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Was ist an diesen Schlaf-Mythen dran?

von Eva Grau

20 OKTOBER 2019

Health

Mit nassen Haaren ins Bett zu gehen, führt garantiert zu einer Erkältung? Eine amerikanische Studie beschäftigt sich mit den gängigsten Schlaf-Mythen.

Die Stunden, die man vor Mitternacht schläft, zählen doppelt. Alkohol lässt einen wie betäubt schlafen. Abends Sport zu treiben, stört die Nachtruhe. Oder: Wenn man unter der Woche nicht genügend Schlaf bekommt, lässt sich der Schlafmangel am Wochenende nachholen. Sind das alles Binsenwahrheiten oder stimmt das alles tatsächlich?

Das Meinungsforschungs-Institut OnePoll hat gemäss der britischen Zeitung "Metro" 2000 Studienteilnehmenden aus den USA die geläufigsten Schlaf-Mythen unterbreitet. Das Fazit: Die Mehrheit der Befragten glaubt an die falschen Schlaf-Storys. Gehts euch genauso? Hier sind die verbreitetsten Schlaf-Mythen und was an ihnen dran ist.

  • Nach dem Sport lässt sichs schlechter einschlafen. 23 Prozent der Studienteilnehmenden glaubten daran. Ist aber falsch: Menschen, die 30 Minuten Sport treiben, schlafen in der Nacht länger und besser. Wissenschaftler vermuten, dass die Körpertemperatur und die Freisetzung von Endorphinen während des Trainings etwas damit zu tun haben könnten. Achtet jedoch darauf, es nicht zu übertreiben: Es hat sich gezeigt, dass zu viel Sport eine Ursache für Schlaflosigkeit ist.
  • Schlafmangel lässt sich am Wochenende wieder ausgleichen. Die ganze Woche im Morgengrauen aufzustehen, macht müde. Dass man am Wochenende die fehlenden Stunden wieder "nachschlafen" lassen, ist allerdings falsch. Eine vor einigen Monaten von der University of Colorado durchgeführte Studie zeigt, dass es nicht möglich ist, die Auswirkungen von wiederholtem Schlafentzug - also alles, was dabei mit dem Stoffwechsel passiert - rückgängig zu machen.
  • Mit nassen Haaren ins Bett zu gehen, führt garantiert zu einer Erkältung. Hat dir das deine Mama auch ständig gesagt? Und seither föhnst du deine Haare vor dem Zubettgehen bis sie staubtrocken sind? Vergiss es. Vergiss es. Vergiss es. Eine Erkältung bekommt man aufgrund von Viren. Wenn du eines Morgens mit einer Erkältung aufwachst, liegt das daran, dass dich am Abend zuvor im ÖV jemand angeniest hat oder du die Hände von einer kranken Person geschüttelt hast.
  • Jede Schlaf-Stunde vor Mitternacht zählt doppelt. Rund 23% der befragten Amerikaner glauben daran. Stimmt aber nicht. Ob man nun vor oder nach Mitternacht schläft, macht keinen Unterschied, solange du nachts oder in der Dunkelheit schläfst.
  • Angetrunken schläft man wie ein Stein. Mehr als ein Drittel der US-Studienteilnehmenden glaubt, dass für eine gute Nachtruhe nichts besser ist, als ein kleiner Drink vor dem Schlafengehen. Laut Irshaad Ebrahim vom London Sleep Centre hilft Ethanol (der Wirkstoff im Alkohol) aber bloss beim Einschlafen. Er stört den Schlaf, besonders in der zweiten Hälfte der Nacht. Schlimmer noch: Ethanol verstärkt die Schlafapnoe, also Atemstörungen.
  • "Ich träume nie!"Jede vierte Person glaubt, nachts nicht zu träumen. Fakt ist: Nicht zu träumen ist unmöglich. Studien haben gezeigt, dass sich bloss nicht alle an Träume erinnern können. Es ist erwiesen, dass jeder, jede und sogar Tiere während der REM-Schlafphase träumt.
  • Es gibt Menschen, die es sich antrainiert haben, mit weniger Schlaf auszukommen. Geht nicht. Studien haben gezeigt, dass eine Schlafenszeit unter 6 Stunden pro Nacht für die meisten schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann: Es führt zu niedrigerer Testosteron-Produktion, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einer Insulinresistenz (auch Prädiabetes genannt). Andere Studien kamen zu dem Schluss, dass manche Schläfer ihren reduzierten Schlafbedarf der Mutation eines ihrer Gene, hDEC2, zu verdanken haben.
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