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Darum haben wir an Weihnachten so grosse Lust auf Sex

von Gina Buhl

25 DEZEMBER 2019

Life

Laut einer Studie haben an Weihnachten ziemlich viele Menschen ziemlich grosse Lust auf Sex. Eine Sexualtherapeutin erklärt, warum das so ist.

In über 130 Ländern werden jedes Jahr im September die meisten Babys geboren – während der Weihnachtstage sind viele Paare also ganz besonders paarungsfreudig. Das haben Wissenschaftlerinnen der Indiana University und des Instituto Gulbenkian de Ciência in Portugal 2018 herausgefunden. Für die Studie untersuchten sie Suchanfragen und Tweets in der Weihnachtszeit. Das Ergebnis: Themen rund um Sex weckten bei den Menschen ein besonders grosses Interesse – und das hatte Konsequenzen.

Kann man das mit dem Fest der Liebe also wirklich wörtlich nehmen? Wir haben bei der Sexual- und Paartherapeutin Ines Schweizer nachgefragt.

Frau Schweizer, wie passt die grosse Lust auf Sex zu Geschenkestress und vollen Bäuchen? Eigentlich gar nicht. Aber Weihnachten bedeutet ja nicht nur Stress. Es ist eben auch die wahrscheinlich romantischste Zeit überhaupt: überall Lichterketten und Kerzen, draussen wird es ruhiger. Die meisten Paare haben Ferien, fahren vielleicht weg. Kurz: Sie haben wieder Zeit, sich aufeinander einzulassen. Das kann die Lust fördern.

Und was ist mit denen, die zu Hause bleiben? Da hängt es sehr von der Familienkonstellation und den Verpflichtungen ab, ob Lust aufkommen kann oder nicht.

Was wäre denn eine Worst-Case-Familienkonstellation für Sex? Besonders schlecht siehts aus, wenn man zwei Kinder hat und die Schwiegereltern in der Nähe wohnen. Das bedeutet, dass man zu beiden Eltern fahren muss, damit die Enkel beschenkt werden können. Wenn die Schwiegereltern dann auch noch getrennt sind und neue Partner haben, kann man von einem sexuellen Super-GAU sprechen. (lacht)

Und wann stehen die Chancen auf Sex besonders gut? Wenn ein Paar frisch verliebt ist und beide über Weihnachten nicht arbeiten müssen. Und wenn die Eltern des Partners nur per Flugzeug erreichbar sind.

Ines Schweizer

Sexual- und Paartherapeutin

"Ganz wichtig sind auch Auszeiten - allein und zu zweit."

Welche Rahmenbedingungen brauchts grundsätzlich, damit Menschen in Stimmung kommen? Ein lustvolles Leben und einen lustvollen Zugang zu sich selbst – und zwar nicht nur auf die Sexualität bezogen. Ich meine damit auch eine Form der Lebenslust: Kann ich Dinge geniessen? Mag ich meinen Körper? Führe ich gute Gespräche mit Freunden? Ganz wichtig sind auch Auszeiten - allein und zu zweit.

Auszeiten? Auf jeden Fall! Damit Lust entstehen kann, braucht es ­regelmässig Zeit für Gespräche, für Ruhe und Intimität, aber auch Raum, um etwas gemeinsam zu erleben. Wenn man sich in solchen Momenten verbunden fühlt, kommt die Lust in der Regel von ganz allein - ausser man hat schon ein vorgängiges Problem in der Beziehung oder der Sexualität.

Den Forschern zufolge gab es in der Weihnachtszeit einen deutlichen Anstieg an Such­anfragen zu Sexthemen. Wie erklären Sie sich das? Ich kenne dieses Phänomen auch aus meiner Praxis: Wenn Weihnachten ansteht, denken viele, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, um der Beziehung, die über das Jahr vielleicht etwas vernachlässigt wurde, wieder mehr Gewicht zu geben. Also durchforsten sie das Internet nach Dessous oder bestellen Toy-Weihnachtskalender.

Ist das mit den Dessous eigentlich eine gute Idee? Kommt sehr auf das Paar an. Meiner Erfahrung nach passt so ein Geschenk vor allem in eine stabile Beziehung. Bei Paaren, die sowieso schon Schwierigkeiten haben, ist es eher heikel. Dann stehen nämlich unausgesprochene For­derungen im Raum, wie "Zieh das jetzt an, damit du mich scharf machst". Und das kann schwierig werden.

Welche Geschenke bringen auf jeden Fall Schwung ins Sexleben? Ein Wellness-Wochenende oder eine Übernachtung in einem Hotel in der Nähe. Massageöle sind auch eine prima Idee. Oder ein romantisches Dinner. Grundsätzlich ist es wichtig, dass man das Zusammengehörigkeitsgefühl, also die Intimität, mit gemeinsamer Zeit kombiniert. Und dass man die Familie entsprechend organisiert.

Um noch mal auf die Sache mit den vollen Bäuchen zu kommen: Gibts eine Stellung, die auch nach der dritten Runde Fondue funktioniert? Doggy Style oder ein Hand-Job wären was. Oder man machts einfach im Stehen. (lacht)

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