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Dieser Fashion-Riese erobert nun auch die Schweiz

von Marie Hettich

17 APRIL 2019

Fashion

Kaum ein Modelabel ist bei unter 25-Jährigen derzeit so angesagt wie NA-KD. Nicht zuletzt dank seiner ausgefuchsten Social-Media-Strategie.

Ein paar bauchfreie Hoodies, High-Waist-Hosen in Leo- und Schlangenoptik – vor allem aber unzählige stinknormale T-Shirts und Pullover: Das Sortiment von NA-KD ist nichts Besonderes. Auch preislich hat sich der schwedische Online-Brand an all die anderen Fast-Fashion-Ketten angepasst, die ebenfalls junge Girls begeistern möchten: Ein Spaghetti-Top kostet 20 Franken, Fake-Leder-Boots 80, ein Teddy-Mantel um die 120 Franken.

Und trotzdem ist NA-KD anders – und damit irre erfolgreich. 2015 in Göteborg gegründet, gehört der Brand heute mit einem Jahresumsatz von 100 Millionen Franken zu den 20 am schnellsten wachsenden Firmen in Europa. Vergangenes Jahr haben in der Nähe von Amsterdam und in Frankfurt die ersten Real-Life-Stores aufgemacht – auch in Zürich soll bald ein Shop eröffnen. Bisher gibts in der Schweiz in mehreren Manor-Filialen einen NA-KD- Corner, Zalando verkauft den Brand längst.

Wer diese Erfolgsgeschichte verstehen möchte, kommt nicht an Jarno Vanhatapio vorbei, Gründer und CEO von NA-KD. Als Vanhatapio im September an der Internationalen Handelstagung am Gottlieb-Duttweiler-Institut zu Gast war, sagte der Schwede: "Shopping ist uncool geworden. Die Generation Z tickt komplett anders – sie ist nahezu antimaterialistisch eingestellt. Ich habs trotzdem gewagt, ein Mode-Unternehmen zu gründen."

Seine Strategie: Ein simpler Onlineshop ist für die Gen Z nicht genug – da muss mehr passieren. Und das dort, wo die potenziellen Kundinnen eh schon sind. Heisst: auf Social Media. NA-KD hat auf Instagram knapp zwei Millionen Follower. Dass hinter den vielen schönen Bildern eine E-Commerce-Plattform steckt, die einem etwas verkaufen will, wird gut versteckt: Der Feed ist voller Hundewelpen, Beaches und Cappuccino-Tassen – voller typischer Insta-Sujets also, die Likes generieren sollen.

Fast zufällig wirken da die Bilder der gut angezogenen, jungen Frauen, die, klar, NA-KD-Klamotten tragen. Dazu Captions wie: "If I could go barefoot everywhere, I probably would" oder "If you can’t remember my name, just say chocolate and I’ll turn around."

Smarter Zug mit Insta-Stars

Die Follower werden eingebunden: Es gibt regelmässig Gewinnspiele (für ein Wochenende in Paris oder 7500 Euro in bar etwa), man darf dem NA-KD-Team Fragen und Aufgaben stellen ("Könnt ihr bitte für mich tanzen?") oder hoffen, das eigene Foto dank #nakd-Tag in der Insta-Story des Brands wiederzufinden.

Auch darf darüber abgestimmt werden, mit welcher Influencerin NA-KD als Nächstes zusammenarbeiten soll – noch so ein smarter Schachzug. Einerseits wird die Reichweite damit um ein Vielfaches multipliziert, andererseits wirkt der Brand so glaubwürdig und nahbar. Denn wenn die Influencerin deines Vertrauens eine eigene Kollektion herausbringt und dazu auch noch persönliche Styling-Tipps gibt, dann muss man die Teile natürlich haben.

"Keine Zeit für Bullshit"

"NA-KD-Kundinnen haben keine Zeit für Bullshit – das Shopping-Angebot ist viel zu gross", so Jarno Vanhatapio. "Deshalb ist das A und O, ihr Vertrauen zu gewinnen – und dann ihre Erwartungen zu übertreffen." Im Fall von NA-KD bedeutet das auch: free worldwide shipping. Express delivery. Und 90 Tage Rückgaberecht. Da muss die Konkurrenz erst mal mithalten können.

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