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Was tun, wenn das Studium zu Ende ist?

von Roberta Fischli

14 DEZEMBER 2018

So studierst du richtig

Studieren macht riesigen Spass. Doch nach der Absolventenfeier wartet die Arbeitswelt – und für viele die Erkenntnis, dass sie zwischen Partys und Kaffeepausen besser ein paar Dinge beachtet hätten. Wir sagen dir, welche.

Vergiss die Auszeit. Erstmal gilt: Dranbleiben!

Viele machen nach dem Studium erstmal Pause. «Doch der Abschluss ist strategisch gesehen der ungünstigste Moment, um die Berufsfrage aufzuschieben und erstmal nach Südostasien abzuhauen», sagt Sandra Läderach von den Career Services der Universität Zürich. Denn nach drei Monaten Auszeit ist die Jobfrage noch immer nicht geklärt, das Geld aufgebraucht, die Disziplin der Abschlussprüfungen schon lange weg – und die Panik ruft. Du fährst viel besser, wenn du dir schon gegen Ende des Studiums deine Gedanken machst, wie es beruflich für dich weitergehen könnte. Denn vom Zeitpunkt der ersten Bewerbungen bis zum ersten Job dauert es erfahrungsgemäss mehrere Monate, sagt Läderach. Höchste Zeit also, dich vor dem Ende des Studiums mit der Zukunft auseinanderzusetzen.

Hol dir professionelle Unterstützung

Ein Blick auf die Jobportale und dir wird schwindelig – wie sollst du dich da je bewerben? Der Arbeitsmarkt hat seine eigene Logik und seine eigene Sprache. Orientierungshilfe bieten spezialisierte Stellen, die auf den gelungenen Übertritt in die Arbeitswelt spezialisiert sind und dir dabei helfen können, deine Talente und Fähigkeiten richtig zu erkennen und zu präsentieren. Fast jede Hochschule hat eine Beratungsstelle, die Studierende oder Absolventen bei diesen Fragen unterstützen. Bei diesen Gesprächen bist du selber gefordert: Die Karriereberater sind keine Hellseher. Sie sehen oft mehrere Leute pro Tag und können nur mit dem Material arbeiten, das du ihnen zur Verfügung stellst. Je besser du vorbereitet bist, desto mehr wirst du für dich aus dem Gespräch rausholen.

Aktiviere dein Netzwerk

Vitamin B kann entscheidend sein bei der Jobsuche. Und das muss nichts Schlechtes sein. Es muss schliesslich nicht immer Papa sein, der für dich bei seinem alten Kumpel anruft. Du kannst dir dein Netzwerk auch selber aufbauen. Wenn du dich während des Studiums in Organisationen oder Studierendenvereinigungen engagiert hast, kannst du jetzt dieses Netzwerk nutzen, um deinen Lebenslauf breit zu streuen.

Werde Kreativ

Jetzt ist Eigeninitiative gefragt! Du kannst natürlich auf den Anruf des Headhunters warten, der dir deine Traumstelle anbietet. Oder du bewirbst dich einfach selber drum. Blindbewerbungen sind ein gutes Mittel, um dich sichtbar zu machen. Denn es gibt immer wieder Unternehmen, die vielleicht nicht aktuell eine Stelle zu besetzen haben, aber intern eine Liste mit interessanten Kandidaten führen. Und da willst du drauf! Aber aufgepasst: Erfolgreiche Blindbewerbungen müssen in der Regel noch besser sein als Reguläre, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Wenn dir das aber gelingt, ist dir das Augenmerk des Stellenverantwortlichen sicher. Ausserdem kannst du dir mit einem eloquenten Schreiben und einem sauberen Dossier schon dreifach punkten: Mit Hartnäckigkeit, Mut, und Eigeninitiative. Ein guter erster Eindruck kann dir noch Jahre später zugutekommen.

Bewirb dich richtig

Dein Lebenslauf ist deine Visitenkarte bei der Jobsuche. Umso wichtiger, dass diese professionell daherkommt.

  • Bewerbungsfoto: Egal, wie gut du darauf aussiehst: Ferienfotos oder Schnappschüsse gehören auf keinen CV. «Ein Lebenslauf-Foto muss professionell daherkommen», sagt Läderach, «und wenn das nicht vorhanden ist, besser weglassen.»
  • Chronologie: Klingt einfach, wird aber von vielen falsch verstanden. Der Ablauf des Lebenslaufs erfolgt in der umgekehrten Reihenfolge. Wer deine Bewerbung liest, will wissen, wo du jetzt stehst – wo du die Matura gemacht hast, gehört an den Schluss.
  • Fähigkeiten: «Studenten unterschätzen sich oft selbst», sagt Sandra Läderach. «Jeder Job bringt Qualifikationen mit sich.» Wichtig ist es, diese auch herauszuheben. Liste konkret auf, welche Aufgaben zu deinem Job gehört haben. Es muss nicht immer fancy sein. Auch ein Studi-Job an der Migros-Kasse befähigt dich in vielerlei Hinsicht: Du bist geschult in Kundenkontakt, kennst dich aus bei Beratung, Kassenabrechnungen und im Verkauf, bist teamorientiert und belastbar, und so weiter.
  • Sprachkenntnisse: Sprachkenntnisse machen einen guten Eindruck auf einen potentiellen Arbeitgeber. Vorausgesetzt, sie stimmen. Wenn du dir sehr gute Französischkenntnisse und fliessendes Italienisch zuschreibst, musst du damit rechnen, dass dies abgefragt wird. Besser ehrlich bleiben und im Zweifelsfall anbieten, einen Sprachkurs zu besuchen.
  • Länge: Beim Lebenslauf ist es wie beim Filmeschauen: Länger ist nicht unbedingt besser. Ein Lebenslauf sollte maximal zwei Seiten lang sein. Mit einem raffinierten Layout kriegst du das auch mit 5 Praktika und zwei Auslandaufenthalten hin.
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