Round Rivers 07
Courtesy of Sara Merz

Diese Schweizer Bademode ist aus Limmat-Plastik

von Chiara Schawalder

19 MAI 2020

Fashion

Von schwimmendem Abfall aus der Limmat zu schönen Bikinis und Badekleidern: Das neue Label Round Rivers arbeitet mit einem aussergewöhnlichen Material.

PET-Flaschen im Fluss sind so selbstverständlich wie die Enten, die darin schwimmen. Dass sich aus dieser Verschmutzung – nur schon in Zürich sammeln sich jährlich 12'000 Flaschen im Fluss – Nützliches, ja Schönes herstellen liesse, daran denkt kaum jemand. Ausser der 38-jährige Zürcher Peter Hornung, ein gelernter Architekt, der so inspiriert vom schwimmenden Abfall war, dass er Round Rivers gründete: Ein Modelabel, das sich auf Badekleider aus PET spezialisiert – wobei der Gründer das Material eigenhändig aus der Limmat fischt. Die erste Kollektion besteht aus wunderschönen Pieces mit Farbverläufen und schmeichelnden Schnitten.

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Bild Sara Merz

Mit einer Teichzange auf Material-Fang

Der Modebranchen-Quereinsteiger hatte zuallererst das Elektrizitätswerk in Zürich von seiner Idee zu überzeugen – das klappte: Jetzt darf er im Sommer wöchentlich und im Winter jede zweite Woche beim Wasserwerk vorbeischauen. Mit einer Teichzange fischt er das PET aus dem Wasser und liefert es zum Recycler. Brauchbar sind jedoch nur die durchsichtigen Flaschen. Farbige können den späteren Färbungsprozess zu fest beeinflussen und werden deshalb recycelt.

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zvg Round Rivers

Um aus den PET-Flaschen ein Textil produzieren zu können, müssen sie zu Flakes zerhäkselt, zu Garn verarbeitet und schliesslich zu einem Textil gewoben werden. Was sich einfach anhört, entpuppte sich als grösste Hürde: Erst nach langer Suche fand Peter lokale Firmen, die seine Ware verarbeitete. Gewoben und gefärbt werden die Badekleider in Italien, kurz nach der Grenze bei Como, von familiengeführten Manufakturen, die auf nachhaltigen Ökostrom setzen.

Übrigens: Durch den vermiedenen Verbrennungsprozess der 6000 Flaschen, die im zweiten Halbjahr 2019 gesammelt wurden, konnte rund 1 Tonne CO2 eingespart werden.

PET sollte nur da eingesetzt werden, wo es auch Sinn macht.

Am liebsten sähe es Peter Hornung, wenn sich Round Rivers zu einem grösseren Brand entwickelte. Im Moment führt er das junge Unternehmen allein. Visuelle Unterstützung erhielt er jedoch von der Zürcher Fotografin Sara Merz und dem Grafikbüro Offshore Studio.

Das recycelte Material ist übrigens nicht nur für Bademode geeignet: Der Gründer spielt schon mit dem Gedanken, Winterjacken, Sportbekleidung und Rucksäcke aus Polysterfasern herzustellen.

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