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Wer ist im Team Emily Ratajkowski?

von Irène Schäppi

6 JULI 2018

Entertainment

Emily Ratajkowski polarisiert: Viele Follower finden es mutig, wie sie als Social-Media-Powergirl mit Nackt-Selfies ihre Sexualität feiert. Andere wiederum nervt es, dass sie sich dabei als Feministin bezeichnet. Eine Analyse.

Die News, dass Schauspielerin und Model Emily Ratajkowski Anfang März von der University of Southern California den Inspire Award erhalten hat — ein Preis, der an Frauen verliehen wird, die sich durch besonders mutige und inspirierende Aktionen auszeichnen –, ist nicht wirklich bis zu uns durchgedrungen. Stattdessen wird alles andere, was Emily Ratajkowski tut, sofort heiss diskutiert.


Für ihre Blitzhochzeit mit dem US-Schauspieler und Produzenten Sebastian Bear-McClard im Februar etwa gabs für die 28-Jährige viele Jubel-Comments, aber auch viel Häme. «Wow, ich gebe denen drei Wochen», hiess es da unter anderem. ­Emrata, wie sich die ­Kalifornierin auf Instagram für ihre aktuell 18 Millionen Follower nennt, polarisiert. Auch bei uns im Team. Sobald in unseren Redaktions­sitzungen ihr Name fällt, beginnen manche genervt mit den Augen zu rollen, andere sind von ihrem Style begeistert. Neu­trale Meinungen zu Emily gibts keine.



Sie ist total unverkrampft nackt



Den Durchbruch hat die Tochter eines Künstlers und einer Literatur-Professorin 2013 dank Robin Thickes Video «Blurred Lines» geschafft. Darin tänzelt Emily, nur mit einem Nude-Slip und Plateau-Sneakers bekleidet, sexy um den Sänger herum. Sie und ihre vollen Brüste sind seither weltberühmt. Was natürlich auch an ihren vielen freizügigen Posts auf Social Media liegt. Seit Anfang Jahr hat Emily insgesamt 18 Oben-ohne-Fotos gepostet, Tendenz steigend. Ihr ziemlich unverkrampfter Umgang mit Nacktheit kommt nicht von ungefähr: Emratas Familie verbrachte die Ferien an Nacktstränden in Europa, und auch in der Kunst ihres Vaters John David sind weibliche Körper kein Tabu.

1 Credit Instagram Emrata

Instagram_emrata

Ihre Auftritte in Filmen wie David Finchers «Gone Girl» von 2014 oder aktuell in «I Feel Pretty» an der Seite von US-Comedystar Amy Schumer gehen bei so viel geballter Insta-Sexyness ein bisschen unter. Oder sind nur dann ein Thema, wenn es darum geht, Emily wieder mal als Hot Chick zu feiern. Emratas perfekter Körper, ihre vollen Lippen und ihre Brüste machen es einem schwer, sie sich als Charakter-Darstellerin vorzustellen.


Und so geht es für manche auch nicht auf, dass sich Emily Ratajkowski mit ihren blutten Aktionen auf Instagram als Feministin positioniert. Denn: So viel Sexyness könne nicht feministisch sein. Manche sprechen sogar von Pornografie. Andere werfen der Schauspielerin Pseudo-Engagement und Opportunismus vor – darunter Andi Zeisler, Autorin von «Wir waren doch mal Feministinnen», die in einem Interview mit Friday gar nicht gut auf Emily zu sprechen war: «Würden sie und Kim Kardashian ihre Selfies als Akt des Feminismus verkaufen, wenn er gerade nicht cool wäre?»



Ihr seid im Team Emily


Warum finden es viele nicht okay, wenn sich Frauen sexy zeigen und sich gleichzeitig Feministin nennen? «Feministinnen hatten im Kampf gegen das Patriarchat ein Problem mit weiblicher Sexualität. Aber ich finde, dass Frauen heute ihre Sexualität nicht verneinen sollten», sagt Emily in einem Interview mit «Allure». Ihre erotische Selbstdarstellung rechtfertigt sie so: «Es geht darum, meine Sexualität so zu leben, wie ich es für gut befinde, und das auch zu feiern. Das sollte in unserer Gesellschaft eigentlich kein Thema mehr sein.»


Das sehen die Friday-Leserinnen ähnlich. In einer Umfrage, die wir auf Insta und Facebook machten, diskutierten viele Emily-Fans mit: «Warum soll sie keine Feministin sein können? Geht es nicht gerade auch darum, dass jeder Mensch das tun kann, was er/sie will? Ohne gesellschaftliche Hürden? Also etwa, sich freizügig zu zeigen?» Emilys Aufgabe sei es, uns Mut zu machen, schreibt eine andere Leserin. Genau das hat Emily schon mal in einem Interview erwähnt: «Ich will, dass Frauen sehen, dass du alles sein kannst, was du willst. Sei dabei so bestimmt, wie du sein willst.» Social Media sieht die Schauspielerin als perfektes Tool dafür: «Ich bin Teil eines Feminismus, der das Internet für seine Belange benutzt», sagt Emily. Das passt zu der bewiesenen Hashtag-Kraft der #MeToo-Bewegung. Und macht Sinn in einer Zeit, in der Social-Media-Stars wie Kylie Jenner Megaplayer wie Snapchat mit einem einzigen negativen Comment in die Bredouille bringen können.


Trotzdem oder genau deswegen wünschen sich einige Friday-Leserinnen, Emily Ratajkowski würde ihre Social-Media-Power öfter dafür nutzen, eine andere Seite von sich zeigen. Also mehr Inhalt zu liefern, als nur perfekt inszenierte und eben sehr nackte Bilder zu posten. Weshalb wir nichts von der Auszeichnung einer international bekannten Uni mitbekommen haben? Emily hats auf Insta schlichtweg nicht erwähnt.

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