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Stress macht wirklich graue Haare

von Gloria Karthan

24 JANUAR 2020

Health

Forschende haben erstmals beweisen können, dass wir tatsächlich graue Haare bekommen, wenn wir gestresst sind.

"Schalt lieber einen Gang runter, sonst bekommst du noch graue Haare!" Hat euch das auch schon mal jemand gesagt? Dass an dem platten Spruch wirklich was dran ist, wurde nun erstmals in einer Studie bewiesen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Harvard University haben bewiesen, dass starker Stress die Haare ergrauen lässt.

Das Team um Ya-Chie Hsu, Professorin am Department für Stammzell- und regenerative Biologie, fand bei Versuchen an Mäusen heraus, dass die Ausschüttung von Noradrenalin bei Stress spezielle Stammzellen des Haarfollikels dauerhaft ausschalten kann. Fehlen sie, gibt es dort dann auch keine Zellen mehr, die den Farbstoff Melanin produzieren. Daraufhin ergrauen die Haare – denn alles, was dann nachwächst, ist farblos.

Schaden ist für immer

"Mir war schon vor Beginn unserer Untersuchungen bewusst, dass Stress schlecht für den Körper ist. Aber der Effekt, den wir gefunden haben, war stärker, als ich erwartet hatte", sagt Ya-Chieh Hsu im Fachmagazin "Nature". Schon nachdem man die Mäuse wenige Tage unter Stress gesetzt hat, seien alle pigmentbildenden Stammzellen verschwunden. "Sind sie einmal weg, können Pigmente nicht erneuert werden. Der Schaden ist permanent."

Shayla Clark und Christopher Deppmann von der University of Virgina haben, ebenfalls in "Nature", einen Kommentar zur Studie verfasst. Normalerweise würden graue Haare mit dem Alter zusammenhängen und demnach Erfahrung, Führungsstärke und Vertrauen signalisieren.

Ergrauen könnte ganz verhindert werden

"Bei Berggorillas zum Beispiel ergraut der Rücken ausgewachsener Männchen. Es sind diese sogenannten Silberrücken, die eine Gruppe anführen." Die Forschenden mutmassen, dass die grauen Haare eines solchen Tieres ein Zeichen dafür seien, dass es viel Stress ausgehalten habe. Deshalb erhalte es einen höheren Rang in der sozialen Hierarchie, als es sonst für sein Alter üblich wäre.

Ob die Ergebnisse eins zu eins auf Menschen übertragen werden können, muss zwar erst überprüft werden, sei aber sehr wahrscheinlich. Als nächstes stellt die Frage, ob das normale Ergrauen im Alter auf dieselbe Weise funktioniert – einfach viel weniger abrupt. Falls dem so wäre, könnte man laut den Forschenden irgendwann die Nervensignale im Haarfollikel beeinflussen und rauszögern oder sogar ganz verhindern, dass wir Menschen überhaupt graue Haare kriegen.

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