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Was der pH-Wert der Haut mit Pickeln zu tun hat

von Janine Heini

7 DEZEMBER 2019

Beauty

Hautprobleme können sich auch durch das Ungleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts ergeben. Ein Dermatologe erklärt.

Erinnert ihr euch noch an eure Chemiestunden, in denen ihr schmale Papierstreifen in verschiedene Flüssigkeiten getaucht und je nach Verfärbung den pH-Wert bestimmt habt? Wären wir damals im Unterricht aufmerksamer gewesen, hätten wir uns heute vielleicht das eine oder andere Hautproblem ersparen können. Denn der pH-Wert ist entscheidend für die Gesundheit unserer Haut – und oft auch für Pickel verantwortlich.

Der pH-Wert bewegt sich zwischen 1-14, wobei 1 extrem sauer und 14 extrem basisch ist. Normalerweise sollte der pH-Wert der Haut zwischen 4.7-5.7 liegen – also leicht sauer. Dieser Säure-Basen-Mantel ist sehr wichtig als Schutz vor Schadstoffen und äusseren Einflüssen. Der Dermatologe Dr. med. Michel-Dziunycz erzählt uns mehr darüber.

Herr Michel-Dziunycz, wie wichtig ist der pH-Wert für unsere Haut? Die Haut spielt eine grosse Rolle beim Schutz unserer Körpers vor äusseren Einflüssen. Hier ist der durch Talg produzierte Säure-Basen-Mantel der wichtigste Schutz, da dieser wie eine zusätzliche Barriere wirkt. Wenn diese Barriere zerstört oder angegriffen wird – etwa zum Beispiel durch falsche Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten – kann das zu Hautproblemen führen.

Welche andere Faktoren beeinflussen den pH-Wert sonst noch? Neben ungeeigneten Pflegeprodukten können sich auch City-Schmutz oder weitere äussere Umwelteinflüsse wie Sonnenlicht negativ auf den pH-Wert auswirken. Zudem spielen hier die Ernährung, Medikamente und halt das allgemeine Wohlbefinden eine Rolle.

Der pH-Wert der Haut lässt sich also aktiv mitbestimmen? Nein. Am besten lässt man die Haut einfach in Ruhe und unterstützt sie einfach in ihren Prozessen. So kann sie sich selbst regulieren. Wir haben auch nicht überall an unserem Körper den gleichen pH-Wert – manche Bereiche sind saurer als andere. Daher muss man auch zwingend verschiedene Pflegeprodukte verwenden.

Welche Hautprobleme können sich durch das Ungleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts der Haut ergeben? Unreinheiten und Pickel sind das häufigste Problem: Wenn die Haut ständig gereizt wird, vergrössern sich die Talgdrüsen und werden aktiver, weil sie versuchen den pH-Wert zu kompensieren. Dadurch entzünden sie sich, was zu Pickeln führt. Auch Rosazea ist sehr häufig die Folge eines falschen pH-Werts oder die sogenannte periorale Dermatitis (POD) im Mund- und Augenbereich. Auch gut zu wissen: Wenn die Haut zu alkalisch ist, also einen zu hohen pH-Wert hat, neigt sie zu Trockenheit, wodurch sich Schuppen und Ekzeme entwickeln können.

Was kann man nun tun, um seinen pH-Wert im Gleichgewicht zu halten? Das ist sehr vom Hauttyp abhängig. Grundsätzlich sollte man auf zu stark reinigende Produkte mit Alkohol verzichten, da diese die Haut austrocknen, wodurch der pH-Wert aus dem Gleichgewicht kommt, was eben zu Pickeln führen kann. Mit zunehmendem Alter steigt ausserdem der pH-Wert, die Haut produziert weniger Talg und braucht daher eine reichhaltigere Pflege. Am besten lässt man sich bei einer guten Kosmetikerin oder in der Dermatologie beraten – gerade wenn man Hautprobleme hat. Bei solchen kosmetischen Behandlungen kann man auch gleich den pH-Wert messen lassen.

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