paardiologie
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Der Podcast von Charlotte Roche ist ein Muss für Paare

von Marie Hettich

2 JULI 2019

Life

In "Paardiologie" sprechen die deutsch-britische Bestsellerautorin und ihr Mann brutal ehrlich über ihre Ehe. Davon können unsere eigenen Beziehungen nur profitieren.

Unglaublich, wie viele Interviews Charlotte Roche in den letzten Wochen gegeben hat. Die 41-Jährige Moderatorin und Bestsellerautorin aus Deutschland war omnipräsent. So omnipräsent, dass einem fast ein bisschen die Lust verging, in "Paardiologie" reinzuhören – in ihren neuen Podcast mit dem so simplen, aber doch so ungewöhnlichen Konzept: Charlotte Roche und ihr Mann Martin Kess sprechen über ihre Beziehung. Und alle, die wollen, und einen Spotify-Account haben, dürfen dabei zuhören.

Wie aus allem, was Roche macht, ist auch aus "Paardiologie" etwas ziemlich Irritierendes geworden. Irritierend, weil man beim Zuhören das Gefühl aushalten muss, heimlich ein Paar zu belauschen, das so offen miteinander spricht, wie es garantiert die allermeisten Paare nicht tun, selbst wenn sie ohne Zuhörer zu zweit zuhause sitzen.

Weinen sie jetzt etwa?

Man muss die Momente aushalten können, wenn Charlotte Roche und ihr Mann gar nichts sagen, wenn sie sich räuspern, und einige unangenehme Sekunden lang nicht wissen, wie weiter. Oder wenn die Stimmung zu kippen droht, weil jemand etwas sehr, sehr Ehrliches zum anderen gesagt hat. Oder: wenn beide weinen. Ob sie wirklich weinen, weiss man aber gar nicht so genau. Man kann es nur erahnen – wie das eben so ist, wenn man mucksmäuschenstill hinter einer Tür steht und lauscht.

Gerade weil der Podcast irritiert, ist er genial. Denn es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als sich im Stillen dieselben Fragen zu stellen, die Charlotte Roche und Martin Kess besprechen: Würden mein Partner und ich uns heute wieder ineinander verlieben? Trinken wir zu viel – und was macht das mit unserer Beziehung? Lassen wir uns genügend Freiraum – und fällt das dem einen schwerer als dem anderen? Sind wir neidisch auf andere Paare und wenn ja, worauf genau? Ist einer von uns beiden der Schwächere und einer der Stärkere – und stimmt das für beide so?

Am besten, man traut sich und hört "Paardiologie" direkt zusammen. Noch besser, man spricht danach über alles, was einem im Kopf rumschwirrt. Eine Paartherapie kann der Podcast vermutlich nicht ersetzen – aber er kann bestimmt entlarven, ob man sich schleunigst in eine begeben sollte.

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