Souverän-am-Telefon
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Mit diesen Tricks wirkst du am Telefon souverän

von Gina Buhl

8 APRIL 2019

Job & Budget

Wenn das Telefon klingelt, kriegst du Schweissausbrüche? Arbeitspsychologin Norina Peier gibt Tipps für sicheres Auftreten am Hörer.

Macht sich in dir auch immer ein ungutes Gefühl breit, sobald im Büro dein Telefon klingelt? Würdest du lieber 4539 Mails schreiben, statt einmal zum Hörer zu greifen? Na dann Glückwunsch! Du bist ein richtiger Millennial.

Wie aktuelle Zahlen des Schweizer Media Use Index belegen, sind nämlich besonders die unter 35-Jährigen von akuter Telefon-Unlust betroffen: 2016 schaffte es das Telefonieren bei den 14- bis 35-Jährigen nicht einmal mehr unter den Top 5 der Aktivitäten auf dem Smartphone. Die vorderen Plätze belegen Nachrichten schreiben, Surfen und Mailen. Auch am Arbeitsplatz ist die Kommunikation via Mail bei dieser Altersgruppe am beliebtesten.

Hasst du es auch, zu telefonieren?

2270 Votes
  • Ja. Ich hab schon schwitzige Hände, wenn ich nur daran denke. 18%
  • Kommt drauf an, wen ich am Hörer hab. 43%
  • Nein, ich hab absolut kein Problem damit! 38%

Ist Kontrolle wirklich alles?

"Die meisten ziehen Mails dem Telefonieren vor, weil sie die Kommunikation so besser kontrollieren können", sagt auch Arbeitspsychologin Norina Peier. "Das zeitversetzte Schreiben verschafft mir Reaktionszeit. Am Telefon muss ich viel direkter und schneller sein – tatsächlich verunsichert das sehr viele." Ausserdem, so die Expertin, lesen wir bei unserem Gegenüber viel aus der Körpersprache – und die fällt am Telefon weg. Mit fremden Menschen so Kontakt aufzunehmen, scheint anfangs also wesentlich schwieriger.

Und jetzt? Telefon ausstecken oder schreiend aus dem Büro rennen, sobald es klingelt? Nicht nötig! Mit diesen Tipps der Kommunikations-Expertin schafft ihr es, die nächsten Telefonate souverän zu meistern.

  • Nehmt das Telefonat so ernst wie ein Meeting
    Viele telefonieren zwischen Tür und Angel, tippen nebenher noch auf der Tastatur rum und wundern sich dann, wenn das Gespräch unkoordiniert oder anstrengend wird. Die Expertin rät: "Behandelt ein Telefonat wie ein Meeting im echten Leben und vereinbart, wenn möglich einen Termin. Sucht euch dann einen geschützten Raum, in dem ihr euch wohlfühlt – alles andere lenkt zu sehr ab."
  • Bereitet euch vor
    Ihr macht euch Sorgen, dass ihr am Telefon nicht spontan reagieren könnt? Dann bereitet euch einfach so gut es geht darauf vor: "Überlegt vor einem Gespräch wie lange es dauern soll. Fragt euch, was die Motivation des Gegenübers für das Gespräch ist. Wie ist der Gesprächspartner grundsätzlich drauf? Wie ist er oder sie zum Thema eingestellt? Welche Erwartungen, Wünsche und Ziele hat er oder sie?" Macht euch ruhig auch ein paar Notizen.
  • Lächelt zum Gesprächseinstieg
    Beim Telefonieren liegt die volle Aufmerksamkeit auf unserem paraverbalen Kommunikationsmedium, der Stimme: Tempo und Pausen, Lautstärke, Tonlage, Geräusche und Betonung werden viel mehr wahrgenommen. "Zum Einstieg ins Gespräch empfiehlt es sich erst einmal zu lächeln. Denn wer lächelt, hat eine höhere Stimme – und das wird beim Beziehungsaufbau als positiv wahrgenommen", erklärt Norina Peier.
  • Achtet auf eure Stimmführung
    Apropos Stimme: Wenn ein gutes Zusammenspiel zwischen der emotionalen und der sachlichen Stimmlage vorherrscht, wirkt ein Gesprächspartner souverän. Helfen kann es, wenn ihr folgende Stimmführung im Kopf behaltet: "Die Obertöne, in denen dunkle Vokale aufgehellt werden, nutzt ihr für positive Mitteilungen. Die Indifferenzlage (die natürliche Sprechstimme) ist für Sachinformationen da. Die Brustresonanz, in der die Stimme dunkler und vertrauensvoller klingt, zum Beruhigen und Überzeugen einsetzen.
  • Setzt euren Körper ein
    Wenn ihr ein wichtiges Gespräch habt, und euch zusammengekauert auf den Stuhl setzt, wird sich das auch in eurer Stimme bemerkbar machen: Ihr klingt lasch. Norinas Tipp: "Stellt beide Beine fest auf den Boden – oder steht vielleicht sogar auf. So könnt ihr den ganzen Körper beim Sprechen einsetzen. Euer stabiler Stand und die natürlichen Bewegungen helfen euch, souverän zu sein – und auch dein Gesprächspartner wird eure Entspanntheit bemerken.
  • Glaubst ihr nicht?
    Hier kommt der wissenschaftliche Beweis: Nach zwei Minuten Power-Posing (Schultern nach hinten, aufrechter Stand) steigt der Testosteronspiegel stark an und der Cortisolwert sinkt. Bei Low Posen (also eingeknicktem Sitzen) sinkt der Testosteronspiegel und der Cortisolwert steigt. Menschen mit einem Hohen Testosteron und einem tiefen Cortisolwer sind selbstbewusster, risikofreudiger und stressresistenter. Es lohnt sich also.
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