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Deutschland senkt endlich die Tampon-Steuer

von Anaïs Rufer

8 NOVEMBER 2019

Life

Am Donnerstagabend hat der deutsche Bundestag entschieden, die Mehrwertsteuer auf Menstruationsprodukte anzupassen. Wurde auch Zeit!

Ab Anfang 2020 werden in Deutschland Tampons, Binden und Menstruationstassen nicht länger mit einem Steuersatz von 19 Prozent, sondern nur noch mit 7 Prozent versteuert. Das hat der Bundestag am Donnerstagabend entschieden.

Der Steuersatz von 19 Prozent wird umgangssprachlich auch als Luxussteuer bezeichnet. Während Hundefutter und Schnittblumen in Deutschland bisher mit nur 7 Prozent besteuert wurden, galten Monatshygiene-Produkte als Luxusgut. Nur ist die Periode halt eben wirklich kein Luxus.

Zwei Petitionen gegen Diskriminierung

Die deutschen Studentinnen Yasemin Kotra und Nanna-Josephine Roloff haben 2018 eine Online-Petition lanciert, die über 180'000 Menschen unterschieben haben. Die Initiantinnen argumentieren, dass die hohe Besteuerung eine finanzielle Diskriminierung von Frauen darstellt – welche das Gesetz eigentlich nicht erlaubt.

Anfang diesen Jahres folgte unter dem Namen #KeinLuxus eine zweite Petition des Jugendmagazins "Neon" in Kooperation mit der Kondommarke "Einhorn" mit dem selben Ziel. Die Forderungen fand über 81'000 Unterstützende, darunter auch viele deutsche Prominente, die sich jetzt über den Erfolg freuen.

Auch in der Schweiz ein Thema

In Ländern wie Kenia, Kanada, Kolumbien, Australien und Indien wurde die Tamponsteuer mittlerweile komplett abgeschafft und in Frankreich, Grossbritannien und Spanien wurden die Steuern immerhin bereits gesenkt. Hierzulande ist der Steuersatz auf Hygieneartikel nicht ganz so hoch wie in Deutschland. Schweizerinnen bezahlen trotzdem aktuell 7,7 Prozent Mehrwertsteuer auf Tampons und Co., während Viagra und Kaviar mit nur 2,5 Prozent besteuert werden.

Darum ist die Besteuerung von Damenhygieneartikeln auch in der Schweizer Politik immer wieder ein Thema: Diesen Februar wurde ebenfalls eine Petition namens "Bloody Unfair" lanciert. Ziemlich treffend der Name, nicht? Die Petition wurde am Frauenstreik vom 14. Juni ans Parlament übergeben. Mal sehen, ob die Schweiz bald nachziehen wird.

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