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So nachhaltig ist die Verpflegung an Schweizer Unis

von Gloria Karthan

12 SEPTEMBER 2019

Life

Aus Klimaschutz-Gründen bietet eine Londoner Universität in ihren Mensen bald kein Rindfleisch mehr an. Wir haben bei vier grossen Schweizer Unis nachgefragt, wie grün ihre Menüs sind.

Ab dem kommenden Semester will die prestigeträchtige Londoner Uni Goldsmiths kein Rindfleisch mehr anbieten. Die Klimabilanz von Rindfleisch ist nämlich ganz schön mies. Die Rektorin begründet ihren Entscheid damit, dass auf den Ausruf des Klimanotstands in Grossbritannien auch echte Massnahmen folgen müssen. Ausserdem werde die Uni Sonnenkollektoren montieren und Gebühren auf Einwegplastik erheben.

Und wie siehts an Schweizer Hochschulen aus? Gibts Burger, Steaks und Hackfleisch hier auch bald nur aus Quorn, Seitan und Co.? Wir haben bei den Unis in Bern, Zürich und Basel sowie an der ETH nachgefragt, welche nachhaltigen Massnahmen Studierende beim Semesterstart nächste Woche erwartet.

Universität Bern: Flugverbot für Food

"Erstaunlicherweise gab es in den letzten Monaten nur wenige Anfragen von Studierenden bezüglich nachhaltigem Essen", schreibt die ZFV-Gruppe, welche sich an der Uni Bern um die Verpflegung kümmert. Vielleicht liegts daran, dass die Hochschule bereits relativ grün auftischt: In allen zwölf Betrieben gibts täglich ein Vegi-Menü und in einigen ein veganes Angebot – eine Cafeteria ist sogar komplett vegan.

90 Prozent aller Produkte stammen aus einem Radius von unter 50 Kilometern und Flugware ist laut der Medienstelle nicht erlaubt. "Ein generelles Verbot von Rindfleisch ist aber aktuell nicht geplant", schreibt die ZVF. Aber man setze es massvoll ein und biete auch Fleischalternativen, etwa den Green Mountain Burger, an.

Universität Zürich: Nachfrage nach Fleisch sinkt

Analog zur Uni Bern werden auch die Mensen und Cafeterias der Uni Zürich vom ZFV geführt. Laut Mediensprecherin Melanie Nyfeler sinkt die Nachfrage nach Fleisch-Menüs, während die vegane Mensa bei den Studierenden sehr beliebt ist.

"Wir versuchen schon länger, eine nachhaltige Verpflegung anzubieten und planen auf nächstes Jahr eine vegetarische Mensa am Standort Irchel." Ab kommender Woche könne man in den Mensen wiederverwendbare Take-away-Behälter beziehen.

Universität Basel: Die Hälfte vegetarisch

Die SV Group, welche die Basler Studierenden verpflegt, hat gemeinsam mit dem WWF ein Nachhaltigkeitsprogramm entwickelt. Statt Einweggeschirr aus Plastik wurde zum Beispiel ein Mehrwegsystem mit Pfand eingeführt.

"Die Hälfte des Menü-Angebots ist ausserdem vegetarisch oder vegan und die Köchinnen und Köche werden an der Hiltl Akademie in Zürich laufend weitergebildet", sagt Arne Menn, Leiter Nachhaltigkeit der Universität. Nur 0,12 Prozent aller eingekauften Lebensmittel werden eingeflogen und 80 Prozent aller Produkte stammen aus der Schweiz.

Rindfleisch wirds an der Uni Basel aber weiterhin geben. "Der Ausschluss würde zwar unseren eigenen CO2-Abdruck verringern, diesen aber vermutlich nur auf die umliegende Gastronomie verschieben", sagt Menn. Viele Gäste seien noch nicht dazu bereit, auf Rindfleisch beziehungsweise Fleisch, zu verzichten.

ETH: Nachhaltige Ausbildung

Gemeinsam mit den Catering-Firmen SV und Compass Group hat die ETH ein umfassendes Klimaprogramm entwickelt, um den CO2-Ausstoss von 2017 bis 2021 um 10 Prozent zu senken. "Dazu gehört unter anderem die Reduktion von Fleisch und Flugwaren", sagt Mediensprecher Markus Gross. Es gebe zwei vegane Menüs pro Woche und die Mensen würden auf saisonale und lokale Produkte setzen. Laut dem Mediensprecher wünscht sich ein Teil der Studierenden deutlich mehr nachhaltige Menüs und weniger Verpackungen beim Take-away.

Gross betont aber auch: "Die grösste Nachhaltigkeitsleistung einer Hochschule liegt darin, wie kompetent wir unsere Studierenden ausbilden und sie für ihren Einsatz für eine nachhaltige Gesellschaft vorbereiten." Ebenso wichtig seien Innovationen in Forschung und Technologie.

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