Kristina
Courtesy by Kristina Bazan

"Früher hatte ich Angst, meine dunkle Seite zu zeigen"

von Gina Buhl

26 SEPTEMBER 2018

Entertainment

Kristina Bazan, einst Schweizer Über-Bloggerin, macht inzwischen Musik. Ihre neue Single "VR" versprüht düstere 80s-Vibes – genau wie Kristinas neuer Look. Wir haben mit ihr gesprochen.

Die Genferin Kristina Bazan zählte bereits zu den einflussreichsten Influencerinnen der Schweiz, als mit dieser Berufsbezeichnung noch niemand wirklich etwas anfangen konnte. Das war 2012.

Innerhalb weniger Jahre hat sie sich mit ihrem Blog Kayture in die Herzen ihrer Community gepostet – auch international. Sie kollaborierte mit big Brands wie L'Oréal Paris, war Coverstar der französischen "Elle" und wurde vom Magazin "Forbes" unter die 30 erfolgreichsten Menschen unter 30 Jahren gewählt.

Adieu, Influencer-Leben

Umso irritierter waren ihre Fans, als die 24-Jährige im Mai diesen Jahres alle Fotos auf ihrem Instagram-Profil löschte, um ihre Influencer-Karriere offiziell und dramatisch zu beenden. Kristina hatte nämlich etwas Wichtiges zu verkünden: den Start ihrer Musik-Karriere.

Es sei an der Zeit gewesen, dass die Leute sie nicht mehr als Influencerin oder It-Girl schubladisierten, sagt Kristina im Interview mit Friday. "Ich wusste, dass ich es irgendwann bereuen könnte, wenn ich es mit der Musik nicht versuchen und alles dafür geben würde." Und so versorgt sie seit Juni ihre 2,2 Millionen Abonnenten fast ausschliesslich mit Music-Related-Content: "Düster, sinnlich, hypnotisch und elektronisch" beschreibt Kristina ihren Sound. Ein grosses Thema in ihren Songs ist Technologie und wie sie unser Leben und unsere Beziehungen beeinflusst. "Was in meinem Fall ziemlich gut zutrifft", sagt Kristina. "Immerhin hat sich bei mir so lange alles um Social Media gedreht."

Schönes schaffen aus Darkness

Aus dem ehemaligen süssen Hannah-Montana-Girl ist inzwischen eine mysteriöse Künstlerin geworden. "Ich hatte früher Angst davor, Tiefe, Introvertiertheit, meine dunkle Seite zu zeigen. Weil ich dachte, dass nur erfolgreich ist, wer sich immer glücklich und positiv gibt", sagt die Musikerin. "Doch ich möchte diese Dunkelheit nutzen und Schönes daraus ziehen."

Die neue, mysteriöse Kristina sieht man auch im Video zu "VR", in dem die Westschweizerin in einem futuristischen Nightclub versucht, einen bizarren Fischmann zu verführen. Kristina hat alle Looks selbst gestylt, inspiriert haben Musikvideos aus den 80s: "Ich mag diesen gewissen retro-futuristischen-Rock-Glam-Vibe."

Die Jahre als tonangebende Influencerin vermisst Kristina Bazan nicht: "Social Media ist trügerisch. Du vergisst irgendwann, wer das auf den Bildern ist. Denn das Leben, das man nach aussen hin zeigt, scheint dir auf einmal nicht mehr zu gehören", sagt Kristina. "Ich musste mich wiederfinden. Das habe ich getan – und ich bin stolz darauf."

"VR" ist Kristinas zweite Single und kommt mit einem überraschend funky Debüt-Clip. Der Song versprüht Disco-Glam und Blondie-bis-Lana-Del-Rey-Vibes.

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