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Wird ein Verhütungs-Pflaster die neue Pille?

von Gina Buhl

18 JANUAR 2019

Health

Forscher entwickeln derzeit ein Pflaster, das innerhalb von fünf Sekunden eine Schwangerschaft verhindern soll. Klingt verlockend, hat aber einen Haken.

Pille, Spirale, Stäbchen, Pflaster, Monatsring, Apps: Es gibt viele Methoden, die Frauen vor ungewollten Schwangerschaften schützen sollen. Zwar belegen Verkaufszahlen und Stimmen junger Frauen, dass Hormoncocktails, wie etwa jener der Antibabypille, immer unbeliebter werden – doch für die meisten sind die hormonellen Methoden offensichtlich immer noch der unkomplizierteste Weg der Verhütung.

Vom Impf-Patch zum Verhütungsmittel

Bald könnte aber eine noch simplere Möglichkeit dazu kommen: Wissenschaftler der Technischen Hochschule in Georgia, Atlanta, haben nämlich ein Pflaster entwickelt, das innerhalb von fünf Sekunden verhindern soll, dass Frauen schwanger werden. "Das Pflaster wurde ursprünglich für die schmerzfreie Injektion von Impfstoffen eingesetzt und könnte für Frauen eine selbstbestimmtere und einfachere Alternative zu anderen Verhütungsmitteln werden", so Mark Prausnitz, Professor für chemische und biomolekulare Entwicklung und Forschungsleiter des Patches.

Lösliche Mini-Nadeln

Wie das Ganze funktioniert? Im Gegensatz zu anderen Hormonpflastern, die über mehrere Wochen oder Monate auf der Haut bleiben, wird der Microneedle Patch aufgeklebt und dann nach wenigen Sekunden wieder abgenommen. Beim Entfernen stechen lösliche, mikroskopisch-kleine Nadeln, die sich auf der Unterseite des Klebestreifens befinden, in die Haut. Diese bleiben unter der Oberfläche der Haut und geben langsam das Hormon Levongestrel ab – bis die Mini-Nadeln sich vollständig aufgelöst haben. Klingt erstmal nicht so schlecht.

Im Labor an Ratten getestet

Jetzt kommt der Haken: Levongestrel ist ein künstlich hergestelltes Gelbkörperhormon, das in unterschiedlich hohen Dosen in der Mini-Pille oder der Pille danach vorkommt. Im neu entwickelten Patch wäre die Dosis um ein Vielfaches erhöht und also in Sachen Hormon-Bombe keine wirkliche Alternative zur Pille. Ausserdem wurde das Pflaster bisher nur an Laborratten getestet, wobei die Forscher nur das Level des Gelbkörperhormons im Blut der Tiere untersuchten. Anhand der Werte schlossen sie dann darauf, dass eine Schwangerschaft verhindert werden könnte. Also zuverlässig klingt anders.

Trotzdem sind die Forscher zuversichtlich und wollen das Pflaster bald an Frauen testen – um auch eventuell auftretende Hautirritationen ausschliessen zu können. Ob das Pflaster auch auf den Markt kommt, steht also noch in den Sternen.

Rosa
Courtesy of Georgia Tech
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