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Schläger-Kids bekommen später Schlafstörungen

von Gina Buhl

9 SEPTEMBER 2019

Health

Eine neue Langzeitstudie zeigt: Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten leiden im Erwachsenenalter fast doppelt so häufig an Schlafstörungen.

Insomnie – ein Problem, dem die Wissenschaft seit Jahren grosse Aufmerksamkeit schenkt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass allein in der Schweiz jede vierte erwachsene Person regelmässig schlecht schläft und jede zehnte an einer behandlungsbedürftigen Schlaf­störung leidet. Als Gründe werden oft anhaltender Stress, grosse emotionale Belastungen oder ein falsch erlerntes Schlafverhalten (zu viel Screen-Time, zu wenig Me-Time) genannt.

Eine Langzeitstudie aus Australien zeigt nun aber: Die Grundlagen für eine Schlafstörungen könnten bereits früher geschafft werden – nämlich im Kindesalter.

25'000 Kinder wurden untersucht

Die Forschenden der Flinders Universität haben 25'000 Kinder bis ins Erwachsenenalter begleitet – dafür wurden die Eltern aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach den Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kids ausgefragt – und zwar immer zum Zeitpunkt, als ihre Kinder fünf, zehn und 16 Jahre alt waren. Mit Anfang vierzig wurden dann die ehemaligen Kids selbst nach ihrem Schlafverhalten befragt.

Das Ergebnis: Die Kinder, die sich im Chindsgi richtig mies benommen haben – etwa andere geschlagen, viel gelogen, geklaut oder mutwillig Sachen zerstört haben – hatten als Erwachsene 40 Prozent häufiger Schlafstörungen, als die "braven Kids". Besserte sich dieses Verhalten bis zu den Teeniejahren, nahm auch die Häufigkeit der Schlafstörungen ab.

Grundstein für Schlafstörungen wird früh gelegt

Die Erklärung dafür, könnte laut dem Team der Flinders Universität die fehlende Basis für eine stabile Psyche sein: "Wenn ich als Kind Schwierigkeiten habe, mich zu regulieren und auch das auch im Laufe des Heranwachsens nicht lerne, ist die Gefahr gross, dass ich das auch als erwachsene Person nicht schaffe", erklärt Professort Robert Adams, ein Mitautor der Studie.

Das zeigt sich auch in der Studie: Viele der erwachsenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben laut Robert Adams an, dass sie oft stundenlanges Grübeln wachhalten würde und sie ausserdem keinen Weg finden würden, ihren Stress im Alltag zu minimieren.

Erste Studie, die Zusammenhang erkennt

Für die Forschenden bedeutet das: Wird verhaltensauffälligen Kindern nicht gezeigt, wie sie Emotionen wie Wut oder Trauer richtig kanalisieren können, hat das langfristig Auswirkungen auf ihre mentale Gesundheit – die Grundlage für einen erholsamen Schlaf.

Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler würden mit dieser Studie eine neuem tiefgreifendere Forschungsgrundlage erhalten, so Robert Adams. Es sei nämlich die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen Verhaltensauffälligkeiten und Schlaflosigkeit aufzeige.

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