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Was taugen Vitaminsprays wirklich?

von Anaïs Rufer

19 DEZEMBER 2019

Health

Alternativ zu Kapseln gibts neu auch vitaminhaltige Sprays zu kaufen. Wir haben bei einer Expertin nachgefragt, was sie bringen.

Ein Sprühstoss in den Mund und schon soll der Körper mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt werden. Hochkonzentrierte Vitamine aus dem Sprüh-Fläschli, wie sie neuerdings etwa das Schweizer Start-Up Oliq vertreibt, sollen wirksamer als Brausetabletten und Kapseln sein – angeblich kann der Körper die Inhaltsstoffe bis zu fünfmal besser aufnehmen.

Je nach Zusammensetzung versprechen die Vitaminsprays schönere Haut, bessere Konzentration und ein stärkeres Immunsystem. Wir haben bei Ernährungsberaterin Beatrice Liechti nachgefragt, was sie wirklich taugen.

Qualität und Konzentration entscheidend

"Um zu beurteilen, ob die Sprays das bringen, was sie versprechen, oder ob es sich vor allem um cleveres Marketing handelt, muss man die Qualität der Mischung und die Konzentration an Vitaminen berücksichtigen", sagt die Expertin.

Dass die Vitaminaufnahme via Spray unter Umständen einfacher sei, bestätigt Beatrice Liechti: "Es gibt Studien, die belegen, dass gewisse Vitamine wie Vitamin D und B12 besser über die Mundschleimhaut aufgenommen werden." Etwa durch einen Spray oder eine Lutschtablette.

Vitaminsprays sind im Verhältnis teuer

Je nach Zusammensetzung können die Nahrungsergänzungsmittel in Sprühform also durchaus was bringen. Bei den Sprays, die für innere Balance sorgen sollen, ist die Expertin allerdings kritisch: Von so gering dosierten Zusatzstoffen könne nicht erwartet werden, dass sie einem helfen, ruhiger und gelassener zu sein. Sie fügt an: "Das hat vor allem mit der Psyche zu tun."

Dazu kommt: Im Vergleich zu Kapseln, deren Inhaltsstoffe erst im Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, sind Vitaminsprays eher teuer. Es konnte allerdings nachgewiesen werden, dass 40 Prozent der Menschen Mühe haben, Tabletten zu schlucken – für sie könnten die Sprays praktisch sein.

Die Expertin betont, dass Nährstoffzusätze keine ausgewogene Ernährung ersetzen würden. "Gegebenenfalls und mit Absprache einer Fachperson kann eine Anwendung durchaus sinnvoll sein. Das heisst aber nicht, dass man auf jeden Marketing-Gag aufspringen sollte."

Beatrice Liechti ist Ernährungsberaterin BSc und Inhaberin von cleveress in Solothurn (cleveress.ch).

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