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6 Anzeichen für passiv-aggressives Verhalten

von Gina Buhl

27 SEPTEMBER 2019

Life

Der Umgang mit passiv-aggressiven Menschen ist eine echte Herausforderung – denn sie sind nachgiebig und herablassend zugleich. An diesen Verhaltensweisen erkennst du sie.

  • Dein Gegenüber mauert
    Du kommst nach Hause, dein Freund sitzt mit verschränkten Armen und angepisstem Blick auf dem Sofa. Deinen Begrüssungskuss nimmt er wortlos entgegen und auf deine Frage, was mit ihm los ist, antwortet er: "Es ist nichts!" Zwei Stunden später benimmt er sich, als wäre nie etwas gewesen. Hä? Ja, passiv-aggressives Verhalten besteht oft aus mauern, wie die US-Psychologin Ozlem Ayduk in ihrer Untersuchung zum Kommunikations- und Konfliktverhalten von passiv-aggressiven Menschen herausgefunden hat: Emotionen werden nicht verbalisiert, Tonfall und Körpersprache zeigen aber: Hier geht jemandem etwas so richtig gegen den Strich.
  • Dein Gegenüber schmollt ständig
    Eine Freundin fragt dich, ob du Bock auf einen Kaffee hast – du musst aber deinen Eltern beim Zügeln helfen. Als du ihr erklärst, dass du schon Pläne hast und es dir leid tut, kommt von ihr nur ein: "Schon okay – wenn dir das wichtiger ist..." Dann hörst du vier Wochen lang nichts mehr von ihr. Stellst du sie zur Rede, sagt sie, sie sei einfach busy gewesen. Das Problem: Du bekommst den schmollenden Aggressor nicht zu fassen – und wirst mit deinem Frust und deinem Schuldgefühl allein zurückgelassen.
  • Dein Gegenüber macht ständig "Spass"
    Deine Arbeitskollegin begrüsst dich morgens mit den Worten: "Ach, trägt man das jetzt wieder?" Oder: "Das Kleid lässt dich irgendwie viel schlanker wirken!" Das sitzt. Fiese Seitenhiebe stehen bei passiv-aggressiven Personen an der Tagesordnung. Machst du sie auf ihr verletzendes Verhalten aufmerksam, kontern sie mit: "Du bist aber empfindlich, war doch nur Spass!" Jede böse Absicht wird von ihnen abgestritten. Dann drehen sie den Spiess um, stellen dich als Mimose dar – und schon wirst du zum Drahtzieher der unangenehmen Situation. Ein typisches Verhalten, wie die 2011 veröffentlichte Studie "What is Passive-Aggressive Behaviour" der kanadischen Psychologin Andrea Harrn zeigt.
  • Dein Gegenüber hält Versprechen nicht ein
    Du leihst dem Nachbarn dein Auto – unter der Bedingung, dass er es Morgen früh wieder zurück bringt. "Natürlich", beteuert er. Am nächsten Morgen ist weder das Auto da, noch hat dein Nachbar dich angerufen, um seine Verspätung anzukündigen. Auf Anrufe und Nachrichten reagiert er nicht. Du machst dir Sorgen, ärgerst dich aber zu Tode, weil du jetzt mit dem Taxi zu deinem Termin fahren musst. Als er am nächsten Abend das Auto wieder vor die Türe stellt, entschuldigt er sich mit den Worten "Hab eine Ex-Freundin getroffen und einfach die Zeit vergessen!" Auch die Verweigerung von Abmachungen gehört zu passiv-aggressiven Mustern, wie die Untersuchung von Ozlem Ayduk zeigt.
  • Dein Gegenüber ist mit keiner Lösung zufrieden
    Teamarbeit im Büro: Dein Kollege reagiert auf deine Vorschläge mit Achselzucken, hat selber aber keine konkreten Ideen. Weil du einem Konflikt aus dem Weg gehen willst, versuchst du einen Kompromiss aus dem Ärmel zu schütteln. Da passiv-aggressive Menschen oft nicht ausdrücken, was sie brauchen, kommt ihr wahrscheinlich zu einer Lösung, die weder ihn noch dich befriedigt. Nach aussen hin wird er sagen, dass er mit dem Resultat zufrieden sei, doch seine Körpersprache zeigt dir etwas anderes.
  • Dein Gegenüber macht Aufgaben schlecht
    Du arbeitest für die wichtigste Präsentation des Semesters mit deiner Kommilitonin zusammen. Sie übernimmt den Statistik-Part – zumindest sollte sie das. Denn auch zwei Stunden vor eurer Präsi hat sie noch nichts gemacht. "Statt Nein zu sagen, verpatzen passiv-aggressive Menschen eine Aufgabe lieber – in der Hoffnung, nicht nochmal gefragt zu werden", schreibt die kanadische Psychologin Andrea Harrn in ihrer Studie.

Woher kommt so ein bockiges, unreifes Verhalten? Die amerikanischen Psychologen Lorna Smith Benjamin und Scott Wetzler der University of California haben 2017 herausgefunden: wie so oft aus unserer Kindheit. In ihrer Langzeitstudie konnten sie zeigen, dass Menschen, die sich häufig passiv-aggressiv benehmen, als Kids gelernt haben, dass es gefährlich ist, offen Nein zu sagen. Dahinter könne eine autoritäre Erziehung (mit Gewalt) stecken, in der man ständig aufpassen musste, alle Anweisungen einzuhalten.

Ja-Sager mit sabotierenden Handlungen

Ein weiterer Grund kann ein instabiles Elternhaus sein, wie Autorin und Psychologin Anne Otto, die sich auch mit passiv-aggressivem Verhalten auseinandergesetzt hat, im Magazin "Psychologie Heute" erklärt: "Vater und Mutter waren zwar liebevoll, aber so wenig belastbar, dass man sich ihnen ständig fügte und auf sie Rücksicht nahm." Aus so einer Situation könne man als Ja-Sager herausgehen – oder aber, man wird zum Ja-Sager, der jedes Ja durch eine sabotierende Handlung zurücknimmt und sich rebellisch weigert, verbindliche Beziehungen einzugehen.

Und wie geht man damit um? Wichtig sei, so die Expertin, dass man dieses Verhalten nicht zu persönlich nimmt und sich anfängt zu fragen, was man selbst falsch gemacht hat. Besser sei es zu fragen: "Wie kann ich mit dem Verhalten umgehen, damit es mich nicht stresst?"

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