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Sonnenschutz für Mensch – und Meer?

von Luise Philine Pomykaj

14 MAI 2019

Beauty

Bei den neuesten Sonnenpflege-Linien bekannter Beauty-Brands fällt vor allem eine Sache auf: Sie alle werben mit dem Verzicht auf bestimmte Inhaltsstoffe – der Umwelt zuliebe.

Bis jetzt sollten vor allem chemische UV-Filter in den Sonnencremes vor Sonnenstrahlen schützen. Nun hat sich jedoch gezeigt, dass die gängigsten Filter – Oxybenzon und Octocrylen – Meereslebewesen erheblichen Schaden zufügen: Durchs Abwasser oder wenn wir eingecremt schwimmen gehen, gelangt Sonnencreme ins Meer und führt dort zum Ausbleichen und Sterben von Korallen. Die Filter schädigen Algen und wirken sich negativ auf das Wachstum von Meeresorganismen aus.

Bis 6000 Tonnen Sonnencreme landen im Riff

Laut einer Studie der Environmental Health Perspectives landen jährlich etwa 4000 bis 6000 Tonnen Sonnencreme in den Korallenriffen der Tropen. "Die Chemikalien sind inzwischen überall in der Natur zu finden, von der Arktis bis hin zu abgelegenen Korallenriffen im Südpazifik", so Craig Downs vom Haereticus Labor in Virginia.

Zeit, zu handeln. Hawaii beispielsweise hat bereits ein Gesetz verabschiedet, das 2021 in Kraft tritt und Oxybenzon und Octocrylen in Sonnenschutzmitteln verbietet. Und nun zieht auch die Beauty-Branche mit: etwa der französische Skincare-Brand Avène, der das "Pur Projet Corail" unterstützt und sich so für das maritime Ökosystem und die Regeneration der Korallen in Indonesien einsetzt. Schädliche Stoffe in der Suncare wurden gestrichen. Stattdessen nutzt der Brand ein System mit silikonfreien, nicht wasserlöslichen Filtern, um biologische Abbaubarkeit zu garantieren.

Auch das Kosmetiklabel Clarins hat reagiert: Marie-Hélène Lair, Leiterin für wissenschaftliche Kommunikation von Clarins, sagt zu Friday: "Unsere Produkte enthalten nur Filter, die durch die europäische Reglementierung zugelassen und für ihre Unbedenklichkeit anerkannt sind." Tests hätten gezeigt, dass die Lebensfähigkeit der Korallen durch die neuen Produkte nicht gefährdet werde.

Das Hautpflegeunternehmen Caudalie verzichtet bei der neuen Sonnenpflegelinie auf chemische Filter und Nanopartikel und setzt auf wasserfeste Formeln ohne wasserlösliche Filter. Zudem soll die Verpackung aus Kunststoff pflanzlichen Ursprungs oder aus recycelbarem Plastik sein.

Mineralisch und ohne Mikroplastik, bitte

In Zeiten wachsenden Umweltbewusstseins mag hinter den erneuerten Suncare-Produkten der Brands sicher auch eine verkaufsfördernde Absicht stecken. Soll uns noch so recht sein – solange mit dem Verzicht auf schädliche Inhaltsstoffe ein Schritt in die richtige Richtung gemacht wird.

Der Naturkosmetik-Brand Eco Cosmetics, der ausschliesslich mineralische Filter für seine Sonnencremes verwendet, bringt es auf den Punkt: "Mit der Nutzung von biologisch abbaubarem, korallenfreundlichem, mineralischem Lichtschutz ohne Mikroplastik setzt man auch ein Zeichen für aktiven Umweltschutz." Spätestens in den Sommerferien können wir das mit der Wahl unserer Beauty-Produkte tun.

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