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Ich habe beim Meditieren meine Gehirnaktivität getrackt

von Gloria Karthan

2 MAI 2019

Health

Ein elektronisches Stirnband soll dabei helfen, effektiver zur Ruhe zu kommen. Redaktorin Gloria hat das Gadget getestet.

Seit über einem Jahr meditiere ich regelmässig mit meinem Meditations-App. Fast jeden Morgen setze ich mich auf mein Kissen, wähle eine geführte Meditation aus und folge den Anweisungen.

Mit der Zeit ist mir aufgefallen, dass ich immer öfter abschweife. Besonders wenn ich müde oder gestresst bin. Zwar gehts beim Meditieren nicht darum, an gar nichts zu denken – es reicht bereits aus, wenn man jeden Tag eine Weile innehält. Dennoch fühlte es sich nach einer solchen Session jeweils an, als hätte ich meine Zeit verschwendet.

Ein Gadget, das so aussieht, als käme es aus einem Science-Fiction-Film, soll mir nun helfen, weiterhin motiviert zu meditieren. Muse 2 ist ein elektronisches Stirnband, das mithilfe von Sensoren hinter den Ohren und auf der Stirn Hirnströme misst. Danach werden sie in Echtzeit-Feedback umgewandelt, um meine Meditationspraxis zu verbessern.

Konkret heisst das: Ich lege mir das Stirnband an, schalte es ein und starte das Muse-App auf meinem Smartphone. Während der Meditation ertönen Regenwald-Geräusche.

Ist meine Hirnaktivität hoch, regnet und stürmt es stark. Sind meine Gedanken ruhig, hört man nur den Wind. Wenn ich hochkonzentriert bin, pfeifen sogar Vögel. Anders als bei meiner bisherigen Praxis erfahre ich also unmittelbar, dass meine Gedanken wandern – und werde so ganz automatisch daran erinnert, mich wieder auf meinen Atem zu konzentrieren.

Muse 2 auf dem Nachttisch
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Muse funktioniert kabellos. Der Akku hält rund fünf Stunden.

Nach der Session kann ich mir meine Daten im Detail ansehen und anhand des Diagramms nachvollziehen, wie aktiv meine Gedanken während der Meditation waren.

Man kann sich natürlich fragen, warum wir jetzt auch noch unsere Mindfulness tracken müssen. Denn beim Meditieren gehts ja eigentlich darum, abzuschalten – Optimierungszwang ist hier eigentlich fehl am Platz. Dazu kommt, dass Muse mit einem Preis von über 300 Franken alles andere als günstig ist.

Immerhin kann ein Stirnband von mehreren Personen und auf verschiedenen Geräten benutzt werden, so kann man sich den Preis mit der Mitbewohnerin oder dem Freund teilen. Ausserdem fühle ich mich, seit ich ein teures Meditations-Jahresabo gelöst habe, viel mehr dazu verpflichtet, es so oft es geht zu nutzen. Wenn einen ein Gadget ebenfalls dazu motivieren kann, regelmässig aufs Meditationskissen zu hüpfen und dabei zu bleiben, ist das definitiv eine gute Sache.

Meditiert ihr?

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  • Ja, fast jeden Tag. 43%
  • Ich würde gerne öfter meditieren, aber es fällt mir schwer, dran zu bleiben. 38%
  • Habs ein paar mal probiert. Ist nix für mich. 7%
  • Nö. Da schlafe ich bloss ein. 12%

Muse kann noch mehr

Nebst der Gedankenmeditation hat Muse noch drei weitere Programme drauf: Bei der Herzmeditation schlägt ein Trommler im Rhythmus des eigenen Herzschlags. Bei der Körpermeditation ertönt ein Windspiel, sobald man sich nur minimal bewegt. Und bei der Atemmeditation kann das Ein- und Ausatmen mit sphärischen Tönen in Einklang gebracht werden.

Screenshots Muse
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Die Diagramme zeigen nach dem Meditieren, wie erfolgreich ich war.

Die Herz- und Körpermeditation sind mir persönlich ein bisschen zu lame. Und bei der Gedankenmeditation vermisse ich hin und wieder eine Stimme, die mich durch die Meditation guided. Als ich deswegen nach ein paar Wochen kurz davor war, wieder zu meinem alten App zu switchen, lancierte Muse aber plötzlich über 100 geführte Meditationen.

Mit 20 Franken pro Jahr ist das Muse-Abo günstiger als viele Premium-Angebote von Anbietern wie Headspace (96 Franken) oder 7Mind (70 Franken). Momentan noch ohne Stirnband nutzbar, soll man die Meditationen ab Juni mit dem Gadget koppeln können. Für mich heissts in dem Fall weiterhin: Stirnband auf, Muse an- und Kopf abschalten.

Muse 2 ist online direkt beim Hersteller für rund 306 Franken erhältlich. Das Vorgängermodell Muse 1, welches nur über die Gedankenmeditation verfügt, gibts für 250 Franken.

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