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Crazy, welchen Einfluss junge Klimaaktivistinnen auf ihre Väter haben!

von Gina Buhl

10 MAI 2019

Life

Eine neue Studie zeigt: In Klimabelangen steuert niemand das Gewissen der Erwachsenen so sehr wie ihre Kids. Konservative Väter haben dabei die grössten Aha-Momente.

Als sie vor knapp einem Jahr zum ersten Mal in den Medien aufgetaucht ist, diese kleine, unscheinbare Person, hatte niemand gedacht, dass sie unser aller Klimaverständnis komplett auf den Kopf stellen würde. Denn die 15-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg, da waren sich die meisten Erwachsenen sicher, sei viel zu jung, viel zu unerfahren und viel zu naiv. Inzwischen sind die meisten schlauer und wissen, dass die Schwedin – entgegen aller Vorbehalte – mit ihren Schülerstreiks, Klimagipfel-Speeches und Interviews genau das geschafft hat.

Was Greta kann, können andere Teens auch

Aber wie das so ist als Teenie, musste auch Greta lange bevor sie die Massen bewegen konnte, erst einmal ihre Eltern überzeugen. Sie hielt ihnen Klimaabstracts vor die Nase, druckte erschütternde Untersuchungen aus, sprach mit ihnen über die sichtbaren Veränderungen in der Umwelt. "Nach einer Weile haben sie angefangen mir zuzuhören. Von diesem Moment an wusste ich, dass ich jetzt etwas erreichen kann", erzählte Greta in einem Interview mit dem "Guardian". Seitdem unterstützen ihre Eltern sie auf voller Linie – und wie eine neue Studie jetzt zeigt, könnten auch andere Teens ihre Eltern auf gleich überzeugende Weise zum Umdenken bringen.

Die besseren Lehrer und Politiker

Die Studie von Soziologen der North Carolina University, die im "Nature Climate Change" erschienen ist, hat 600 Kinder und ihre Eltern in einem Zeitraum von zwei Jahren untersucht. Der Hälfte der 11- bis 15-jährigen Kids wurde im Schulunterricht umfangreicher Klima-Lernstoff vermittelt. Die Hausaufgaben bestanden daraus, ihren Eltern das Gelernte weiterzugeben. Die anderen 300 Kinder bekamen das gleiche Material. Ob sie mit ihren Eltern über den Unterrichtsstoff sprachen, blieb jedoch ihnen überlassen.

Das Ergebnis: Sowohl die Kinder, als auch die Eltern der ersten Gruppe hatten am Ende ein viel grösses Klimaverständnis, als die der zweiten Gruppe. Dort waren es lediglich die Kids, die vom Gelernten merklich profitiert hatten. Bei Gruppe 1 ging der Einfluss der kleinen Aktivistinnen und Aktivisten sogar noch weiter: Nach den untersuchten zwei Jahren wollten sich die meisten Eltern selbst aktiv gegen den Klimawandel einsetzen.

Konservative Väter

Danielle Lawson, Autorin der Studie erklärt diese Entwicklung in ihrem Abstract so: "Die Ansichten der Kinder spiegeln keine politische Ideologie wider. Die Eltern sind also wesentlich aufgeschlossener gegenüber den ihnen vorgelegten Informationen." Ausserdem hätten bereits vorangegangene Untersuchungen gezeigt, dass Eltern ihren Kindern bei wissenschaftlichen Dingen genauer zuhören, als etwa Wissenschaftlern selbst. "Die Kleinen schaffen es einfach besser, komplexe Dinge aufs Wesentliche runterzubrechen", so Lawson.

Die Soziologen untersuchten ausserdem, welche politischen Einstellungen die Eltern, die sich am meisten beeinflussen liessen, hatten. Dabei fanden sie heraus, dass die grösste Veränderung in den Köpfen der konservativen Väter passiert war. Ganz besonders hatten sich die Ansichten konservativer Väter verändert, wenn die Klima-Botschaften von ihrer Tochter vermittelt wurde. Eine Erklärung dafür konnten die Wissenschaftler in dieser Studie allerdings noch nicht finden.

Bleibt zu hoffen, dass die Soziologen diesen Sachverhalt auch noch klären. Und bis dahin wisst ihr ja, was zu tun ist, liebe Teens.

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