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Nadja Stäubli/Red Bull Content Pool

"Wir passen in keine Schublade"

von Karin Zweidler

21 JUNI 2018

Entertainment

Das junge Zürcher Künstler-Kollektiv Babylon Music hat sich mit seinem sphärischen Sound schon einen Vertrag beim Label Live from Earth geholt. Wir haben die Rohdiamanten aus Zürich getroffen.

War schon immer klar, dass ihr mal zusammen durchstartet?

PVlex: Wir haben schon mit 13 angefangen, Musik zu machen. Haben Texte geschrieben, wenn uns was beschäftigt hat, abends draussen gefreestylt und die Sachen dann aufgenommen – aber eigentlich immer nur zum Spass.

Yanx: Akira war der einzige von uns, der schon damals immer gesagt hat: Ich werde Rapper – wir haben nur gelacht. 

Heute arbeitet ihr an eurem Album und seid beim Berliner Label "Live from Earth" unter Vertrag. Was ist passiert?

Yanx: Aus dem Mic im Kinderzimmer-Schrank im Seefeld ist eine immer professionellere Studio-Technik geworden. Und wir immer erfahrener.


Und dann?

Akira: Irgendwann haben wir angefangen, Videos zu unseren Songs zu drehen und auf Youtube zu stellen. "Live from Earth" wurde durch Zufall darauf aufmerksam und hat uns auf Instagram angeschrieben. Zwei Wochen später waren wir in Berlin. Damit hätten wir nie gerechnet.


Aber darauf hingearbeitet. Oder nicht?

Yanx: Wir hatten nie konkrete Karriere-Ziele. Wir wollen einfach nur Kunst machen und schauen, wo sie uns hinbringt. Unseren Weg akribisch zu planen, würde dem Bauchgefühl im Weg stehen.

Akira: Genau. Wir wollen nicht auf irgendwelche Erfolge warten, sondern im Moment bleiben und die Reise geniessen.


Klingt spirituell. Ein Thema für euch? 

PVlex: Spiritualität ist der Inhalt unseres Lebens. Aber auch wir sind keine Buddhas, haben Stress, müssen Rechnungen bezahlen und machen uns manchmal Sorgen über die Zukunft. Es ist einfach wichtig, sich da immer wieder rauszunehmen.


Wie macht ihr das?

PVlex: Regelmässig zu meditieren wäre ein guter Weg. Dafür sind wir aber irgendwie noch zu jung und zu wild. Wir haben andere Methoden: Zu Hause mit den Kopfhörern Jazz hören, hat zum Beispiel eine ähnliche Wirkung.


Eure Musik ist sphärisch, diffus. Wie entsteht sie?

PVlex: Meistens kommt einer von uns mit einem frisch gebauten Beat an. Wir lassen ihn laufen und freestylen dann drüber. Häufig wissen wir sofort, wie der Song klingen muss – er kommt uns zugeflogen.


Die Leute sagen, ihr macht Cloud Rap.

Akira: Wir nicht.


Sondern?

Akira: Wir rappen, singen, schreiben Lyrik auf Französisch, Englisch, Schweizerdeutsch, Spanisch.  Wir wollen uns gar nicht auf ein Genre oder eine Sprache limitieren. Wir sind Individuen mit verschiedensten Einflüssen und Erlebnissen - wir passen in keine Schublade.


Seid ihr froh, dass ihr jetzt lebt?

Yanx: Mir macht die aktuelle Zeit Angst. Alles wird kühler, automatischer, wir sind alle so technikfixiert. Aber jede Zeit hatte wohl etwas Angsteinflössendes an sich.

PVlex: Um unseren Kunst auszudrücken, ist diese Zeit perfekt.


Nach ihrem im Oktober erschienenen Mixtape "Babylon" arbeiten Akira, Yanx und PVlex jetzt an weiteren Projekten. "Red Bull Music Trapped in the Clouds" steckte die Drei eine Woche lang in eine Berghütte im Nirgendwo - zusammen mit Musikern wie Kool-Savas-Produzent Sir Jai oder R&B-Star Danitsa. Alles über die kreative Woche der Jungs erfahrt ihr morgen im Video auf 20Minuten.ch 


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