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Welche Badi-Bakterien uns wirklich etwas anhaben können

von Gina Buhl

1 AUGUST 2018

Health

In Badis lauern ziemlich viele Bakterien. Die meisten sind komplett ungefährlich – doch manche können Krankheiten auslösen. Ein Überblick.

Wer in den letzten Tagen mal im Freibad vorbei geschaut hat, wird es höchstwahrscheinlich bemerkt haben: Es ist voll da. Das Problem: Die Wasserqualität in den Schwimmbecken leidet ziemlich unter dem grossen Ansturm, wie die "Sonntagszeitung" berichtet hat.

Bereits im vergangenen Jahr hätten die Badewasserinspektoren in Hunderten Schweizer Becken Spuren von Urin, Fäkalien und weiteren Krankheitserregern gefunden, so der Artikel. Kein Wunder: Besonders an heissen Tagen fühlen sich die Keime im seichten Wasser pudelwohl und die Kombi aus Menschen und feuchter Umgebung bilden einen idealen Nährboden für etliche Schwimmbad-Infektionen. In diesem Jahr würden die Experten sogar mit noch höheren Keim-Werten rechnen.

Wir haben euch die wichtigsten Keim-Infos zusammengefasst.

  • Escherichia Coli
    Fahrt ihr mit Bauchschmerzen nach Hause oder bekommt sogar Durchfall, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Coli-Bakterien die Ursache. Sie gelangen – Achtung, jetzt wirds kurz eklig – durch Fäkalienreste, die sich an Badegästen befinden, ins Wasser. Auch Scheideninfektionen oder Blasenentzündungen können durch sie ausgelöst werden. Vor dem Baden also gründlich duschen (und hoffen, dass das auch alle anderen tun) und nach dem Baden das Höschen wechseln. In feuchter Umgebung vermehren sich die Keime nämlich umso schneller.
  • Chlamydien
    Von Chlamydien haben sicher die meisten im Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten gehört. Einer Unterart dieser Bakterien haben wir aber auch Bindehautenzündungen zu verdanken. Schuld daran ist das im Wasser enthaltene Chlor, das unsere Augen anfälliger für Infektionen macht. Gelangt das Bakterium durch eine mit Chlamydien infizierte Person ins Wasser, kann also eine Augeninfektion entstehen. Aber keine Panik: Die Geschlechtskrankheit könnt ihr euch nicht übers Badewasser holen, sondern ausschliesslich beim Sex.
  • Pseudomonas aeruginosa
    Dieses Bakterium, das sich besonders gern auf Gegenständen wie Waschbecken oder Wasserhähnen ansiedelt, kann euch wirklich nur etwas anhaben, wenn ihr zum Zeitpunkt des Planschens ein geschwächtes Immunsystem habt. Seid ihr nicht ganz auf der Höhe, können diese Pseudomonas-aeruginosa-Bakterien aber Ohrenentzündungen verursachen. Als Vorsichtsmassnahme nach dem Planschen die Lauscher also gründlich mit Leitungswasser ausspülen.
  • Molluscum contagiosum
    Fies: Die Bakterien sorgen ein paar Wochen nach dem Badi-Besuch für ansteckende Warzen auf der Haut, wenn sie durch eine infizierte Person ins Wasser befördert werden. Die Warzen sind zwar ungefährlich, aber nicht besonders angenehm. Trockene Haut schwemmt im Wasser übrigens mehr auf und wird anfälliger für diese Bakterien. Also immer schön eincrèmen!
  • Trichloramin
    Ins Wasser pinkeln ist ja nicht so schlimm, oder? Oh doch. Es ist nicht nur eklig, sondern auch ungesund, wie Forscher aus China und den USA in Versuchen zeigen konnten. Wenn Urin und Chlor aufeinander treffen, reagieren sie miteinander. Dabei entstehen Stoffe wie Trichloramin und Chlorcyan – und die können in hoher Konzentration Augen und Lunge reizen. Übrigens: Je stärker der Chlorgeruch, desto höher die Pinkel-Konzentration im Wasser. Lecker.
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