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Courtesy of "Vogue US"

Mit diesem Cover hats die US-"Vogue" mal wieder verbockt

von Gloria Karthan

14 JULI 2020

Fashion

Olympia-Turnerin Simone Biles ziert die neue Ausgabe der amerikanischen "Vogue". Für die Umsetzung des Covers hagelts auf Twitter Kritik.

Anna Wintour wollte es besser machen: Im Zuge der Anti-Rassismus-Proteste in den USA entschuldigte sie sich vor einem Monat bei ihren Angestellten per Mail. Während der 32 Jahre als Chefredaktorin der US-"Vogue" habe sie sich nicht genug für schwarze Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingesetzt.

Sie gab auch zu, dass die "Vogue" in Sachen Diversity noch Luft nach oben habe: Schwarzen Redaktorinnen und Redaktoren, Fotografinnen und Fotografen und Designschaffenden sei in den letzten Jahren nicht genug Platz eingeräumt worden.

"Ich hasse diese Fotos"

Coverstar der August-Ausgabe ist die amerikanische Turnerin Simone Biles. Doch statt die "Vogue" für das Cover der schwarzen Olympionikin zu feiern, kritisiert die Twitter-Community das Modemagazin für die Umsetzung.

Der Grund? Die Pics seien schlecht bearbeitet und das Licht schmeichle der Hautfarbe der 23-Jährigen ganz und gar nicht. Ausserdem hätte die US-"Vogue" statt Starfotografin Annie Leibovitz einen schwarzen Fotografen oder eine schwarze Fotografin engagieren sollen.

Unter den Kritikerinnen befinden sich auch Profis wie Morrigan McCarthy, Bildredaktorin der "New York Times". Sie verehre Simone Biles und sei begeistert, dass sie auf dem Cover sei. "Aber ich hasse diese Fotos. Ich hasse die Tönung. Ich hasse, wie vorhersehbar sie sind. Ich hasse den Bildausschnitt hier auf Twitter (wtf?). Und am meisten hasse ich, dass die "Vogue" keinen schwarzen Fotografen engagiert hat."

"Annie Leibovitz prahlte mal damit, dass sie eine echte Fotografin sei und es ihr egal sei, auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben", twittert User Behembaba. "Ich denke, sie sollte trotzdem mal ein Handbuch lesen und diese Farbsättigung unter Kontrolle bringen."

Empowering ist anders

Twitter-User David L. Morgan demonstriert mit einem Post sogar, wie man Simone Biles’ Hautton richtig hätte in Szene setzen sollen und bearbeitet das Cover selber nach.

"Was zur Hölle ist das? Annie Leibovitz und Anna Wintour, vielleicht wirds Zeit für euch beide, frischeren Stimmen eine Chance zu geben", twittert Paulina Plazas zu einem weiteren Pic aus dem Shooting, dass alles andere als empowering wirkt.

Andere Userinnen und User nehmen die US-"Vogue" in Schutz. Annie Leibovitz sei bekannt für ihren malerisch wirkenden Stil, der Hauttöne hin und wieder etwas matt wirken lasse. "Die entsättigte Ästhetik gehört zu ihrem Vibe. Ihre Fotos haben nie einen Glow", schreibt Royalphin und teilt Leibovitz-Pics von weissen Celebs wie Channing Tatum, Scarlett Johansson und Anne Hathaway.

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