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Warum meine Küche besser als jeder Dancefloor ist

von Gina Buhl

14 APRIL 2019

Life

Redaktorin Gina zieht ihren Küchenboden jedem Dancefloor vor. Wieso und zu welchen Songs sie Mixer und Kühlschrank antanzt, verrät sie hier.

Ich liebe Tanzen, kann aber Clubs nicht ausstehen: Zu eng. Zu stinkig. Zu testosterongeladen. Scheiss Öffnungszeiten. "Geh halt zu Day Raves", sagen sie. "Trink ein paar Wodka Mate", sagen sie. "Du musst dich nur darauf einlassen", sagen sie. Will ich aber nicht.

Für Day Raves ist meine Abneigung gegenüber Drogen zu gross, mit Wodka Mate bin ich durch. Mich in ein miefiges, vollgestopftes Kellerabteil schleppen, obwohl ich todmüde bin? Thanks, but no thanks.

Chemie und Zauberei

Ich könnte mich natürlich einfach mit meiner Club-Unlust abfinden. Nur: Das will ich auch nicht. Tanzen ist für mich nämlich das unersetzliche Ventil für all den Gedankenmüll, den ich im Laufe des Tages so in mir ansammle. Ich zapple fünf Minuten durch die Gegend und plötzlich lösen sich die fiesen, unnötigen, mich klein machenden Gedanken auf und strömen – durch Chemie und Zauberei umgewandelt – in Form von Endorphinen vom Kopf aus in Richtung Bauch. Ich merk das.

Mögt ihr Clubs?

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  • Es gibt nichts besseres! 11%
  • Ab und zu – aber ich ziehe eine gemütliche Bar vor. 48%
  • Keine zehn Pferde kriegen mich in diese Höllenschlucht! 41%

Ganz behutsam landen die Glückshormone dann nach spätestens zwei Songs in meiner Körpermitte und breiten ihre Schmetterlings-Flügelchen aus. Irgendwie so, fühlt sich jedenfalls wahnsinnig gut an. Die Jogging-Runden, in denen mein Kopf innerhalb einer so kurzen Zeit komplett auf Mute gestellt war, kann ich an einer Hand abzählen. Beim Tanzen? Jedes einzelne Mal. Und weil diese Denkpause so wertvoll für mich ist, verzichte ich auch gerne auf Tanzlehrerinnen, die mir Schritte schnippend die Bewegungsabläufe vorgeben, die ich mir dann auch noch merken muss – Schnappatmung! Nein, ich mach das gerne selbstbestimmt.

Perfekte Grösse, perfekte Verpflegung

Meine Moves verlagere ich seit ein paar Monaten also in meine Küche. Perfekter Ort weil: ungestört (im Wohnzimmer lungert meistens mein Freund rum), nicht zu gross, trotzdem geräumig (in weitläufigen Räumen fühl ich mich manchmal lost). Ausserdem ist unsere Küche geschützt vor den Blicken der Nachbarn (wichtig!) und es befinden sich Snacks in unmittelbarer Nähe (noch wichtiger!).

Sport-BH und Wollsocken

Weitere organisatorische Essentials: ein paar Leggings und ein Sport-BH. Kein normaler, der engt ein. Ohne geht aber auch nicht – tut beim Schütteln weh. Apropos Schütteln: In den ersten zehn Minuten hat diese Bewegung oberste Priorität. Das unkoordinierte Entladen manövriert nämlich sämtliche Anspannung aus meinem Körper – man kennt das ja aus dem Kundalini-Yoga. Geht übrigens am allerbesten mit "Abspack-Mukke", wie ich sie liebevoll nenne. Wo wir beim essentiellsten aller Essentials wären: Die Hintergrundbeschallung.

Mitsingen – volles Rohr!

Mir ist bewusst, dass Musik etwas sehr individuelles ist und dass jede selbst entscheiden sollte, zu welchem Genre sie tanzen möchte. Aaaaaber mit meinem mittlerweile mittleren bis grossen Erfahrungsschatz kann ich euch (falls ihr an dieser Stelle auch Lust auf eine kleine Küchen-Tanzsession bekommen habt) nur empfehlen, für den Anfang so richtig tief in die musikalische Trash-Kiste zu greifen. Dann: Mitsingen – volles Rohr! Selbst an den dunkelsten aller dunklen Tage verfliegt die Kacklaune im Nu – zumindest für die Zeit auf dem Kitchen-Dancefloor. Versprochen.

So. Und für alle, die jetzt zwar loslegen wollen, in Sachen Abspack-Mukke aber noch Inspiration benötigen: Meine persönliche Kitchen-Dance-Playlist.

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