Aufmacher Miss Friday Illus Melanie Bidmon Annina Herzer
Melanie Bidmon / Annina Herzer

Miss Friday ist für einen Tag zurück

von Friday Magazine

26 OKTOBER 2018

Life

Erinnert ihr euch an unsere Kult-Kolumnistin Miss Friday? Sie hat uns heute zum Geburtstag mit einem Jubiläums-Text überrascht.

Als wir 2008 angefangen haben, mit Kleber und Schere, war nicht nur Justin Bieber ein Baby, wir auch. Donald Trump war offiziell ein Weirdo, mehr nicht, die Welt war eine andere. Kate Perry hatte - wie aufregend - darüber gesungen, dass sie ein Mädchen geküsst hat und niemand wäre auf die Idee gekommen, freiwillig Radlerhosen anzuziehen. Oder sein Frühstück auf Insta zu posten. We came a long way. Viele wurden geboren, wenige sind gestorben. Du hast dich gehäutet und neu erfunden, und wurdest das, als was du immer gedacht wurdest. Gratis, aber nicht umsonst, Bunt, aber nicht knallig. Eigen und vor allem anders. Mit einer Stimme. Zu deiner ersten Null und deiner zehnten Reise um die Sonne, möchte ich dir gratulieren und habe dir eine "Miss Friday" geschrieben. Aus Dankbarkeit für diesen crazy ride called life, von dem du im letzten Jahrzehnt (OMG) ein grosser Teil warst. Let's have a party, later. Kein Alkohol ist auch keine Lösung.

Om Lokah Samastah Sukhino Bhavantu

Ist Sanskrit und hat was mit Frieden zu tun. Das ist eben das gute am Älterwerden, irgendwie findet man ihn tatsächlich. Ob mit THC oder ohne. Ich fand ihn gerade erst wieder in den weichen Armen einer sehr kleinen und runden Inderin mit einem riesigen, multidimensionalen und offenen Herzen. Amma nimmt alle in den Arm. Bedingungslos. Und riecht dabei nach Rosen.

Vor zehn Jahren habe ich es knapp in die Halle geschafft, in der sie Audienz hielt. Dass ihre PR-Frau damals im Tram die Kolumne las, in der ich darüber schrieb, wie ich Amma nicht umarmen konnte und mich fragte, warum gesunde Erwachsene stundenlang für ein Umarmungsticket anstehen, war das nur eine der Geschichten, die mir einfiel, als ich eben in dieser Schlange stand. Neben mir stand Noemi Manser und erzählte die Geschichte, wie sie einfach so zu dünn wurde, um in Amerika ein knallhart erfolgreiches Curvy Modell zu sein, das billige Unterwäsche und Damenparfum verkauft. Jetzt malt sie mit beiden Händen Bilder mit goldener Aura und ist superhappy. Auch ohne das ganze Geld, das man eben bekommt, wenn man seinen Namen und seinen Körper dem System zur Verfügung stellt.

Diamond is my favorite color!!!

Apropos Geld: Am Mittwoch hatten wir einen Vollmond im Stier. Stier ist das Genussprinzip und wird von der Venus regiert, die wiederum regiert über Love, Sex and Money. Zwar läuft sie gerade rückwärts, was zur Folge, hat, dass alles, was in Sachen Herzensangelegenheiten oder Steuererklärungen irgendwann mal schiefging, eventuell wieder zum Vorschein kommt.

Jedenfalls entschloss ich mich für ein Abundance Manifestationsritual my Style. Statt grüne Kerzen barbusig zu entzünden und Basilikum zu räuchern, was auch super funktioniert, verbrachte ich den Morgen bei Harry Winston. Frühstück bei Tiffany is (like dating DJ's) so very last season. Vor der Verlobungsring-Vitrine geschah das Unvermeidbare: Der schönste Brilliant von höchster Reinheit dieser Welt landete an meinem Finger. Das Gesetz der Anziehung! Sofortige Energieübertragung fand statt. Der Ring im Wert von sagenhaften zwei Millionen liess sich nur äusserst ungern wieder entfernen.

Dass ich vor lauter Regenbogenhirn vergass, mein Kind abzuholen, ist in Ordnung. Gestern Abend im coolen #hermessilkmix Plattenladen erzählte mir jemand, dass die beste Freundin seiner Mutter damals bei Chanel auf dem Rodeo Drive, als sie vollgepackt die Boutique schon verlassen hatte, mit den Worten: "Madame, your Child", an ihr Baby erinnert wurde. HUMAN!!

(Wer Miss Friday ist, fragt ihr? Das ist ihr Insta. Pssst!)

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