Getty Images 1172974075
Getty Images

Mehr Durchschnittskörper, please!

von Anaïs Rufer

12 SEPTEMBER 2019

Fashion

Size-Zero- und Plus-Size Models waren an der New York Fashion Week reichlich vertreten. Doch was ist mit den In-Between-Size-Models?

Die Bilder der diesjährigen New York Fashion Week sind aufregend: Da sind nicht nur Models mit unterschiedlichen Nationalitäten, Frauen und Männer, Junge und Alte, sondern neben Size-Zero auch Plus-Size Models wie Ashley Graham und Tess Holliday vertreten.

Ganz repräsentiert fühlt man sich mit Kleidergrösse 38 aber trotzdem nicht. Wieso sind Models entweder extrem mager oder fast schon übergewichtig? Wo bleiben neben den Size-Zero- und Plus-Size- die In-Between-Size-Models? Wie kann es sein, dass Frauen mit Kleidergrössen 36, 38, 40, 42 und 44 kaum repräsentiert werden? Wenn man so viel von Bodypositivity und Diversity spricht, wieso schafft man es dann nicht auch, Models, die so viel wie die meisten Frauen wiegen, viel Aufmerksamkeit zu schenken?

Jill Kortleve ist top durchschnittlich

Das 25-jährige Model Jill Kortleve kommt aus den Niederlanden und hat den Durchbruch geschafft: Momentan ziert sie das Cover der holländischen "Vogue" und konnte an der diesjährigen New York Fashion Week erstmals für Grössen wie Prabal Gurung oder Michael Kors laufen. Jill Kortleve hat bereits Kampagnen für H&M, Zara und Alexander McQueen geshootet und ist Teil der geheimen Rihanna Fenty-Beauty-Kampagne. Sie ist weder super skinny, noch ultra curvy, Jill ist eine derjenigen, die nicht gehypt wird: Eine Frau mit völlig durchschnittlichen Massen.

Letztens wurde für Jill Kortleve bei einem Shooting für die amerikanische "Vogue" ein Dior-Kleid aufgeschnitten, weil die kleine Sample-Size ihr nicht passte. So klappts in der Zwischenzeit – bevor normal normal ist – natürlich auch. Aber die Mode scheint zumindest auf dem Weg dahin zu sein: Schon im Februar sind Models wie Imaan Hammam für Versace und Karlie Kloss für Off-White gelaufen und beide hatten ein bisschen mehr auf den Rippen als auch schon – normal viel.

Model
Getty Images

Karlie Kloss für die Herbst und Winter Kollektion von Off-White

Model

Imaan Hammam für die Herbst und Winter Kollektion von Versace

Normalgewichtige Models scheinen trotz Unterbesetzung immer mehr Erfolg zu haben: Vielleicht weil sie authentischer nicht sein könnten. Das ist eine Währung in der Modeindustrie und damit letztendlich auch für die Labels erstrebenswert. Wir beobachten das weiter!

Noch mehr von uns
Was hältst du von diesem Artikel?
  • :(
  • love it no Data :(
  • haha no Data :(
  • wow no Data :(
  • traurig no Data :(
  • wütend no Data :(
  • love it
  • haha
  • wow
  • traurig
  • wütend