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Japanische Frauen wehren sich gegen High-Heels-Pflicht

von Janine Heini

5 JUNI 2019

Life

In Japan kämpfen Frauen mit einer Petition und einem Hashtag in den Sozialen Medien ihre Arbeitgeber vor: Sie wollen im Büro nicht mehr gezwungen werden, High Heels zu müssen.

Jede Frau kennt das Gefühl von schmerzenden Füssen nach einem Tag auf High Heels. Vielen japanischen Frauen wird von ihrem Vorgesetzten vorgeschrieben, dass sie bei der Arbeit Schuhe mit hohen Absätzen tragen müssen. Eine tägliche Qual – jetzt wehren sie sich gegen diese Verpflichtung.

Die 32-jährige Schauspielerin und Autorin Yumi Ishikaqa, die in ihrem Nebenjob in einem Bestattungsunternehmen dazu angehalten war, High-Heels zu tragen, startete Anfang des Jahres eine Social-Media-Kampagne. Unter dem Hashtag #KuToo finden sich auf Twitter viele Meinungen zu dem Thema. KuToo spielt auf die MeToo-Bewegung an: Das japanische Wort "kutsu" bedeutet Schuh und das Wort "kutsuu" bedeutet Schmerz.

Yumi Ishikawa reichte schliesslich sogar eine Petition beim Gesundheits- und Arbeitsministerium ein. Die Forderung, dass es Unternehmen in Japan verboten sein soll, von ihren Mitarbeiterinnen das Tragen von High-Heels zu verlangen, wurde bereits über 19'000 mal unterzeichnet.

Alle japanischen Frauen wechseln nach der Arbeit in flache Schuhe. Viele klagen über Blasen an den Füssen und Rückenprobleme. "Es ist schwer sich zu bewegen, du kannst nicht rennen und deine Füsse tun weh", so Ishikawa.

Zudem empfinden sie diesen Kleiderkodex als sexuelle Diskriminierung. In Japan gibt es ein Gesetz, das geschlechtsspezifische Unterscheidung in der Arbeitswelt in Sachen Einstellung, Beförderung, Ausbildung und Verträge verbietet – Kleiderordnungen werden dabei aber nicht erwähnt.

Der Dresscode für Männer wurde bereits vor Jahren gelockert. Ihnen war vorgeschrieben, am Arbeitsplatz eine Krawatte zu tragen. Nach einem Regierungsprogramm zur Reduzierung des Gebrauchs von Klimaanlagen tragen inzwischen viele Geschäftsleute – darunter auch Regierungsbeamte – keine Krawatten mehr. Die High-Heels-Petition soll nun die Kleidungs-Diskriminierung gegenüber Frauen aufheben und damit für ein besseres Arbeitsumfeld sorgen.

Japans Gesundheits- und Arbeitsminister Tamuki Nemoto reagierte bereits auf die Petition und liess verlauten, dass es für Unternehmen "notwendig" sei, Frauen bei der Arbeit hohe Absätze tragen zu lassen: "Es ist gesellschaftlich akzeptiert, dass High Heels eine beruflichen Notwendigkeit darstellt und angemessen sind." Das absurde Statement zeigt, dass Japan in dieser Hinsicht noch einen langen Weg vor sich hat.

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