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Was ich im Lockdown über Make-up gelernt habe

von Gloria Karthan

11 JUNI 2020

Beauty

Redaktorin Gloria hat sich seit Anfang März nicht mehr geschminkt. Und ihr Verhältnis zu Make-up überdacht.

Ich liebe Make-up – heiss. Auf meinem Schminktisch stapeln sich die Eyeshadow-Paletten, ich habe zwei Dutzend Profi-Pinsel und eine Foundation in jedem Hautton, den mein Gesicht innerhalb eines Jahres annimmt. Wer meine Make-up-Sammlung sieht, könnte glatt meinen, dass ich mein Geld als Beauty-Bloggerin verdiene. Habe ich einmal Pinsel und Schwämmli in der Hand, komme ich ruckzuck in den Flow.

Manchmal nehme ich mir vor, mich nur ganz dezent zu schminken – etwa für ins Büro. Nur ganz wenig Foundation, ein Hauch Concealer und Puder bloss in der T-Zone. Cremerouge sieht ja zum Glück natürlich aus, das geht auch noch. Plus noch eeetwas Highlighter auf die Wangenknochen. Und mit Brauengel sieht der Blick einfach wacher aus. Ups. Wie viele Produkte waren da jetzt wieder im Spiel?

Seit Anfang März habe ich mich nicht mehr geschminkt. Angefangen hats, weil ich an der sogenannten Lockdown-Skin litt und meiner Haut eine Pause gönnen wollte. Nach ein paar Wochen habe ich mich nicht nur an die halbe Stunde mehr Schlaf gewöhnt, sondern auch an mein ungeschminktes Face.

Das geschminkte Gesicht ist mir fremd

Als ich kürzlich zu einem Znacht bei Friends eingeladen war, habe ich erstmals schminktechnisch wieder richtig Gas gegeben. Die Augenringe hatte ich mit Concealer komplett weggezaubert, die eh schon langen Wimpern mit massig schwarzer Mascara umhüllt. "Huch!", dachte ich beim Blick in den Spiegel. Nach wochenlangem Nude-Look kam mit mein geschminktes Gesicht fremd vor. Mit weniger drauf sah das doch die letzten Monate auch ganz passabel aus?

Ich gehe jetzt öfter wieder in Bars und Restis und seit dieser Woche sitze ich erstmals wieder im Büro. Früher wärs für mich undenkbar gewesen, das ohne Make-up zu tun. Jetzt lasse ich meine Haut auch mal aufatmen. Manchmal komplett ungeschminkt, manchmal nur mit einem knalligen Lippenstift. Und manchmal, etwa wenn meine Freundin nächste Woche Geburi feiert, darfs auch mal wieder der violett-schimmernde Lidschatten sein. Den Spass am Schminken habe ich im Lockdown nämlich nicht verloren. Ich habe lediglich gemerkt, dass weniger manchmal wirklich mehr ist.

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