Kate upton
Instagram @canadagoose

Kate Upton will Eisbären retten – und wird dafür kritisiert

von Gloria Karthan

7 FEBRUAR 2020

Fashion

Das Model ist das Testimonial für Canada Goose und setzt sich gemeinsam mit dem Brand für den Schutz der Eisbären ein. Online hagelts dafür Kritik.

Diese Woche postete Kate Upton ein Pic auf Instagram und Twitter, auf dem sie für die Parkas von Canada Goose wirbt. Schon seit Dezember ist die 27-Jährige eine sogenannte "Goose Person" und Gesicht der Kooperation mit Polar Bears International. Canada Goose spendet einen Teil des Gewinns aus dem Verkauf seiner Jacken an die Non-Profit-Organisation, die sich dem Schutz der Eisbären verschrieben hat.

Das Problematische daran: Für die Pelzkragen ihrer Parkas verwendet Canada Goose das Fell von Kojoten – pro Kapuze muss ungefähr ein Tier dran glauben. Laut der Tierschutzorganisation Peta verwendet der Brand teils brutale Schnappfallen, in denen die Tiere qualvoll verenden. Deshalb wird Canada Goose seit vielen Jahren von Tierschutzgruppen scharf kritisiert. Recherchen von Peta USA sollen ausserdem aufgedeckt haben, dass die Gänse für die Daunenfüllung von Canada-Goose-Jacken lebend gerupft werden.

"Bitte recherchier mal"

Unter dem Posts der Amerikanerin hagelt es deshalb Kritik. Ihre Follower werfen Kate Heuchelei vor. "Bitte recherchier mal. Canada Goose ist kein Brand, der Tiere unterstützt. Sie töten Kojoten bloss wegen ihres Fells", schreibt eine Followerin.

Statt sich zur Kritik zu äussern, hat Kate mittlerweile die Kommentarfunktion auf Insta deaktiviert. Auf Twitter geht der Shitstorm allerdings weiter. User @atrochut stellt die rhetorische Frage: "Ist das nicht dieselbe Firma, die Kojoten wegen ihres Fells tötet?" Und Userin @chloecheeseman fügt hinzu: "Ihr schützt also Eisbären, findets aber voll in Ordnung, andere Tiere für Pelzkrägen zu häuten? Was für ein schreckliches Unternehmen".

Canada Goose äussert sich nicht

Und was sagt der Brand dazu? Nicht viel. Unsere Kolleginnen von Friday Romandie haben Canada Goose kontaktiert, doch die Verantwortlichen möchten sich nicht zur Kontroverse äussern. Stattdessen verweist der Hersteller auf ein Statement, welches auf der Webseite zu finden ist:

Canada Goose

"Wir glauben, dass alle Tiere im Leben und im Tod eine menschliche Behandlung verdienen, und bemühen uns um die ethische Beschaffung und verantwortungsbewusste Verwendung aller tierischen Materialien für unsere Produkte. Wir dulden keine vorsätzliche Misshandlung und Vernachlässigung von Tieren oder böswilliges Verursachen unnötigen Leides. Unsere Standards für die Beschaffung und den Gebrauch von Pelz, Daunen und Wolle reflektiert unser Engagement für die Materialbeschaffung von Tieren, die keiner vorsätzlichen Misshandlung oder unnötigem Leid ausgesetzt wurden."

Echtpelz verschwindet allmählich

Canada Goose setzt also weiterhin auf Pelz. Und das, obwohl mittlerweile fast alle grossen Labels darauf verzichten: Bei Zara, H&M und Topshop gibts keinen Pelz mehr und sogar Luxusbrands Prada, Gucci, Versace und Burberry haben ihm abgeschworen. Onlineshops wie Zalando, Net-a-Porter und Galaxus verzichten ebenfalls auf Echtfell. Genau wie die Schweizer Warenhäuser PKZ, Jelmoli und Manor.

Seit vergangenem November ist sogar die Queen pelzfrei. Und bald werden es Pelzbrands wie Canada Goose noch schwerer haben: Ab 2023 ist in Kalifornien der Verkauf von Echtpelz komplett verboten. Auch in der Schweiz verlangt eine breite Allianz im Parlament vom Bundesrat, ein Importverbot für "tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte" zu erlassen. Der Berner SP-Nationalrat Matthias Aebischer hat einen entsprechenden Vorstoss eingereicht – laut "Sonntagszeitung" stehen die Chancen für ein Importverbot gut.

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