kalte-haende-gruende
Stocksy

Daran liegts, wenn du ständig kalte Hände hast

von Gina Buhl

18 NOVEMBER 2019

Health

Ob im Hochsommer oder bei arktischer Kälte – deine Hände gleichen zwei Eisblöcken? Wir verraten dir, woran das liegen könnte.

Zuallererst die schlechte Nachricht: Die Hände von Frauen sind deutlich häufiger kalt als die von Männern. Das liegt daran, dass wir in der Regel nicht so viele wärmende Muskeln haben. Und weil die das Heizkraftwerk unseres Bodys sind, frieren wir eben leichter.

Auch das weibliche Sexualhormon Östrogen hat seine Finger im Spiel: Es weitet die Blutgefässe, was zwar die Durchblutung erhöht, aber auch jede Menge Wärme nach aussen abgibt. Bei 15 Grad Aussentemperatur schaltet unser Körper also auf Sparflamme – bei Männern passiert das erst bei zehn Grad.

Grundsätzlich sind unser aller Hände und Füsse aber immer etwas kälter als andere Körperteile. Das liegt am Wärmemanagement unseres Körpers, das schon seit Jahrtausenden gleich funktioniert: Sinken die Temperaturen, wird die vorhandene Energie in uns dazu genutzt, um wichtige Organe mit Blut zu versorgen. Und weil Hände und Füsse nicht ganz so wichtig sind wie Herz und Gehirn, müssen die eben hinten anstehen.

Schlechte Durchblutung = kalte Hände

Da wär noch was: Bei Kälte verengen sich unsere Blutgefässe, was dazu führt, dass weniger wärmespendendes Blut durchfliessen kann. Kalte Fingerchen sind also vor allem Anzeichen einer miesen Durchblutung. Tatsächlich gibts aber noch weitere Gründe für die Eisklötze an den Fingern – und die haben nichts mit der Aussentemperatur zu tun. Welche das sind, erfahrt ihr unten.

Die Good News geben wir euch aber jetzt schon auf den Weg: Wenn ihr die Ursachen kennt, könnt ihr relativ leicht etwas dagegen unternehmen.

  • Dein Lifestyle lässt zu wünschen übrig
    Wenn deine Hände immer wieder schlecht durchblutet sind, lässt sie das immer wieder kalt werden – auch ohne Minusgrade draussen. Ein Grund für die schlechte Durchblutung kann eine einseitige Ernährung sein. Wenn dein Körper nämlich zu wenige Vitamine und Mineralstoffe – wie B12, Magnesium und Kalzium – intus hat, ist das gar nicht gut für die Arterien. Natürlich verschlechtert sich die Durchblutung auch, wenn du rauchst. Fun Fact: Eine Zigarette reicht, um den Blutfluss in der Haut für mehr als eine Stunde drastisch zu reduzieren.
  • Du hast zu viel Stress
    Wenn du ständig unter Strom stehst oder zu wenig Schlaf bekommst, wird sich das höchstwahrscheinlich auch an den Händen bemerkbar machen. Unser Körper schüttet in stressigen Phasen nämlich vermehrt Adrenalin aus. Dieses Hormon pusht uns zwar, sorgt aber auch dafür, dass sich die Gefässe stark verengen – auch in Händen und Füssen. Und zack – Frostalarm!
  • Dein Blutdruck ist niedrig
    Bei niedrigem Blutdruck pulsieren die Gefässwände durch den mangelnden Druck nicht genug. Weil die Leitung zu Händen und Füssen vom Herzen aus ziemlich lang ist, kriegen sie also nur wenig wärmendes Blut ab. Du weisst nicht, ob dein Blutdruck zu niedrig ist? Anzeichen dafür sind Müdigkeit, Schwindel, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafprobleme und Reizbarkeit. Übrigens lässt sich niedriger Blutdruck mit Bewegung meist relativ easy wieder in den Griff kriegen.
  • Du nimmst regelmässig Medis ein
    Auch Medis können einen Einfluss auf die Arterien haben. Bei Beta-Blockern (das sind Blutdrucksenker), Migräne-Medikamenten und Schmerzmitteln ist das ziemlich oft der Fall. Informier dich also vorab, wie das bei deinen aussieht – und steig gegebenenfalls auf Alternativen um.
  • Deine Schilddrüse hat ein Problem
    Menschen, die an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, frieren insgesamt häufiger. Das liegt daran, dass der Körper nicht ausreichend mit den Schilddrüsenhormonen Thyroxin und Trijodthyronin versorgt wird – und das wiederum hemmt wichtige Stoffwechselprozesse in unserem Körper. Ein Symptom der Unterfunktion ist die Kälteempfindlichkeit. Auch hier lohnt sichs also, mal deine Werte checken zu lassen.
  • Du isst zu wenig
    Du bist häufig auf Diät? Dann will dein Körper dir mit den kalten Händen wohl mitteilen, dass er dringend mehr Energie benötigt. Bei einer Unterversorgung schaltet er nämlich in sämtlichen Bereichen auf Sparflamme. Bevor er das auch bei der Versorgung deiner Organe tut, solltest du deine Mini-Portiönchen also besser wieder vergrössern.
  • Deine Psyche meldet sich zu Wort
    Weil sich der Zustand unserer Psyche unmittelbar in unserem Body bemerkbar machen kann, können auch kalte Hände ein Indiz dafür sein, dass etwas im Argen liegt. Über das vegetative Nervensystem und zahlreiche Hormone beeinflussen unsere seelischen Troubles nämlich auch unsere Durchblutung. Wenn du innerlich sehr angespannt bist oder etwa unter einer depressiven Verstimmung leidest, kann sich das auch so zeigen.
Noch mehr von uns
Was hältst du von diesem Artikel?
  • :(
  • love it no Data :(
  • haha no Data :(
  • wow no Data :(
  • traurig no Data :(
  • wütend no Data :(
  • love it
  • haha
  • wow
  • traurig
  • wütend