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Insta will Online-Shopping revolutionieren

von Sonja Siegenthaler

2 MAI 2019

Life

Checkout on Instagram geht in den USA in eine neue Testphase. Die Funktion könnte unser Shopping-Verhalten komplett verändern.

Die Social-Media-Plattform Instagram verbindet über 130 Millionen Menschen mit Shopping-Content – pro Monat. Mit Shopping-Tags auf den Posts kann sich der Kunde bereits mit wenigen Klicks das gepostete Teil nachkaufen. Der einzige Haken: Die App leitete den Käufer direkt auf die Website des Brands um. Und damit ging Instagram bisher viel Geld durch die Lappen.

Dies soll sich nun ändern: Ab dem 9. Mai startet in den USA eine Beta-Phase von Checkout on Instagram. Was bedeutet: Der User kann das Produkt gleich auf der Instagram-App kaufen und wird nicht mehr auf externe Seiten gelotst. Bei einer Einführung von Checkout auf Facebook wurde ein Umsatz von 10 Milliarden Dollar für die Plattform prophezeit – auch bei Insta kann man nach dem Branchen-Portal "Business of Fashion" mit signifikanten Umsätzen rechnen.

Für Instagram würde sich Checkout bezahlt machen. Welche Auswirkungen hätte das neue Feature aber auf Brands, Influencer und den Endkonsumenten?

Der Instagram-User

Egal ob Beauty-Produkte, Kleider, Elektrogeräte oder Autos: Produkte können mit einer erfolgreichen Lancierung direkt auf der Instagram-App gekauft werden. Der eigene Name, die E-Mail Adresse und Liefer- und Rechnungsadresse würde auf der Plattform gespeichert werden, wodurch nur noch eine einmalige Anmeldung nötig wäre. Der gesamte Shopping-Prozess würde mit Checkout extrem vereinfacht werden.

Checkout
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Die Brands

Dass Checkout das Potenzial besitzt, Online-Giganten wie Amazon in den Schatten zu stellen, verdeutlichen schon nur die teilnehmenden Partnerunternehmen: Adidas, Burberry, Dior, H&M, Mac Cosmetics, Michael Kors, Nike, Oscar de la Renta, Prada oder Zara. Das sind nur einige grosse Namen der 23 Brands, die bei der Beta-Phase teilnehmen.

Auch wenn für die Brands mit Checkout eine riesige Verkaufs-Plattform eröffnet wird, werden sie Kompromisse eingehen müssen. So wird Instagram der Player sein, der die wertvollen Daten und persönlichen Informationen der Kunden sammeln kann – und nicht der Brand selbst.

Influencer

Fast 70 Prozent der rund eine Milliarde Instagram-User gaben in einer kürzlich durchgeführten Umfrage an, dass sie auf Instagram Influencern folgen. Folglich würde die Einführung von Checkout extreme Auswirkungen auf das Influencer-Marketing haben. Das Berufsfeld "Influencer" würde noch mehr Bedeutung erhalten und die Influencer selbst würden ein noch wichtigeres Bindeglied zwischen dem Konsumenten und einem Label werden.

Die Influencer der Beta-Version, wie Chiara Ferragni, Kylie Jenner, Aimee Song und Negin Mirsalehi, werden einen Weg finden müssen, den bezahlten Content subtil in ihren geteilten Inhalt einzugliedern. Die Gefahr, die Influencer (und Instagram selbst) befürchten müssten, wäre, dass der geteilte Inhalt immer mehr ins Commercial verschiebt – und Instagram nicht mehr als Inspirationsplattform und sicherer Trend-Seismograph dient.

Fazit
Checkout Banner
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Wann und ob überhaupt Checkout on Instagram in der Schweiz gelauncht wird, steht noch offen. Wir sind uns aber sicher, dass die neue Funktion auf Instagram DAS nächste grosse Ding wird, denn alle im Instagram-Karussell (User, Brands, Influencer und der Social Media Riese selbst) profitieren von der neuen Funktion. Zu hoffen bleibt, dass die Authentizität von Instagram nicht (noch mehr) unter der neuen Strategie leiden würde.

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