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Surferinnen erhalten bald gleich viel Preisgeld wie Surfer

von Alisa Fäh

7 SEPTEMBER 2018

Life

Nach grosser Kritik an den Prämien zweier Nachwuchstalente hat der internationale Surfverband beschlossen, dass Frauen und Männer an Wettkämpfen gleich viel Geld gewinnen sollen.

Bisher bekamen Frauen und Männer beim selben Surf-Wettkampf unterschiedliche Preisgelder – das soll sich jetzt ändern. Die World Surf League (WSL) hat entschieden: Surferinnen erhalten ab 2019 den gleichen Geldbetrag wie ihre männlichen Kollegen. Und das nicht nur bei den richtig grossen Wettbewerben, sondern bei jeder Veranstaltung, die von der WSL kontrolliert wird.

Die WSL reagiert damit auf die Kritik, die ein Bild von zwei Nachwuchstalenten im Juni ausgelöst hatte: Die beiden nahmen am Ballito-Pro-Surf Contest teil – am gleichen Strand, zu gleichen Bedingungen. Der einzige Unterschied: Der Indonesier Rio Waida erhielt 8000 Südafrikanische Rand (etwa 500 Franken) für seinen Sieg – die Südafrikanerin Zoe Steyn bekam nur 4000 (etwa 250 Franken).

"Wir wollen Frauen-Surfing mehr wertschätzen"

In den sozialen Medien war man sich einig: Ungleiche Bezahlung für gleiche Leistung ist Sexismus – Gerechtigkeit sieht anders aus. Die Begründung des Veranstalters für die unterschiedliche Vergütung: Das Preisgeld berechne sich danach, wie viel Konkurrenz sich angemeldet habe. Anscheinend meldeten sich deutlich weniger Frauen als Männer zum Contest an. Sie hätten es dadurch leichter, den ersten Platz zu machen.

Trotzdem zeigte sich der Veranstalter Ballito Pro einsichtig und bat die WSL, das Konzept noch einmal zu überdenken. Mit Erfolg – WSL CEO Sophie Goldschmidt gab kurz darauf bekannt: "Wir wollen Frauen-Surfing mehr wertschätzen. Wir freuen uns sehr darauf, dieses Versprechen in der nächsten Saison einzulösen und gleiche Löhne auszuzahlen."

Die Surfwelt jubelt

Der Entscheid macht die Word Surf League zum Vorreiter in Sachen Gleichstellung in der Sportbranche. Die WSL ist nämlich der erste globale Sportbund mit Sitz in den USA, der die gleiche Bezahlung einführt.

Die Surfwelt reagiert darauf euphorisch: Star-Surfer Kelly Slater schreibt auf Instagram, dass dies ein erster wichtiger Schritt sei – nicht nur für Sportlerinnen, sondern auch für alle anderen Frauen weltweit: Sie sollen für die gleiche Arbeit endlich genau so gut bezahlt werden wie Männer.

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