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Stella, du bist mein Girl-Crush Nummer eins!

von Luise Philine Pomykaj

5 JULI 2018

Fashion

Beauty-Praktikantin Luise findet, es ist allerhöchste Zeit, einen Loveletter an Stella von Senger zu schreiben.

Liebe Stella, vor Kurzem hast du mir von der Website der deutschen "Vogue" aus entgegengeblickt. Auf verschiedenen Beautyblogs  finde ich etliche Interviews mit dir und Bilder, auf denen du in den Front Rows grosser Modemarken sitzt. Das wundert mich alles nicht – ich bin schon lange ein riesen Fan von dir.

Dein Insta-Account ist meine tägliche Dosis Inspiration. Mich fasziniert dein Leben: Du bist als Hair- und Make-up-Artist ständig am Set von glamourösen Modeshootings. Aber nicht nur. Du hast nämlich auch gelernt, jemanden so zu schminken, das er aussieht, als sei er gerade von einem Auto überfahren worden oder du kannst eine junge Frau so aussehen lassen wie eine 80-Jährige. Dein Master in "Special Effects", hat dich zum Film gebracht.

Du bist kreativ – und vor allem bist du real: Dank deinen Insta-Storys weiss ich, dass die Outfits, die du trägst meist innerhalb von fünf Minuten entstehen. Du nimmst das, was auf dem Boden liegt, dazu die Jacke deines Boyfriends, deine Céline Bag und die Vintage-Ohrringe deiner Mama. Lange vor dem Schrank stehen und Kleidungsstücke kombinieren, liegt gar nicht drin – denn dein Sohn muss in den Kindergarten. 

Du selbst sagst, du spielst mit Mode. Du kannst aussehen wie eine "middle-aged Hamptons mom" und am nächsten Tag trägst du schwarze Kroko-Overknees. Als Berlinerin bist du eine Grossstädterin, aber am liebsten läufst du in Gummistiefeln durch die Heide. Du kombinierst aber auch die Original-Tweedjacken und Perlenohrringe deiner adeligen Mama mit Nike-Turnschuhen. Mal inszenierst du dich romantisch und siehst dann aus, wie auf einem alten Gemälde, mal supertough mit schwarzen Micro Glasses und Ledermantel, mal leicht vercheckt mit Wuscheljahren. Ach, selbst in grauen Radlerhosen siehst du cool aus – wie machst du das?

Du nimmst dich selbst nicht so ernst, machst Fotos, wenn mal wieder der Inhalt eines Coffee-to-go-Bechers über dein Outfit geleert ist oder wenn du seit zwei Stunden auf dem Beifahrersitz des parkenden Autos sitzt, weil dein Sohn mal wieder unbedingt Fahrer spielen will. Zur Fashionshow von Odeeh nimmst du nicht deine stylische Blogger-Freundin, sondern deine Schwiegermutter mit.

Du bist eine Natural Beauty: Sommersprossen und erdbeerblonde Locken – das ist dein Look, mehr braucht es nicht. Du schminkst dich so gut wie nie. Ich mag auch deine Stimme – sie ist tief und kratzig und bricht wunderbar mit deiner sonst so eleganten Erscheinung. Du sagst, was du denkst – das passt zu deiner Heimat. Wie sagt man so schön: You can get the girl out of Berlin but you can’t get Berlin out of the girl. Dabei hast du schon in Paris, New York und L.A. gelebt.

Für deine kleine Familie bist du wieder nach Deutschland gezogen, sagst, wie schwierig es ist, sie oft daheim zurückzulassen und wie wertvoll die Momente sind, die ihr gemeinsam habt. Oft bleibt dein Boyfriend Cecil Zuhause bei eurem Kind und du postest dann Bilder von ihm in Kochschürze.


Nicht nur Glamour, Fashionshoots und Reise-Pics – auch die anstrengenden Seiten deines Berufs teilst du und bist mir deshalb sympathisch. Am sympathischsten finde ich es aber, wenn du dich selbst auf die Schippe nimmst, deine Follower fragst, ob sie etwas zu deiner Beauty-Routine erfahren wollen – und dann aber schreibst, dass dich das selber, wenn du ehrlich bist, überhaupt nicht interessieren würde. Vielleicht ist gerade das deine Masche. Aber sie funktioniert.

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