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Courtesy of Kamila Rudnicka

Designerin entwirft ein Besamungs-Tool für zuhause

von Gina Buhl

15 DEZEMBER 2019

Life

Die Polin Kamila Rudnicka hat ein minimalistisches Besamungs-Tool designt, das Paare mit unerfülltem Kinderwunsch helfen soll.

Auf den ersten Blick sieht Kamila Rudnickas Erfindung aus wie ein hipper Dildo aus dem Hause Apple: Der rosa-metallische Korpus ist schlicht, einzig ein paar kleine weisse Silikonverzierungen sind darauf angebracht. Kein zusätzlicher Firlefanz, keine Knöpfe, keine Fernbedienung.

Kurz: Es würde wohl keine Frau überraschen, das Teil bei der besten Freundin im Badezimmerschrank zu entdecken – wäre da nicht diese crème-weisse Blase am oberen Ende. Die Blase, in der das Sperma darauf wartet, in den Uterus gepumpt zu werden. Die polnische Designerin Kamila Rudnicka hat nämlich ein Besamungs-Kit entworfen.

Mini-Pumpen, Glas und rosa Dildo

Das Kit "Way" besteht, nebst Dildo, aus einem kleinen Glas und zwei Mini-Pumpen – und besonders kompliziert scheint die Anwendung nicht zu sein, immerhin solls ja auch zu Hause funktionieren: "Zuerst muss das Sperma in das Glas geschüttet werden. Anschliessend wird es mit den kleinen Pumpen in die Blase gesaugt", erklärt Kamila dem Online-Portal "Dezeen".

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Courtesy of Kamila Rudnicka

Die mit Sperma befüllte Blase wird dann wieder in den dafür vorgesehenen Ring geschoben und mit dem kleinen weissen Silikonschlauch (der an dieser Stelle seine Funktion als blosse Verzierung verliert) verbunden. "Von da an läuft alles dank des Unterdrucks, der in der Blase herrscht, ganz wie von selbst", so Kamila.

Der Besamer kann ins Vorspiel integriert oder auch direkt eingeführt werden – jedenfalls soll er gemäss Kamila "Wie nebenbei Teil des Liebesspiels sein." Ganz unwichtig ist dies nicht, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Wenn sich Frauen entspannen und während der Infertilisation sogar zum Orgasmus kommen, steigt die Chance einer erfolgreichen Befruchtung nämlich um bis zu 15 Prozent.

Hohes Stresslevel senkt die Erfolgsschancen

Ausserdem hofft die Designerin den Frauen den psychischen Druck nehmen zu können, der mit mehrmaligen Terminen, Anfahrten in eine Klinik und den Eingriffen selbst einhergeht. Dem psychischen Druck, wenn die Befruchtung nicht gleich beim ersten Mal klappt. Auch hier ist die Wissenschaft auf der Seite der Designerin: Forschende aus Boston haben herausgefunden, dass ein Anstieg des Stresshormons Cortisol in der ersten Zyklushälfte die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung um 12 Prozent verringert.

Wie schnell und steril die ganze Aktion aber vonstatten gehen muss, wenn das Sperma sich im Glas befindet, darüber findet sich im Projekt-Beschrieb nichts.

Kamila sucht Sponsoren

In erster Linie hat Kamila das Home-Tool für Paare entworfen, die in Polen nicht einfach in eine Klinik spazieren können, um sich künstlich befruchten zu lassen: "Das Kit soll Trans- oder lesbischen Paaren helfen – oder solchen, bei denen ein Partner an HIV erkrankt ist."

Wie realistisch es ist, dass Paare das Besamungs-Tool überhaupt nutzen können, ist allerdings noch nicht klar. Momentan sucht Kamila nämlich noch nach Sponsoren, die ihr die Produktion des Tools ermöglichen.

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