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Diese Schweizer Frauen sind im vergangenen Jahr für uns alle eingestanden

von Friday Magazine

8 MÄRZ 2020

Life

Zum heutigen Weltfrauentag möchten wir euch acht Schweizer Frauen vorstellen, die uns im letzten Jahr auf ganz unterschiedliche Weise beeindruckt haben.

Heute ist Weltfrauentag. Ein Tag, an dem wir die Stärke, den Einsatz und Mut von Frauen würdigen. An dem wir die zigtausend Dinge, für die Frauen Anerkennung verdienen, ganz besonders hervorheben möchten.

Es ist auch ein Tag, an dem wir euch Schweizer Frauen vorstellen möchten, die uns im vergangenen Jahr durch ihre Worte und Taten bestärkt, inspiriert und beeindruckt haben. Schweizerinnen, die mit ihrem Einsatz die feministische Debatte vorangebracht haben.

To be continued...

Natürlich sollte diese Liste eigentlich endlos lang sein – und wir erheben mit unserer Aufzählung überhaupt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Denn wir wissen, dass es noch sehr, sehr, sehr viele weitere Frauen da draussen gibt, die sich im Grossen und Kleinen dafür einsetzen, dass die Welt eine bessere wird. Hier aber unsere Auswahl:

Morena Diaz

Mit diesem Post macht Morena Diaz am 2. Januar 2020 auf Insta ihre Vergewaltigung öffentlich. Es ist ein Bild das Selbstbewusstsein ausstrahlt, das sich nicht mit den Erwartungen deckt, die wir an Opfer sexueller Gewalt haben. Genau das ist für viele offensichtlich ein Problem: Morena wird vorgeworfen, sie hätte mit ihren Looks eine Vergewaltigung provoziert und wolle jetzt auch noch Mitleid. Doch die Aargauerin zieht sich nicht zurück, sondern kreidet an: das Verhalten des Täters, der Gesellschaft im Umgang mit Betroffenen und das Schweizer Sexualstrafrecht. Wir bewundern ihren Mut, mit dem sie ihr Schweigen gebrochen und ihre Reichweite genutzt hat, um auf diese grossen Baustellen aufmerksam zu machen. Denn so lange so ein Geständnis solche Reaktionen auslösen, sind wir noch lange nicht am Ziel.

Ronja Jansen

Rund vier Wochen nachdem sie zur neuen Präsidentin der Juso gewählt wurde, war Ronja Jansen im Oktober 2019 plötzlich schon wieder in den Schlagzeilen: In der SRF-Sendung "Late Update" wurde die Politikerin von Michael Elsener – in seiner Satire-Rolle als Reporter – "Miss Juso" genannt und als "heiss" bezeichnet. Die Baselbieterin twitterte daraufhin: "Gehts noch, SRF? Wann wird endlich wichtig, was Frauen zu sagen haben, und nicht, wie sie dabei aussehen?" Ronja reichte beim SRF eine Sexismus-Beschwerde ein – und bekam recht.

Simone Rau

Bild Rau
zvg

"Betreibst du gerne Bettsport?", "Was hältst du davon, wenn ich dich packen und von hinten meinen Schwanz in dich rammen würde?", "Du musst wohl mal wieder durchgefickt werden" – Sprüche, die sich Journalistinnen bei ihrer Arbeit anhören müssen. Dass das ans Licht gekommen ist, haben wir der "Tages-Anzeiger"-Reporterin Simone Rau zu verdanken. Sie hat zusammen mit ihrem Team im letzten Jahr mit einer grossangelegten Recherche sexuelle Übergriffe in der Medienbranche aufgedeckt. Die Ergebnisse von #Mediatoo sind alarmierend und traurig – und doch haben sie geholfen, der Sexismus-Debatte einen zusätzlichen Blickwinkel zu verschaffen. Denn auch die, die darüber schreiben, sind betroffen. Und das sollte niemand nicht wissen.

Big Zis

Dass der Hiphop auch in der Schweiz ein Problem mit Sexismus hat, ist offensichtlich. Ende Januar konnten Zuschauerinnen und Zuschauer das live beim Virus Bounce Cypher erleben, als der Aargauer Rapper "24 Dias" seine frauenverachtenden Texte präsentierte. Als der er dafür kritisiert wurde, redete er sich raus: "24 Dias" sei bloss eine Kunstfigur. Für die Zürcher Rapperin Big Zis kein Argument: "Mit ihren sexistischen Texten zementieren sie eine patriarchale Weltordnung", so Big Zis in einem Interview mit dem "Tagi". Es spiele keine Rolle, ob die Rapper sich als Kunstfigur sehen oder im Alltag auch wirklich so handeln. "Wir können nicht dauernd ‘künstlerische Freiheit’ schreien, nur weil der Reim fett ist. Sondern wir müssen sagen: Okay, der Reim ist fett. Aber was ist los mit diesem Inhalt?" Texte könnten auch ohne sexistische Inhalte stark und cool sein, so Zis. Yes!

Nora Scheidegger

Nora
zvg

Wenige feministische Themen wurden in letzter Zeit so stark diskutiert wie das Sexualstrafrecht – unter anderem wegen der von Amnesty International lancierten Umfrage, die ergab, dass hierzulande mindestens jede fünfte Frau schon sexuelle Handlungen gegen ihren Willen erlebt hat. Aus der öffentlichen Debatte nicht wegzudenken war und ist die Juristin Nora Scheidegger, deren Dissertation über das Schweizer Sexualstrafrecht mit dem Professor-Walther-Hug-Preis ausgezeichnet wurde. In etlichen Interviews betonte Nora Scheidegger, wie dringend das Schweizer Sexualstrafrecht verschärft werden müsse – weg von einem "Nein heisst Nein", hin zu einem "Ja heisst Ja". Denn aktuell gilt eine Vergewaltigung nur dann als Vergewaltigung, wenn sich das Opfer gewehrt hat.

Stefanie Heinzmann

Zum Jahreswechsel hat die 30-jährige Walliserin sich einen Buzzcut verpasst und damit für ziemlich viel Aufruhr gesorgt. "Ich ermutige euch Dinge zu tun, die euch glücklich machen und sich richtig anfühlen", schreibt Stefanie Heinzmann in der Caption des Insta-Posts, der sie mit abrasierten Haaren zeigt. Für die Popsängerin war der Griff zum Rasierer ein Befreiungsschlag, wie sie im Interview mit Blick.ch erzählte: “Nicht meine Haare, sondern ich selbst bestimme nun über meine Weiblichkeit. Eine Frau ist so viel mehr als ihr äusseres Erscheinungsbild.” Word.

Anja Zeidler

Ende Januar wurde Anja Zeidler zum ersten Mal Mami – und auf Social Media für alles Mögliche kritisiert. Die erste Geburt so locker angehen? Wie überheblich! Den After-Baby-Body nach einer Woche noch nicht zeigen? Die schämt sich wohl! Und sich während Schwangerschaft und Stillzeit vegan ernähren? Total unverantwortlich! Doch die fiesen DMs prallen an der Body-Positivity-Influencerin einfach ab. Anja thematisiert die Kritik lieber direkt in ihren Postings und ermutigt so ihre Followerinnen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Steffi Buchli

12 Minuten reichen der Programmchefin des TV-Senders MySports, um im Interview des Video-Formats "Hoi Talks" völlig überzeugend darzulegen, warum sie Feministin ist: Steffi Buchli erzählt davon, wie es bei Menschen immer wieder für Unbehagen sorgt, wenn sie sich als feministisch bezeichnet, welche Verhaltensweisen sie sich von Männern abgelinst hat und warum sie in Meetings nicht mehr diejenige ist, die den Leuten Kaffee anbietet. Steffi Buchli macht das auf eine so selbstverständliche, unaufgeregte Weise, dass nach dem Zuhören eigentlich nur noch eine einzige Frage offen bleibt: Warum machen wir das nicht alle schon längst so?

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