menstruationstasse
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Wir haben den Mens-Cup getestet

von Friday Magazine

9 JULI 2018

Life

Drei Menstruationstassen, drei Frauen – und die Frage: Bleiben wir dabei?

Unser Gewissen weiss: Menstruationstassen aus Silikon sind eine ziemlich gute Sache. Für den Geldbeutel, für die Umwelt – und auch für unsere Gesundheit. Erst Ende Juni ist ein junges Mädchen am sogenannten Toxischen Schocksyndrom gestorben, weil sie ihr Tampon zu lange dringelassen hatte. Das hört man zwar selten – aber eben doch hin und wieder.

Was also tun? Tampon-Alternativen eine Chance geben. Wir haben uns drei Cups besorgt und das Ganze eine Periode lang getestet. Menstruationstassen in verschiedenen Farben und Grössen gibts beispielsweise auf amorana.ch oder meluna.ch

"Renne paranoid jede Stunde zum Klo"

Der erste Eindruck: Wie genau soll dieses riesen Ding in mich reinpassen?

So fühlt sichs an: Nachdem ich den Cup beim dritten Anlauf reingefriemelt bekomme, fühlt es sich okay an. Hand und Badezimmerboden sind voller Blut, was ich zuhause schon sehr ungeil finde – mir auf der Bürotoilette aber richtig unangenehm vorstelle. Ausserdem spüre ich das Teil beim Sitzen und renne paranoid jede halbe Stunde zum Klo, aus Angst, der Cup könnte überlaufen.

Das hat mich am meisten überrascht: Wie wenig Blut sich auch nach stundenlangem Tragen in der Tasse befindet. Macht die Sache sehr viel entspannter als Tampons, da Wechseln weniger häufig nötig ist.

Schwierigster Moment: Das Rausnehmen. Gefühlt Stunden versuche ich mit allen Fingern, die in mich reinpassen, das Vakuum durch Zusammendrücken der Tasse zu lösen. Das klappt an den darauffolgenden Tagen aber besser.

Fazit: Mich überzeugt weder Tragegefühl noch Handhabung. Weil ich mit dem Cup aber massig Müll und Geld sparen kann, werde ich dem Ganzen nochmal eine Chance geben.

Gina, 26, Redaktorin und Social Media Editor

"Den Tampons abgeschworen"

Der erste Eindruck: Der Cup ist ja riesig!

So fühlt sichs an: Die Menstruationstasse ist auch in der kleinen Grösse noch erstaunlich gross. Dies ist anfangs vor allem beim Einführen sehr unangenehm, da das Ganze trotz mehrmaligem Falten immer noch ziemlich breit ist. Ist der Cup aber erstmal richtig drin, spüre ich ihn weder beim Laufen, Sitzen oder längerem Stehen.

Das hat mich am meisten überrascht: Glücklicherweise darf ich mich zu den Frauen zählen, die keine starke Menstruationsblutung haben. Trotzdem hat mich überrascht, wie viel Blut mein Körper an einem Tag so verliert.  

Schwierigster Moment: Beim Sport. Während dem Joggen rutscht die Tasse um ein paar Millimeter tiefer. 

Fazit: Seit ich die perfekte Einführ-Position und Faltmethode gefunden habe, habe ich den Tampons abgeschworen. Für den Cup spricht so vieles: Ich muss nicht mehr wie ein panisches Reh durch die Gegend rennen und nach Tampons fragen, wenn ich meine Tage und keinen Tampon-Nachschub dabei habe. Der Cup muss viel seltener geleert als ein Tampon gewechselt werden. Und das Tollste: Ich spare Geld und produziere gleichzeitig keinen Abfall mehr.

Sonja, 25, Modeassistentin

"Zu faul und zu ungeduldig"

Der erste Eindruck: Ich mag die Packungsbeilage: Alles ist nett und verständlich erklärt.

So fühlt sichs an: Zu meiner Überraschung spüre ich nach dem ersten Einsetzen so gut wie gar nichts – trotz Test-Verrenkungen im Badezimmer. Beim zweiten Mal Tragen wirds dann plötzlich unangenehm. Ich habe das Gefühl, der Cup saugt sich viel zu stark an meinem Muttermund fest. Also: Zurück ins Bad, neuer Versuch. Jetzt sitzt das Teil zu tief und wäre fast zurück in meinen Slip geplumpst. Nervig!

Das hat mich überrascht: Wie selten der Cup geleert wird: einmal morgens, einmal abends und gut ist. Ein klarer Pluspunkt.

Schwierigster Moment: Der Cup muss vor dem Einführen auf eine bestimmte Weise gefaltet werden. Easy – wenn das Einführen nicht wäre. Bei mir ist der Cup anfangs immer wieder auseinandergeschnellt – eine bloody Angelegenheit. Das hat man aber sicher irgendwann raus.

Fazit: Ich bewundere jede Frau, die auf einen Menscup umgestiegen ist – ich gehöre nicht dazu. Das liegt vor allem daran, dass ich zu faul und ungeduldig zum Üben bin. Meine Tampons und ich kennen uns seit 15 Jahren, da lass ich mich nicht so schnell auf etwas Neues ein.

Marie, 30, Redaktorin und Blattmacherin

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