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Mein Airbnb kann nicht klein genug sein

von Gloria Karthan

31 JANUAR 2019

Life

Redaktorin Gloria hat Ferien in einem Tiny House gemacht. Und will seither nur noch cozy hausen.

Die Sommerferien haben mein Freund und ich in einer winzigen Steinhütte in der Toskana verbracht. Das rustikale Mini-Cottage hatte zwei Stockwerke, die durch eine Leiter verbunden waren. Viel zu sehen gab es nicht: Unten die kleine Küche plus Tisch, oben das Bett und gleich daneben, nur durch einen Vorhang getrennt, das WC.

Zugegeben, letzteres wird manch frisch verliebtes Pärli von der Buchung abhalten. Punkte aufs Romantikkonto gabs dank dem Baumzelt, der Wiese auf der tagsüber Pferde grasten und nachts Glühwürmer rumschwirrten und vor allem dem mangelnden Platz, der unweigerlich zu ganz viel Nähe führte.

Tiny Houses passen in die Zeit

Downsizing heisst der Wohntrend, der als Antwort auf die steigenden Mietpreise in den USA entstand. Dabei haust man auf kleinem Platz und damit günstiger und ökologischer. Doch längst nicht mehr nur Ökos fahren auf Mini-Häuser ab. Auf Plattformen wie Airbnb finden sich zahlreiche stylische Tiny Houses, die eher an bewohnbare Schuhkartons aus der Zukunft, als an Peter Lustigs Wohnwagen erinnern.

Auf kleinem Raum Ferien zu machen passt perfekt zum aktuellen Minimalismus-Trend. Wir versuchen gerade mit weniger klarzukommen und mit dem Wenigem länger. Zusätzlicher Sustainability-Faktor: Für Ferien im Mini-Haus muss man gar nicht weit reisen, denn auch in den Schweizer Alpen gibts Tiny Chalets. Ansonsten bist du mit dem Zug in wenigen Stunden in einem unserer Nachbarländer, wo es zahlreiche Häuschen zu entdecken gibt. Aber auch im Norden, etwa in Skandinavien oder England, gibts hübsche Tiny Homes zum Relaxen, die oftmals sogar am Wasser gelegen sind.

Würdet ihr in einem Tiny House Ferien machen?

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  • Nur, wenn es super luxuriös wäre. 6%
  • Nein, ich brauche auch in den Ferien einen Rückzugsort. 12%

Tipi, Baumhaus oder Raum auf Rädern

Von einem Tiny House spricht man eigentlich bei einer Wohnfläche zwischen 15 und 45 Quadratmetern. Fasst man den Begriff weiter, gehören auch alternative Wohnformen dazu. Für Fans von Glamping, also Camping mit Glamour-Faktor, gibt es etwa luxuriöse Tipi-Dörfer. Naturfreunde kommen in Baumhäusern, in denen man ausser Vogelzwitschern nichts hört, auf ihre Kosten. Wer sich nicht entscheiden kann, wo es hin soll, mietet ein fahrbares Haus. Die sind wie Wohnmobile, nur heimeliger.

Manche Unterkünfte sind sogar komplett autark, das heisst, sie sind unabhängig von externer Strom- und Wasserversorgung. Viele stationäre Mini-Homes befinden mitten auf dem Land, weit weg von Wlan und Zivilisation. Abgeschotteter geht also nicht. Und das ist in diesem Fall sogar ganz gut so. Bislang hielt ich Formulierungen wie "die Seele baumeln lassen" und "der Hektik des Alltags entfliehen" für leere Floskeln. Jetzt kann ich es kaum abwarten, genau das zu tun - und die nächsten Ferien auf engstem Raum zu verbringen.

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