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André Krysl

Die Schweiz hat jetzt einen queer-feministischen Sexshop

von Marie Hettich

2 DEZEMBER 2019

Life

Am Sonntag ist untamed.love online gegangen – ein Schweizer Sexshop, der neben Hetero- auch Homo-Paare zeigt – und auf Frauenverachtung verzichtet.

"Wir pfeifen auf veraltete Rollenbilder und heteronormative Vorstellungen", steht auf der Website des ersten queer-feministischen Online-Sexshops der Schweiz. Und: "Wir lieben Sex, aber tolerieren keinen Sexismus." Untamed.love ist seit Sonntag live – und nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch ein Knaller.

Während viele Sexshops in erster Linie stark retuschierte Frauen in fragwürdigen Posen zeigen, feiern auf den Pics von Untamed.love zig unterschiedliche Menschen miteinander eine grosse, bunte Party.

"Jedes Mal, wenn ich mir ein Sextoy kaufen wollte, wurde mir klar, dass es in der Schweiz kaum einen Ort gibt, an dem ich mein Geld gern ausgebe", so Jessica Sigerist, die den Store zusammen mit Tobias Zimmermann gegründet hat. "Die grossen Online-Shops sind diskriminierend oder schmuddelig – und im besten Fall einfach nur stinklangweilig", so die 33-Jährige.

Deshalb verkaufen Jessica und Tobias in ihrem Store keine Toys, die, wie sonst üblich, in eine strikte "Für Sie"- und eine "Für Ihn"-Kategorie unterteilt werden, sondern Toys für alle. "Ob trans oder non-binäre Menschen – bei uns sind alle willkommen. Ausserdem muss man nun wirklich keine rosaroten Butt Plugs für Frauen und schwarze für Männer verkaufen. Wir alle haben einen Arsch."

Auf untamed.love werden im Gegensatz zu herkömmlichen Websites ganz selbstverständlich auch Homo-Paare sowie Körper in allen Variationen gezeigt – während auf frauenverachtende Bebilderung verzichtet wird. "Es gibt auch einige Toys, die wir ganz bewusst nicht ins Sortiment genommen haben", so Jessica. "Zum Beispiel Masturbatoren, die Frauen auf ihre beiden Öffnungen reduzieren. Oder Toys, die eigentlich toll wären, aber die Verpackung objektivierend bebildert ist."

Jessica und Tobias, die sich übrigens in der queer-feministischen und sexpositiven Szene in Zürich kennengelernt haben, legen ausserdem grossen Wert auf gesundheitlich unbedenkliche Materialien. Alle Sextoys, die verkauft werden, sind aus Silikon, Glas, Metall oder Hartplastik. Es gibt sogar Toys aus veganem Leder, Fair-Trade-Kondome – und einen Vibrator, der biologisch abbaubar ist. Das nennt man wohl zeitgemäss.

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