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Nadine Strittmatter über ihren Traumjob bei Chanel

von Martina Loepfe

30 APRIL 2015

Fashion

Im Interview mit 20 Minuten Friday schwärmt die Schweizerin von ihrem Job als Chanels Hausmodel.

Geregeltes Einkommen, spannende Leute, eine kreative Umgebung - und vor allem keine Casting-Marathons: Von solch einem Job träumen unzählige Models. Für Nadine Strittmatter ist das seit ein paar Monaten Realität: Die Aargauerin ist das neue Hausmodel von Chanel. Was das heisst? Nadine steht Chanel morgens bis abends als Model zur Verfügung. Dabei probiert das Couture-Team Kleider und Outfits an ihr aus, schneidert ihr die Looks jeder Kollektion auf den Leib, um zu sehen, wie sie wirken, und stellt dann das Styling für die Shows zusammen. "Ich beginne morgens um 10 Uhr, mache eine schöne Mittagspause und arbeite in der Regel bis etwa 20.30 Uhr", erzählt Nadine. "Die Arbeit ist einfach toll. Ich lerne viel dazu, mir fallen mehr Dinge auf, zum Beispiel, wenn Kleider vom Schnitt her falsch sitzen. Ich sehe, wie hier die Kleider und Accessoires entstehen und wie sorgfältig sie hergestellt werden. Ich kann kaum mehr 'normal' einkaufen gehen. An vielen Kleidern stören mich nun Details oder der Schnitt."

Chanel ist das einzige Couture-Haus, das noch Fitting-Models - so nennt man den Job in der Modesprache – beschäftigt. "Das ist Mode-Geschichte pur!" schwärmt Nadine.

Auch in der Freizeit bei Chanel

Zurzeit laufen die Vorbereitungen für die Cruise-Show von Chanel auf Hochtouren, die am Montag in Seoul, Südkorea, stattfindet. "Es ist auch schon vorgekommen, dass wir bei Karl Lagerfeld zuhause gearbeitet haben." Nur: Hat Nadine so noch ein Privatleben? "Du gibst schon sehr viel von dir. Aber Chanel ist sehr grosszügig mit seinen Leuten. Ich habe auch schon mal etwas geschenkt bekommen. Und ich bin einfach wahnsinnig gern hier. Ich hatte zum Beispiel mal eine Woche frei, und trotzdem war ich dann jeden Tag da. Freiwillig! Es hiess: 'Du kannst gern mit uns ins Studio kommen, wenn du magst.' Dann bringe ich meinen Laptop mit und arbeite an meinen eigenen Projekten. Es herrscht halt eine magische Atmosphäre bei Chanel, die Kreativität ist mit Händen zu greifen. Ich liebe die Leute, mit denen ich dort jeden Tag zusammenarbeite."

Auf Coco Chanels Spiegeltreppe

Nadines persönliche Highlights: "Die legendäre Spiegel-Wendeltreppe ist cool, da kann man nichts hinzufügen. Da mache ich manchmal ein Foto von mir. Ich kenne aber auch ganz viele Geheimwege- und Treppen im Haus. Langsam finde ich mich ziemlich gut zurecht in der Rue Cambon." Das ganze Chanel-Universum spielt sich in diesem Haus im Zentrum von Paris ab, das Coco Chanel 1918 gekauft hat. "Man spürt, dass die Räume hier schon fast etwas Heiliges haben. Es hat eine sehr gute Energie. Es ist schon fast wie ein positiver Brainwash, der gerade mein ganzes Leben beeinflusst."

Die Dokumentation "Im Hause Chanel" von Arte aus dem Jahr 2008 gibt einen vertieften Einblick in die Entstehung einer Haute Couture-Kollektion bei Chanel.

Chez Chanel
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