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Jetzt äussert sich Serena zum Bodysuit-Verbot

von Stephanie Vinzens

27 AUGUST 2018

Life

Der Französische Tennisverband führt neu einen Dresscode ein – und verbietet Serena Williams damit ihren schwarzen Bodysuit. Nun hat die Tennisspielerin erstmals Stellung bezogen.

An den French Open im Juni hat Serena Williams nach ihrer Mama-Pause ihr Grand-Slam-Comeback gefeiert. Stolz trug sie dabei einen schwarzen Bodysuit – sie fühle sich darin wie eine Superheldin, so die 37-Jährige Tennisspielerin damals. Der Bodysuit hatte für die 23-fache Grand-Slam-Siegerin auch eine gesundheitliche Relevanz: Er regt die Blutzirkulation an und verhindert so Blutgerinnsel – an diesen wäre Serena letztes Jahr nach der Geburt ihrer Tochter beinahe gestorben.

Nun macht ihr der Französische Tennisverband einen Strich durch die Rechnung: Künftig werde am French Open ein Dresscode herrschen – und Serenas Bodysuit damit nicht mehr akzeptiert werden, so Bernard Giudicelli, Präsident des Verbandes. "Ich glaube wir sind zu weit gegangen", sagt er über ihr Outfit. "Der Sport und der Platz müssen respektiert werden".

Serena nimmts gelassen

Serena selbst nimmt das Ganze gelassen. Diesen Samstag hat sie sich am US-Open erstmals zu den Kleiderregeln geäussert: "Alles ist in Ordnung, Leute", so die langjährige Weltranglisten-Erste. Nach eigenen Angaben habe sie am Freitag mit Giudicelli gesprochen: "Man kann total gut mit ihm reden. Ich bin mir sicher, dass wir uns einigen werden."

So habe sie ohnehin schon eine andere Lösung gefunden, um ihre Blutzirkulation zu fördern: Kompressions-Strümpfe. Zu ihrem umstrittenen Bodysuit meint Serena lachend: "In der Mode will man eh keine Wiederholungstäterin sein." Ob es sich in dieser Angelegenheit tatsächlich bloss um Mode handelt? Kaum.

Sexismus- und Rassismusvorwürfe auf Twitter


Twitter-User kritisieren den Entscheid des Verbandes scharf und werfen ihm Sexismus vor. Ein User schreibt: "Wenn Männer bestimmen, was Frauen beim Tennis tragen dürfen, hat das einen faden Beigeschmack von Sexismus." Und Florian Klenk, Chefredakteur vom österreichischen "Falter" twittert: "Serena Williams darf ihren schwarzen Anzug bei den French Open nicht tragen. Ein weisses kurzes Rockerl aber schon. Die Kleiderordnung wird nun politisch."

Kristen Clarke, Präsidentin des National Lawyers' Committee for Civil Rights Under Law sieht im Vorgehen des Verbandes auch Rassismus: "Willkürliche Kleiderordnungen sind unverhältnismäßig oft gegen schwarze Frauen genutzt worden; in Schulen, bei der Arbeit und nun auf dem Tennisplatz." Sogar Tennislegende Billie Jean King meldete sich auf Twitter zu Wort: "Den 'Respekt' braucht es für das aussergewöhnliche Talent, das Serena auf den Platz bringt. Zu kritisieren was sie zur Arbeit trägt – das ist die wahre Respektlosigkeit."

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