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Im "Januhairy" lassen Frauen ihre Körperhaare wachsen

von Anaïs Rufer

14 JANUAR 2020

Life

Auf Insta fordert eine junge Britin Frauen dazu auf, sich nicht mehr zu rasieren. Ihr Account "Januhairy" wird immer erfolgreicher.

Nach dem Aktionsmonat Movember, als Frauen ihre Damenbärte zeigten, folgt jetzt der Januhairy (Januar + hairy). Während dieses Monats sind Frauen auf der ganzen Welt dazu aufgefordert, ihre Körperbehaarung wachsen zu lassen. Dass diese bei Frauen noch immer ein Tabu-Thema ist, zeigen unter anderem die Reaktionen zu einem Post, den Friday vor Weihnachten auf Instagram veröffentlicht hat.

Die Initiantin der Januhairy-Bewegung ist die 23-jährige Britin Laura, die das Projekt ins Leben rief, nachdem sie im Frühsommer 2018 für ein "Ein-Frau-Theaterstück" aufhörte, sich zu rasieren. Auf dem Account teilt sie regelmässig Bilder von Frauen mit sichtbaren Haaren am Körper. Diese Frauen erzählen unter den Bildern ihre persönliche Geschichte mit ihrer Körperbehaarung. Der Account hat über 22'000 Abonnenten und unter dem Hashtag #januhairy sind fast 8000 Beiträge zu finden.

"Januhairy ist eine Rebellion"

Unter den Posts wimmelt es nur so von positiven Rückmeldungen und Kommentaren von jungen Frauen, die sich mehr solche natürlichen Bilder von behaarten Frauen wünschen. Doch auch bei Januhairy gibts User, die nicht verstehen, was dieser Hashtag bezwecken soll und die ganze Bewegung kritisieren.

"Wir sollten die Wahl haben mit unserem Körper zu tun, was wir wollen, und dazu gehören auch die Körperhaare", schreibt Laura als Antwort auf so einen Kommentar. "Mit einer Gemeinschaft von Frauen einen Monat lang die Haare wachsen zu lassen, ist eine Rebellion. Frauen entdecken einen Teil ihres Körpers, für den sie sich ein ganzes Leben lang geschämt haben", schreibt die Britin weiter.

Aktion ist mit Klimaaktivismus gekoppelt

Vergangenes Jahr hat Januhairy an eine Wohltätigkeitsorganisation namens Body Gossip gespendet. Die Charity besucht Mädchen und Jungs in der Schule und lernt den Kindern, wertschätzend über Körper zu sprechen. Dieses Jahr arbeitet Laura mit Tree Sisters zusammen, einer Klimaorganisation, die Bäume pflanzt um die Natur zu schützen und wieder aufzubauen.

Im Interview mit "Jetzt" sagt Laura dazu: "In gewissem Sinn machen wir das bei Januhairy auch. Wir versetzen unsere Körper in ihren ursprünglichen Zustand zurück und schützen sie so, indem wir alles nachwachsen lassen." Was für ein schöner Vergleich.

Wer sich noch mehr ins Thema reinbegeben möchte: Letztes Jahr hat Friday drei Frauen porträtiert, die sich nicht mehr rasieren. Das Video findet ihr hier.

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