Ladina Heimgartner 2 4
zvg

"Wir Frauen sollten Chancen beim Schopf packen"

von Alisa Fäh

18 OKTOBER 2018

Job & Budget

Bewirb dich! Am ersten Ausbildungscamp der Initiative #Frauenarbeit werden erfolgreiche Frauen ihre Erfahrungen teilen. Im Interview erzählt uns Referentin Ladina Heimgartner, was es braucht, um als Frau im Job durchzustarten.

Ab heute können sich junge Frauen für ein kostenloses Karriereförderungs-Camp von #Frauenarbeit, der Initiative zur Ausbildungsförderung für Frauen, bewerben. Zu den Coaches gehört auch Ladina Heimgartner: Die 38-Jährige ist stellvertretende Generaldirektorin der SRG und Chefin von Radiotelevisiun Svizra Rumantscha. Wir haben mit der Bündnerin über den Karrierestart und die Unterstützung von Frauen in der Berufswelt gesprochen.

Weshalb setzen Sie sich für die Karriereförderung junger Frauen ein? Ich wäre froh gewesen, wenn es bei meinem Karrierestart so etwas wie das Frauenarbeit Camp gegeben hätte. Oft fühlt man sich beim Einstieg in die Berufswelt ziemlich allein. Es tut einfach gut, wenn man sieht, dass andere mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen haben und man sich darüber austauschen kann.

Müssen Frauen immer noch gefördert werden? Wenn man die Statistik anschaut, ist das Verhältnis von Frauen zu Männern in der Arbeitswelt bei weitem noch nicht ausgeglichen. Es ist zwar in den letzten Jahren ein bisschen besser geworden – aber wir sind trotzdem immer noch in einem Bereich, der nicht akzeptabel ist für eine doch relativ fortschrittliche Demokratie in der Schweiz.

Ein Tipp für junge Frauen am Karrierestart? Mach dich bemerkbar. Als Beispiel: Mir ist es oft passiert, dass ich in einer Sitzung eine gute Idee hatte, aber erst gehört wurde, als irgendein Mann die Idee unterstützt hat. Es ist wichtig, dass man dann auf sich aufmerksam macht und sagt "Ja genau, merci, dass du das auch findest."

Was braucht es, um als junge Frau im Job weiterzukommen? Man muss Gelegenheiten wahrnehmen. Wir sollten aufhören, "Oh nein, das soll lieber mein Kollege machen" zu sagen, sondern unsere Fähigkeiten präsentieren. Wir sollten nicht zögerlich sein und Chancen beim Schopf packen. So wird man auch zum Vorbild für andere Frauen und es entsteht diese Normalität. Auch wichtig: Networking.

Wie geht das richtig? Das fängt im Kleinen an: An Anlässe zu gehen, nach einer Tagung noch zum Apéro bleiben, auf Leute zugehen, auch mal eine Visitenkarte geben.

Verhalten Sie sich im Job heute anders als früher? Früher war ich naiver, aber das ist nicht unbedingt schlecht. Eine gewisse Leichtfüssigkeit, wenn man Dinge einfach mal ausprobieren will, find ich gut. Irgendwann muss man schon anfangen, genauer zu überlegen, ob das gut ist oder nicht, aber dass man grundsätzlich mal positiv an die Sache herangeht, ist hilfreich.

Etwas, das junge Frauen von Ihnen im Camp lernen werden? Ich habe zwar kein allgemeines Erfolgsrezept, aber ich kann erzählen, welche Erfahrungen ich gemacht habe. Durch viele Gespräche mit anderen Frauen merkte ich, dass meine eigenen Erlebnisse – zum Beispiel wie die eben geschilderte Sitzung – keine Einzelfälle sind. Es gibt Muster. Und was ich mit den jungen Frauen im Camp teilen kann, sind die Rezepte, die ich entwickelt habe, um genau diese Muster zu durchbrechen.

Trau dich!

#Frauenarbeit führt an drei Tagen im Januar 2019 ihr erstes Coaching-Camp durch. Die Teilnehmerinnen dürfen sich auf verschiedene Referentinnen, Workshops und berufserprobtes Know-how freuen. Mit dabei: Ladina Heimgartner, Regula Bührer Fecker (Werberin, Autorin des Buches "Frauenarbeit"), die Bündner Spitzenköchin Rebecca Clopath und weitere Gäste. Interessierte Frauen zwischen 20 und 30 können sich ab sofort für einen der 10 Plätze im Karriereförderungs-Wochenende bewerben. Pack die Gelegenheit hier.

Noch mehr von uns
Was hältst du von diesem Artikel?
  • :(
  • love it no Data :(
  • haha no Data :(
  • wow no Data :(
  • traurig no Data :(
  • wütend no Data :(
  • love it
  • haha
  • wow
  • traurig
  • wütend