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Dukas

Weshalb wir Ugg-Boots lieben – oder hassen

von Friday Magazine

16 JANUAR 2019

Fashion

Vergangenes Wochenende wurde Rihanna mal wieder mit Uggs an den Füssen gesichtet. Bei den Redaktorinnen Gloria und Gina hat dieser Anblick für sehr unterschiedliche Reaktionen gesorgt.

PRO Uggs:

Gloria

Redaktorin und Online-Blattmacherin

Uggs sind wie Mini-Sofas für die Füsse.

Versteh mal einer die Mode. Für ugly Sneaker von Balenciaga soll ich 800 Franken hinblättern, aber ugly Uggs gehen gar nicht? Dass Ugg-Boots hässlich sind, bestreitet ja keiner. Daher rührt schliesslich ihr Name. Neuere Modelle in Discokugel-Paillettenoptik, mit kitschigem Strassstein oder Girlie-Schleife kommen direkt aus der Hölle, da stimme ich zu.

Aber: Ugg-Hater hatten halt ziemlich sicher noch nie welche an. Denn mit Uggs zu laufen fühlt sich an, als hättest du zwei kuschlige Mini-Sofas an deinen Füssen – und das all day long! Man muss sie ja nicht gleich zu Leggings und Schlabberlook kombinieren oder, wie damals Sienna Miller, ans Festival anziehen.

Kein anderer Stiefel hält die Füsse dermassen warm, ohne dass man dabei zu schweisseln beginnt. Vorausgesetzt, man trägt das hochwertige Original-Modell und keine Billig-Nachahmung, bei der man mit dem Fuss neben der Schuhsohle herläuft.

Uggs versprühen selbst beim Winterspaziergang oder Wocheneinkauf australischen Surfer-Vibe. Ursprünglich trugen sie nämlich Wellenreiter aus Down Under, um ihre Füsse im Nullkommanix aufzuwärmen.

Wie oft hat Rihanna in der Vergangenheit erst für Kopfschütteln gesorgt, um daraufhin einen Trend zu definieren? Als der Fischerhut zurück war, haben schliesslich auch alle zuerst die Augen verdreht. Liebe RiRi, ich setze auf dich!

Falls Ugg Boots kein grosses Fashion-Comeback feiern werden: auch okay. Meine Uggs machen sich nämlich auch toll als Finken. Und das sogar ganzjährig.

CONTRA Uggs:

Gina

Redaktorin und Social Media Editor

Beim Anblick schreit die Orthopädin in mir.

Sie tragen Leggings und Extensions, die sie mit dem Glätteisen lang gezogen, und mit grosser Anstrengung in die mit Fellkragen bezogene Kapuze gesteckt haben: Frauen, die Ugg-Boots lieben.

Ich kann mir nicht helfen – sobald ich sie irgendwo sehe, tun sich in meiner Seele tiefe Abgründe auf. Ugg-Boots sind für mich der Inbegriff von Resignation: Denn selbst Bad-Ass-Frauen wie Rihanna verwandeln sich mit den klumpigen Kartoffel-Puschen an den Füssen in augenscheinlich anspruchslose Personen, die nicht mehr vom Leben wollen, als Frappuccino trinkend ins Büro zu schlurfen.

“Anspruchslos?!”, höre ich die Yeti-Jüngerinnen schon schnaubend aufschreien, erklärend, dass sie sehr wohl Ansprüche hätten: Warm und weich müsse es an den Füssen sein – und keiner könne das so gut wie ihre geliebten Uggs. Ihr wollt es warm? Kauft euch Thermosohlen. Ihr wollt es flauschig? Besorgt euch Kaschmir-Socken.

Apropos Socken: Mir kam zu Ohren, dass Ugg-Trägerinnen diese des Öfteren für unnötig halten. Eventuell weil sich das Gerücht der nicht existierenden Stinkefüsse trotz 700 Grad heissen Latschen hartnäckig hält. Lasst euch eines sagen: That’s not true. Ich hätte im Flugzeug schon zwei mal beinahe das Bewusstsein verloren, als meine Sitznachbarinnen sich von ihren Bigfoot-Stumpen befreit haben.

Dann diese nach innen krumm-abgelaufenen Sohlen. Leute, reisst euch zusammen! Jedes Mal wenn ich euch so hilflos watscheln sehe, kriegt die Orthopädin in mir einen Schreianfall.

Ich habe nichts gegen bequeme Schuhe. Aber bitte sucht euch doch ein Modell, das nicht so aussieht, als hätte Frankenstein eine Ente auf einsame Mission in die Antarktis geschickt.

Habt ihr auch Uggs zu Hause?

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