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Bilder: Getty-Images, Collage: Friday

"Karl Lagerfeld war ein frauenfeindlicher Fat-Shamer"

von Gina Buhl

21 FEBRUAR 2019

Fashion

Schauspielerin Jameela Jamil hat den verstorbenen Modeschöpfer Karl Lagerfeld auf Twitter als schlechten Menschen bezeichnet. Daraufhin entfachte ein Schlagabtausch zwischen ihr und Karls Muse Cara Delevingne.

Die Welle der Trauerbekundungen, die seit Karl Lagerfelds Tod die sozialen Medien flutet, ist überwältigend. Er wird als Held der Modebranche gefeiert, als Visionär. Als Mensch, der sein Umfeld verzaubert und mit seiner direkten Art immer wieder überraschte.

Reaktionen, die bei der britischen Schauspielerin Jameela Jamil für Entsetzen gesorgt haben – denn in ihren Augen war die Modelegende alles andere als ein Heiliger. Am Mittwoch hat die 32-jährige selbsternannte Body-Positivity-Aktivistin auf Twitter das mit einem Retweet eines Posts des feministischen Portals "Wear Your Voice" offiziell gemacht: Im Post wird dazu aufgerufen, nicht um Karl Lagerfeld zu trauern. Er sei ein weisser, priviligierter Mann gewesen, der mit seinen Aussagen für völlig unrealistische Schönheitsideale und die Aufrechterhaltung des Patriarchats gesorgt habe.

Jameela schreibt dazu: "Ich bin froh, dass es jemand ausspricht. Selbst wenn es noch etwas zu früh dafür ist. Ein rücksichtsloser, frauenfeindlicher Fett-Shamer sollte nicht im ganzen Internet als zu früh verstorbener Heiliger dargestellt werden. Talentiert? Sicherlich. Aber nicht der beste Mensch."

Die Reaktionen auf die heftigen Anschuldigungen folgen prompt, denn längst nicht alle Twitter-Userinnen und -User stimmen Jameela zu. Auch Chanel-Muse Cara Delevingne findet Jameelas Post geschmacklos: "Er war kein Heiliger – er war ein Mensch, der wie wir alle Fehler gemacht hat. Wir sollten alle die Chance bekommen, dafür Vergebung zu erlangen."

Was dann folgt, ist ein sehr (!) langer und emotionaler Schlagabtausch der beiden Celebs: Jameela schreibt, Karls Verhalten dürfe man nicht einfach dulden – auch wenn er jetzt tot sei. Cara entgegnet, dass Jameela ihm das hätte sagen sollen, als er noch am Leben war. Sie sei verletzt von Jameelas Verhalten, sie persönlich hätte sich nie von Karl angegangen gefühlt. Wenn, dann sei es ein grundsätzliches Problem der Branche.

Jameela sieht das anders. Sie vergleicht Karl Lagerfeld sogar mit dem #Metoo-Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein:

Für Cara ein zu weit hergeholter Vergleich: "Du kannst Karl nicht mit Harvey vergleichen", schreibt sie und überlässt anderen Twitter-Userinnen und Usern das Feld. Das Lagerfeld-Pro-und-Contra zwischen Caras und Jameelas Followern geht stundenlang weiter – Jameela ist mittendrin. Bis auch sie sich schliesslich letzte Nacht aus der Diskussion zurückzog.

Heute schreibt Jameela, sie wolle – ausgelöst durch die Twitter-Konversationen – einen Text über das grundsätzliche Problem der Modebranche schreiben. Es bleibt also spannend.

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