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Nach FOMO kommt jetzt FOBO

von Stephanie Vinzens

29 JUNI 2018

Life

Du kannst dich ewig nicht zwischen den weissen Air Force und den pinken Air Max entscheiden? Dann leidest du vielleicht an FOBO.

Du bist saumüde und bleibst zu Hause, während deine Freunde feiern gehen. Die Ruhe geniesst du zwar, aber dich plagt den ganzen Abend eine Frage: Entgeht mir gerade was? Ein klarer Fall von FOMO, der "Fear of Missing Out" – die Angst, etwas zu verpassen. Kennen wir mittlerweile zur Genüge.

Jetzt kommt FOBO, der – so nennen es Experten – Evil Twin von FOMO. Wer an FOBO, der "Fear of Better Options", leidet, sucht unermüdlich nach allen möglichen Optionen und analysiert diese bis ins Genaueste – die Entscheidung wird so zu einem Kampf. Oder eher einer Schlacht. Einem Krieg. Egal, ob du beim Italiener ewig zwischen Pizza und Pasta haderst oder dich immer noch nicht für ein Studium entscheiden kannst und deshalb bereits dein drittes Zwischenjahr einlegst. Wieso FOBO-Geplagte sich so quälen? Sie fürchten sich davor, nicht die bestmögliche Entscheidung zu treffen. Das führt dann oftmals zu gar keiner Entscheidung. Oder einer, die ewig hinausgezögert wird.

Während FOMO vor allem für einen selbst ungemütlich ist, kann es auch deinem Umfeld das Leben erschweren. Etwa wenn du deine Shopping-Begleitung beim Schuhkauf in den Wahnsinn treibst, weil du dich nicht zwischen den weissen Air Force und den pinken Air Max entscheiden kannst. Oder du den eigentlich total tollen Typen, den du datest, auf Abstand hältst, weil du dich fragst, ob dir nicht jemand noch tolleres über den Weg laufen wird.

Die ewige Suche nach better Options macht unglücklich

Besonders verheerend: Leute die an FOBO leiden, brauchen nicht nur ewig, bis sie sich für eine Option entscheiden – sie sind dann meist auch noch unzufrieden damit. Denn die Angst, dass irgendwo noch eine bessere Möglichkeit lauert, nagt ständig an ihnen: Sie verspüren dauerhaft ein Gefühl der Reue.

Doch gerade heute, wo wir in einer globalisierten Welt leben und uns erstickend viele Optionen offen stehen, die uns auf Social Media auch noch unter die Nase gerieben werden, ist es umso schwieriger, sich mit einer Entscheidung zufriedenzugeben. Denn all die schönen Models, süssen Insta-Päärli und fancy Food-Blogger geben einem das Gefühl, dass da draussen immer noch irgendwas Besseres lauert. 

Und wahrscheinlich stimmt das auch. Doch was ebenso beunruhigend wie beruhigend ist: All diese endlosen Optionen zu analysieren und die beste herauszupicken, ist schlicht unmöglich. Was hilft, ist uns selbst Grenzen zu setzen. Etwa beim Online-Shopping strikt nur bis zur zehnten Seite zu stöbern, anstatt alle 43 Seiten abzuklappern. Die Zeit, die man auf Insta verbringt, um die Hälfte verkürzen. Einsehen, dass gut genug eben manchmal wirklich gut genug ist.

Doch wie immer: leichter gesagt als getan! Deshalb, Liebe FOBO-Geplagte, wollen wir von euch wissen: Was tut ihr, um dieser endlosen Suche nach besseren Optionen zu entkommen? Habt ihr irgendwelche Tipps und Tricks? Oder habt ihr längst aufgegeben? Lasst es uns wissen!

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