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Was Design-Grössen über die Zukunft der Mode sagen

von Chiara Schawalder

2 MAI 2020

Fashion

Bekannte Modeschaffende wie Stella McCartney oder Marc Jacobs verraten in den "Vogue Global Conversations", was ihnen derzeit Angst macht und was sie aus der Krise lernen.

Stoff-Fabriken sind geschlossen, Ateliers stehen leer: Designschaffende müssen jetzt gezwungenermassen ihre Arbeitsweisen überdenken. Um herauszufinden, wie die Kreativen mit der Krise umgehen, wurde nun von der US-"Vogue"-Chefin Anna Wintour eine neue Talkreihe ins Leben gerufen: Chefredakteure und -redakteurinnen der internationalen "Vogue"-Büros sprechen in den "Vogue Global Conversations" mit Design-Stars wie Stella McCartney und Marc Jacobs unter anderem über kreative Prozesse und Nachhaltigkeit.

Wer nicht alle Folgen schauen mag, keine Sorge: Hier gibts ein Best-of der überraschendsten Aussagen und informativsten Modebranchen-Insights aus den bisherigen Gesprächen.

Designer Virgil Abloh – isoliert in Chicago
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"Wir sollten diese Zeit nutzen, und darüber nachzudenken, was Mode wirklich bedeutet, und wie sie zum heutigen Imperium gewachsen ist. Die Industrie muss sich an die heutigen Werte der Leute anpassen. Mein Team und ich wollen den neuen Stimmen zuhören und herausfinden, wie wir unsere Markenbotschaft in diesem neue Ökosystem einbringen können. In unserer Industrie vermarkten wir Träume und verkaufen sie unseren Kunden: Wir sollten deshalb diese Zeit nutzen, um die Zukunft neu zu zeichnen."

Designerin Gabriela Hearst – isoliert in New York
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"Ich hoffe, dass man in dieser Krise merkt, dass wir nicht endlose natürliche Ressourcen haben. Dass in der Mode derzeit alles auf die Abfallwirtschaft hinausläuft. Abfall ist ein menschlicher Designfehler, etwas, das es in der Natur nicht gibt. Unser Job ist es jetzt von der Natur zu lernen, damit wir uns von der heutigen Wegwerfkultur lösen können.

Designer Kenneth Ize – isoliert in Paris
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"Mein Team ist international verstreut. Die meisten meiner Weberinnen sitzen in Nigeria. Über Whatsapp zu designen, ist gar nicht so einfach – aber solche Momente zwingen uns, noch kreativer und leidenschaftlicher an unseren Unternehmen zu arbeiten. Wir müssen trotz aller Hindernisse Content generieren. Die Runway-Shows sind vielleicht gestrichen, aber das Leben geht weiter."

Designerin Stella McCartney – isoliert in Wiltshire, England
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"Wir sind Gewohnheitstiere. Ich befürchte, dass wir alle wieder in unserer vorherigen Wahnsinns-Zustand zurückkehren werden. Mir hat die Isolations-Phase einiges gezeigt: Ich nehme meine Umwelt viel bewusster wahr und finde darin neue Inspiration. Und ich möchte, dass diese Krise die Fast-Fashion-Industrie endlich bremst.

Bei meinem Label produzieren wir nachhaltig. Was uns dazu zwingt, zwei bis drei Jahre im Voraus Materialien anzubauen und Stoffe herzustellen. Deshalb können wir auch während des Shutdowns unsere Kollektion produzieren. Fast-Fashion-Unternehmen, die mit einer anderen Geschwindigkeit Kleider herstellen, sitzen jetzt auf dem Trockenen, alles steht still."

Designer Marc Jacobs – isoliert im Mercer Hotel in New York
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"Nebst den gesundheitlichen Folgen dieser Pandemie finde ich es beängstigend, wie wir uns zurzeit beibringen, isoliert zu leben. Man kann sich das ganze Leben nach Hause bestellen und alle Freunde sind jederzeit auf einem Screen abrufbar. Wir brauchen menschlichen Kontakt und Austausch. Ich treffe mich sonst mit so vielen Fotografen, Designern und Models – sie alle sind ein Teil meines kreativen Prozesses. Das fehlt mir extrem. Wir sollten diese menschlichen Verbindungen jetzt mehr denn je schätzen und pflegen."

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