische Vielfalt zu erhalten. So zum Beispiel der Strand von Maya Bay auf der thailändischen Insel Kho Phi Phi, bekannt geworden durch den Film "The Beach" mit Leonardo DiCaprio.

Maya Bay sur lîle de Kho Phi Phi en Thaïlande rendue célèbre par le film La Plage avec Leonardo Di Caprio en lan 2000 Friday Magazine
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Die Maya Bay auf der thailändischen Insel Ko Phi Phi.

Die Bucht wurde im vergangenen Jahr für vier Monate geschlossen und die Stilllegung anschliessend bis 2021 verlängert, damit sich das Ökosystem regenerieren kann. Nach Angaben der örtlichen Behörden verursachten die täglich 5000 Touristen und 200 Boote eine Verschmutzung, die mehr als 80% des Korallenriffs der Maya Bay zerstörte.

In Island war es der Fjadrargljufur Canyon, der für die Öffentlichkeit vorübergehend unzugänglich war. Von April bis Juni verbot die isländische Umweltbehörde ausländischen Touristen die Einreise in das Gebiet. Wegen des Videoclips zum Song "I'll Show You" von Justin Bieber war die Besucherzahl in der Region zwischenzeitlich um bis zu 80% gestiegen.

Auch die Provence ist vom Massentourismus überwältigt

Lavendelproduzenten haben fotogene Felder: Während Lavendel-Bauern bis vor wenigen Jahren noch Insekten fürchteten, sind es heute Besucherinnen und Besucher, die auf der Suche nach dem perfekten Insta-Sujets die Pflanzen zertrampeln.

Des touristes dans les champs de lavande en Provence Friday Magazine
AFP

Einige gehen brav entlang der Pfade zwischen den Blumen, andere zerstören auf der Suche nach dem perfekten Bild die Pflanzen oder reissen ganze Sträusse ab, wie der Produzent Rémi Angelvin gegenüber "France 3" erklärte.

Designer Simon Porte Jacquemus aus Marseille organisierte im vergangenen Juni sogar eine Modenschau inmitten der Lavendelfelder. Das Label feierte das zehnjährige Bestehen und zelebrierte mit der Show seine südfranzösischen Wurzeln.

Défilé Jacquemus dans les champs de lavande en Provence Friday Magazine
Instagram Jacquemus

Eine Farm in Grossbritannien wirkt der Sache entgegen

Weniger als dreissig Kilometer von London entfernt hat die Mayfield Lavender Farm beschlossen, für den Zugang zu ihren Lavendelfeldern Eintritt zu verlangen, um den Besucherfluss zu kontrollieren. Für 2,50 Pfund (ungefähr 3 Franken) können Touristen zwischen den Blumen rumschlendern.

Und ein Zückerli gibts auch noch: Die Farm hat eine typisch englische Telefonzelle installiert, um den Ort für die Insta-Community noch attraktiver zu machen.

Mayfield Lavender au sud de Londres Friday Magazine
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